den Augenblick erkennen, den Moment erleben

2. September 2017

gelebt. Im August 2017.


Ach, dieser August war doch mal ziemlich gut. An den meisten Tagen konnte ich von Herzen sagen, dass ich mein Leben wunderbar finde und dass es mir wirklich gut geht. Ich habe meistens sehr viel zu tun und leider merkt man das hier auf dem Blog sehr. Zu gerne würde ich regelmäßig schreiben und euch inspirieren - es gibt so viel Gutes auf der Welt, das Freude macht und zum Nachdenken anregt! Mir ist aber auch bewusst, dass es überhaupt keinen Sinn macht, Versprechungen zu machen. Ich freue mich sehr, dass ihr da seid und mitlest.



gelebt: Der August war an sich ein sehr ruhiger Monat. Die Nachmittage verbrachten wir auf den Spielplätzen und trafen uns dort häufig mit Freunden oder am ortseigenen Rheinstrand. Dort fühlt es sich immer - wirklich immer! - wie im Urlaub an. Man hat einen unglaublich schönen, ja den besten Blick auf Mainz, die Jungs spielen so gerne im Sand und man kann einfach die Seele baumeln lassen.

Anfangs, als Anton noch Ferien hatte, brachten wir Paul jeden Tag zur Eingewöhnung bei der Tagesmutter und spazierten dann an den Brombeerhecken vorbei zu den Enten, Gänsen und Schwänen am Rhein. Hier fanden wir Muscheln, Scherben und schöne Steine. Es tat gut, Zeit einfach mal nur mit Anton zu verbringen.

Paul hat sich indessen innerhalb weniger Tage eingewöhnt und ist sehr glücklich bei der Tagesmutter. Als die Kindergartenferien vorbei waren, hatte ich also die Möglichkeit, mich an einen Essay für die Uni zu setzen. Nach einer Woche Recherche und zwei Wochen Schreibarbeit, von denen Paul mindestens vier Tage nicht bei der Tagesmutter war, habe ich einen Tag vor der geplanten Abgabe den Text fertiggestellt. Ich bin so glücklich und dankbar darüber. Es hat wirklich sehr Spaß gemacht, sich mit Ibsen und seinem Stück Nora (Ein Puppenheim) zu beschäftigen. Und wie toll ist es denn bitte, wenn man sich im Studium mit dem umgeben und beschäftigen kann, das man gerne hat?!

Anton machte für ein Wochenende Urlaub bei Oma und Opa und wir hatten ein ganzes Wochenende nur für uns (drei). Filmdate mit indischem Essen, ein sehr ausgedehnter und entspannter Einkaufsbummel in Frankfurt, ein weiteres Filmdate mit Antipasti. Ach, es war ganz toll!

Und dann wurde ja noch der Mini ein Jahr alt. Meine Güte, die Zeit verfliegt noch schneller, seitdem Paul bei uns ist. Ein Hoch auf diesen wunderbaren kleingroßen Menschen, der mich einfach nur sehr, sehr glücklich macht.



getrunken: Der Mainzer Weinmarkt im Volkspark ist eine Institution und ich freue mich jedes Jahr auf Ende August/Anfang September, wenn an zwei Wochenenden wieder alle Weingüter der Umgebung ihre Stände aufbauen. Wir picknickten am ersten Sonntag im Volkspark bei einem Glas Wein, spielten Fußball mit den Kindern und ließen uns die Sonne auf die Köpfe scheinen.

In Frankfurt gibt es in der Innenstadt einen Kaffeeladen, der so beliebt ist, dass immer eine Menschenschlange bis raus auf die Straße davor steht. Bis dato hatte ich es nie geschafft, hier einen Kaffee zu trinken und an unseren Date-Wochenende nahmen wir uns die Zeit und holten dort einen Kaffee.

Und richtig guten Kaffee gibt es in der Kaffeekommune in Mainz. Im letzten Monat habe ich die Kaffeekommune besonders schätzen gelernt. Guter Kaffee macht einfach sehr glücklich! (Und das Bananenbrot ist auch sehr zu empfehlen. Nicht so süß und schön geröstet.)

Ich komme richtig gut mit meiner Sommer-Bucket-List voran. Bei einem Ausgehabend mit einer guten Freundin habe ich dann auch endlich mal einen Lillet Wild Berry getrunken. Lecker, sehr "Mädchen" und etwas süß.

gegessen: Ein sehr gutes Käsefrühstück im Lille Hus. Sehr zu empfehlen!

gebacken/gekocht: Mein persönliches Highlight und gleichzeitig ein Abhaken auf der Sommer Bucket List: Selbstgemachte Pasta mit selbstgemachtem Pesto. Geburtstagskuchen (drei Feiern, drei Kuchen), z. B. Schokokuchen mit JoghurtMuffins mit Schokostückchen (die könnte aber noch etwas saftiger sein), Rote Beete Salat mit Avocado, Kürbissuppe mit selbstgemachten Croûtons aus Brezelresten, Zitronenhühnchen mit Rosmarinkartoffeln, kleine Tartes mit dieser Füllung und vieles, vieles mehr. Ich bin zur Zeit oft in der Küche.


gelesen: Krieg im Spiegel von John le Carré, Nora (Ein Puppenheim) von Henrik Ibsen, Anna Karenina von Tolstoi (Ich bin noch nicht so weit gekommen, aber bisher schon sehr toll.) Ansonsten habe ich noch eine Menge Bücher in meiner Pipeline und auch für das nächste Semester müssen noch über 20 Bücher gelesen werden!

gesehen: Was hat uns bloß so ruiniert? Ein Film über das Elternsein, mit vielen sehr wahren Begebenheiten. Und dennoch meines Erachtens für Nicht-Eltern nicht empfehlenswert, weil er eine recht einseitige Sicht auf Familie zeigt (nämlich auf die Veränderung der einzelnen Erwachsenen), die in diesen Fällen nicht immer glücklich sind).

La La Land. Habt ihr den Film gesehen? Die Bilder sind wunderschön, die Schauspieler toll. Doch mich hat der Film einfach nicht gepackt. Vielleicht hatte ich zu viele Erwartungen. Aber die Lieder... Ich habe noch jetzt Ohrwürmer davon. Sie hängen so lange im Kopf nach und sind wunderschön.

Die große Zuckerlüge. Eine Doku auf arte, die die Frage beleuchtet, ob uns Zucker krank macht.

Krieg gegen den IS. Obwohl der IS ein zeitgenössisches Phänomen ist, wurde mir durch die Doku doch bewusst, wie wenig ich eigentlich über die Entstehung und die weltpolitischen Ereignisse und Bedingungen drum herum weiß.

ausgestellt: In Monaten, in denen ich viel für die Uni machen muss, sehe ich leider wenige Ausstellungen. Gemeinsam mit Paul waren wir an unserem Date-Wochenende in der Schirn in der Peace-Ausstellung



gereist: Pläne für den September gemacht

getragen: Ein einziges Mal einen Pappbecher gekauft.

gewünscht: Ein paar Tage mehr mit Sonne.

gelernt: Mit Humor lässt sich auch (fast) jeder eigenartige Tag überstehen.

gedacht: Ich habe mich im letzten Monat einige Male sehr überwunden und bin ein wenig über mich selbst hinausgewachsen. Obwohl ich Angst hatte. Ich streichel jeden Tag den Hund der Tagesmutter. Ich bin zum Zahnarzt gegangen und die Behandlung hat seit Jahren zum ersten Mal nicht wehgetan (Schwangerschaftsnachwirkungen). Wespen schwirren um mich herum und ich renne nicht panisch weg (Allergie). Ein Schwan läuft auf unserem Strandabschnitt entlang und ich kann Anton sagen: "Er macht dir nichts" und glaube es tatsächlich auch. Auch wenn es für den ein oder anderen vielleicht wie Lapalien scheinen mag, so schränken mich manche Ängste im Alltag ein. Ich bin deshalb einfach nur froh, dass ich mich getraut habe.

Mit einigen Frauen aus meinem Geburtsvorbereitungskurs in der Schwangerschaft mit Paul treffe ich immer noch regelmäßig, manchmal auch mit den großen Kindern zusammen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie tolerant und offen diese Frauen sind. Im ersten Jahr mit Anton hatte ich häufig das Gefühl, mich für Entscheidungen und Verhaltensweisen rechtfertigen zu müssen. Natürlich sehe ich das mittlerweile auch anders. Aber dieser Kreis an Frauen ist so entspannt und man kann sich sehr offen austauschen. 

Irgendwie scheine ich Gespräche an der Bushaltestelle anzuziehen und im Laufe der letzten Jahre habe ich viele Leute an den Bushaltestellen unseres Ortes bzw. unserer alltäglichen Wege kennengelernt. Mich hat eine Frau sehr beeindruckt, wie gelassen sie ihre Umstände nahm: Sie hat drei Mädchen bis drei Jahre. Schon nach nur zehn Tagen nach einem Kaiserschnitt bringt sie die große Tochter jeden Tag in den Kindergarten. Das ist natürlich verrückt. Sie soll sich ja am liebsten ausruhen. Aber die Umstände waren nun wohl einfach so, sie konnte nichts daran ändern und sie hat kein bisschen darüber geschimpft.

gefreut: Die Tickets für Paris sind endlich gebucht und das Datum steht fest.

geliebt: Eines der schönsten Momente im vergangenen Monat war eine Fahrradfahrt. Ich bin schon sehr, sehr lange kein Fahrrad mehr gefahren, weil meine Fahrräder geklaut wurden. In Mainz gibt es aber Leihräder und ich habe endlich mal wieder die Chance ergriffen, als ich ganz ohne Kinder unterwegs war, und habe mich aufs Rad geschwungen. Was für eine Freiheit! Der Wind in den Haaren, der Geruch des Rheins, unbekannte Straßen entlangfahren. Das waren fünfzehn Minuten reines Glück.


Und wisst ihr was?! In ein paar Tagen geht es für uns in den Familienurlaub nach Kreta. Ich freue mich schon so riesig drauf und habe meine Jungs mit der Vorfreude angesteckt. Habt es gut!


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