den Augenblick erkennen, den Moment erleben

1. Juli 2017

gelebt. Im Juni 2017.


Der Juni war gut und hatte viele Höhen. Und wenn man ganz ehrlich sein will auch ein Tief. Doch das konnte schnell überwunden werden.


gelebt:

Die Woche hat so viele gute Momente. Ich mag den Montag zum Beispiel sehr. Nach einem Familienwochenende nutze ich den freien Vormittag, an dem die Museen immer zu sind, um mit meinen Aufgaben klar Schiff zu machen. Ich höre Podcasts, nehme mir Zeit für meine Terminplanungen in der Woche und mache etwas für die Uni. Manchmal schaffe ich es sogar auch, die Fenster zu putzen. Ha! Im Wohnzimmer ist es nun eindeutig heller und wir können den Sonnenuntergang noch besser beobachten. Freitags feiern wir das heranrückende Wochenende mit einem Tapasabend. Dazu kaufe ich am Vormittag auf dem Markt meine Zutaten und bereite die vielen Kleinigkeiten am Nachmittag vor. Diese kleinen Rituale machen mir große Freude und lassen mich das Leben noch ein wenig mehr feiern.

Der Balkon ist das temporäre Zuhause einer kleinen Schnirkelschnecke geworden. Und eines unserer liebsten Orte, um die heißen Nachmittage zu vertrödeln. Gerne mit einem selbstgemachten Eiskaffee.

Ein wenig stolz bin ich auf mich, weil ich eine Sportchallenge durchziehe. Jeden Tag acht Übungen. Das funktioniert. 

Wir haben Geburtstage in der Familie gefeiert, waren auf dem Kinderfestival im Mainzer Volkspark, auf dem wir nur auf der Picknickdecke saßen anstatt auf Hüpfburgen zu toben. Anton und ich waren gemeinsam auf dem Markt, mal nur zu zweit, und aßen Erdbeeren auf den Stufen vor dem Mainzer Dom. Einen richtig doofen Nachmittag machten wir uns schön, indem wir unsere Wartezeit auf die Verabredung im Starbucks vertrieben. Dazu muss man wissen, dass ich schon Jahre nicht mehr im Starbucks war, weil das Konzept für mich nicht aufgeht. Aber Anton war mit seiner Milch zufrieden und ich einfach nur froh, bei einem Kaffee auszuruhen.

Das nächste Semester wurde auch geplant und ich habe Glück, dass alle Veranstaltungen am Vormittag stattfinden werden.

Ich habe viele Pläne geschmiedet und freue mich so sehr über die Dinge, die im Sommer kommen. Stichwort: Documenta 14. Oder Geburtstag von Paul. Oder Familienurlaub. Oder oder oder.



gebacken/gegessen/getrunken: Focaccia, Hefeteilchen mit Pflaumenmus, Griechischer Joghurt, Panna Cotta mit Erbeersauce, gebackener Feta in Walnusskruste





ausgestellt: Wir waren auf den Rundgang der Städelschule in Frankfurt. Ansonsten hatte ich keine Möglichkeiten, mir Ausstellungen anzusehen und habe online konsumiert.




gereist: In Darmstadt hat mich meine Freundin Lisa zu einer kleinen Oase inmitten der Stadt geführt: der Innenhof des Cafés Fräulein Mondschein.

gekauft: Im Hinblick auf kleinere Reisen, die in den nächsten Monaten anstehen, nur Cappuccinos und Blumen gekauft.

gemacht: Aquarelle gemalt

getragen: Im letzten Monat habe ich keinen Pappbecher genutzt.

gewünscht: Pizza. Ich könnte gerade ständig Pizza essen.



gedacht: Eine Nacht im Krankenhaus schweißt zusammen.

An einem der Tage, an denen nichts richtig rund laufen wollte und ich ziemlich unzufrieden war, traf ich eine Mutter aus dem Kindergarten, die eine Eisdiele betreibt. Beim Smalltalk stellte ich ihr die Frage, ob alles gut sei, woraufhin sie mir antwortete: "Ist scheiße Leben. Nur arbeiten." Wenige Schritte später sah ich einen alten Mann mit nur einem Bein, der auf Krücken gestützt seines Weges ging. Diese zwei Begegnungen machten mich sehr, sehr demütig. Natürlich erscheint mir mein zugegebenermaßen kleines Pech an manchen Tagen sehr groß und es lastet mir schwer auf den Schultern. Aber es ist natürlich nichts im Vergleich zu dem, was manche Menschen erleben und aushalten müssen. Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeiten und das hauptsächlich Gute in meinem Leben.

Fällt in eine ähnliche Kategorie: Im Gespräch mit einer Mutter, die ich häufig im Bus treffe, weil wir den gleichen Weg zum Kindergarten haben, kam das Thema Urlaub auf. Sie erzählte von ihrer Tochter, die sie gefragt hatte, ob sie denn auch in den Urlaub fahren würden. Die Mutter zu mir: "Als ob das so einfach geht. Wir machen Urlaub im Garten der Oma." Mir ist bei diesem Gespräch bewusst geworden, dass ich so so dankbar sein kann, dass wir finanziell gut abgesichert sind, dass wir uns nicht nur einen Familienurlaub am Strand leisten können, sondern auch kleinere Reisen und Ausflüge unternehmen. Es hat natürlich auch etwas mit der Prioritätensetzung zu tun, doch ist in vielen Familien ein Urlaub einfach nicht drin und keine Selbstverständlichkeit.

Ich liebe, liebe, liebe es, Kunstgeschichte zu studieren. Es ist genau das, was mich glücklich macht.

Nach Schwangerschaft und Stillzeit habe ich allmählich wieder Lust, einen großartigen Cocktail zu trinken. Oder einen guten Grauburgunder.




geärgert: Die Kinder und ich hatten einen fiesen Virus, der sich vor allem mit Fieber bemerkbar machte. Paul hatte daraufhin einen Fieberkrampf und wir mussten vierundzwanzig Stunden im Krankenhaus verbringen. Paul geht es gut! (Und mich haben diese Stunden im Krankenhaus mitgenommen. Ein Glück sind wir alle gesund und müssen nicht wegen ernsthaften Krankheiten im Krankenhaus sein.)

gefreut: Glücklich hat mich gemacht, dass wir endlich unseren Familienurlaub gebucht haben. Sieben Tage auf Kreta.

geliebt: Wie sehr kann man denn einen kleinen Menschen lieben? Oder die kleinen Menschen? Meine Mamaliebe sprudelt momentan förmlich über.






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