den Augenblick erkennen, den Moment erleben

10. Juni 2017

Selbstmanagement: Schritt für Schritt zum Ziel


Alle paar Wochen erliege ich einem Wahn von Weltverbesserung. Bei dieser Welt dreht es sich ausschließlich um meine eigene. Optimierungsbedarf herrscht hier in sämtlichen persönlichen Bereichen.

In diesen Momenten, die meist ganz plötzlich über mich hereinbrechen, bin ich entweder zutiefst traurig über all die Möglichkeiten, die mir nicht offeriert werden oder die sich mir zwar rein theoretisch bieten, doch aufgrund meiner Lebenssituation nicht wahrgenommen werden können. Dann könnte ich in Tränen ausbrechen, dass meine berufliche Zukunft so ungewiss ist. Oder dass ich zur Zeit kein Geld verdiene. (Ja, sehr dramatisch.)

Andererseits habe ich viel häufiger aber auch die guten Momente. In denen ich Bäume ausreißen könnte. Da ist mein Energieschub so hoch, dass ich am liebsten alles sofort erledigen möchte. Ich nehme mir sogleich vor, jeden Tag ein paar Sportübungen zu machen, meine Finanzen zu tracken, jeden Tag eine kleine Zeichnung zu machen und einen Künstlernamen nachzuschlagen.

Ihr seht, die Beispiele kommen aus meinem Alltag. Ich bin schon häufig voller Enthusiasmus in eine „Challenge“ eingestiegen, habe allerdings nur wenige Tage durchgehalten. Viel zu schnell setzte die Motivation aus und die Normalität ein. Das mag an meinem Charakter liegen. Ich will zu viel. 

In vielen Situationen bringt mich dieser Ansporn weit. Ich kann mich motivieren und meine Gedanken dazu überschlagen lassen. Da man jedoch mit den eigenen Kapazitäten auch an seine Grenzen stößt und die Erfolge manchmal auf sich warten lassen, verliert sich der Ansporn.

Hier stolpere ich immer wieder. Zwischen meinem Optimierungswunsch und dem Ergebnis liegen Welten und mir fällt auf, dass ich eine neue Strategie benötige, um diese Ziele zu erreichen. 
Ich muss mich Schritt für Schritt meinem Ziel nähern.

Etappen setzen

Was bringt es mir, wenn ich anfangs große Schritte mache und mir nach wenigen Metern die Puste ausgeht? Ich bemühe mich also, Minimalziele zu setzen und diese nach und nach zu erreichen.

Will ich bessere Kontrolle über meine Finanzen? Dann schreibe ich einen Monat lang alle Einnahmen und Ausgaben in eine Liste. Und ich erstellte jetzt diese Liste. Das kostet mich keine fünf Minuten und der erste Schritt ist getan. 

Will ich öfter Sport machen? Dann suche ich mir eine Übung/Sportart aus. Oder ich mache eine Challenge, bei der die tägliche Übungszeit relativ kurz ist. 

Will ich eine ordentliche Wohnung haben? Dann setze ich mir jeden Tag eine Timebox von nur 15 Minuten und putze dann gezielt.

Ihr seht, auf was ich hinauswill. Oft fällt es uns schwer, Ziele zu erreichen, weil wir sie zu hoch stecken. Wenn wir sie dann nicht so bald erreichen, lässt die Motivation nach und es baut sich nur Druck auf. Mit kleinen Erfolgserlebnissen kann man viel besser arbeiten. In meinem Fall macht mir zum Beispiel eine einmonatige Sportchallenge so Spaß, dass ich mir eine zweite Challenge dazugenommen habe. 

Wo liegen deine Prioritäten?

Ich komme immer wieder auf diesen Punkt zurück. Es hat sich ganz fest eingebrannt, dass ich mit meinen Aufgaben und Wünschen überfordert bin, wenn ich sie nicht nach Prioriät sortiere. Denn ich will zu viel. Alles soll so schnell wie möglich geschehen. Gefühlt ist alles wichtig. Es ist schwierig, sich nur auf wenige Dinge zu konzentrieren, wenn die Welt so bunt und voller Input ist.

Man muss sich also im Klaren darüber sein, was man am meisten möchte und was am dringendsten gemacht werden muss. Das kann man in der Arbeitswelt anwenden, im Haushalt, mit Terminen oder im eigenen Alltag. Wenn man merkt, dass der Weg zum ersten Ziel eben ist und gut funktioniert, kann man auch eine zweite Aufgabe in Angriff nehmen. 

Erfolge feiern

Häufig ist uns nur bewusst, was noch zu tun ist und wir vergessen, was wir schon alles gemeistert haben. Hakt eure Aufgaben ab, schreibt euch auf, welche Erfolge ihr feiern könnt und stoßt mit einem Glas Sekt auf euch an. Belohnt euch dafür, dass ihr eine Etappe erreicht habt. Zeigt es der Welt. Wenn ihr euch bewusst seid, was ihr leistet, dann bekommt ihr Motivation für die nächsten Schritte. 

Weitere Möglichkeiten

Vielleicht hilft es euch, an Challenges teilzunehmen und diese mit Anderen zu teilen.
Vielleicht helfen Erinnerungen in Form von Postits oder Handybenachrichtigungen.
Vielleicht braucht ihr eine Gruppe, mit der ihr das gleiche Ziel verfolgt.

Der Haken

Und der Haken? Mein Charakter?! Hahaha. Ich will eben doch noch alles gleichzeitig. Mir fällt es im Privaten manchmal ganz schön schwer, die Prioritäten so zu setzen, dass ich mit Wenigem kontinuierlich vorankomme. Des Öfteren laufen zu viele Projekte gleichzeitig und mit zwei, drei gelange ich auch ans Ziel, doch bei vier, fünf, zweihundert Ideen bleibe ich nach den ersten Etappen stecken. 

Aber häufig ist es auch der Alltag, der einen einholt, bevor die Ziele erreicht wurden. Gerade wenn man etwas Neues in seine Routine aufnehmen möchte (zum Beispiel Sport), dann dauert es seine Zeit, bis diese verinnerlicht wurde. Der Alltag kann dann schnell zum Störfaktor werden, weil er den Freiraum für Neues nicht immer ohne Weiteres zulässt.

Ich übe mich also weiterhin im Prioritätensetzen, versuche nach und nach meine Aufgaben zu erledigen und mache mir weniger private Termine, damit ich mehr freie Zeit habe, um mit meinen Zielen voranzukommen.

Vielleicht ist aber auch der Haken, dass der Tag nur 24 Stunden hat...


Was meint ihr?

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