den Augenblick erkennen, den Moment erleben

8. Juni 2017

geklickt. Im Mai 2017.


Auch in den vergangenen Wochen habe ich mich durch die Weiten des Internets geklickt und einiges Interessantes, Hörenswertes und Ästhetisches gefunden. 


Die Podcasts von Garance Doré bzw. vom Studio Doré gibt es schon seit einigen Monaten, aber mich musste erst ein Gespräch mit einer Freundin über Podcasts darauf bringen, dass ich mir die entspannten Gespräche mit Garance und ihren Freundinnen anhöre. Viele Möglichkeiten zum stillen Zuhören habe ich in meinem Alltag nicht (– Autofahren ist dafür perfekt geeignet!), aber hin und wieder klappt es dann doch. Der Podcast Simplification vom 14.02.2017 arbeitete noch eine Weile in meinem Kopf.


Kunst! Auf Instagram habe ich durch meine Auswahl an Galerien und Künstlern eine Blase geschaffen, die mich zunehmend nervt. Einerseits ist es gut, täglich Input zu bekommen, gleichzeitig stört mich aber daran, dass der Radius für einen ausgewogenen Input doch zu begrenzt (auf Frankfurt und Umgebung) ist. Durch die Wiederkehr der Künstlernamen und Ausstellungsräume wird ganz unbewusst und automatisch ihr Wert gesteigert. Mir ist diese Sicht zu begrenzt und ich suche nun nach Möglichkeiten, den Input zu erweitern, ihn täglich zu erhalten und dabei nicht überfordert zu werden. Schwierig.

Neuer Input war für mich ein kurzer Bericht über die Ausstellung Sergej Jensen in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich seine Arbeiten zum ersten Mal gesehen habe, aber er taucht immer wieder in meinem Blickfeld auf. Dieses Mal ist mir sein besonderer Umgang mit dem Material Leinwand aufgefallen. (Die Ausstellung ist noch bis zum 18.06.2017 zu sehen.)

Das Monopol Magazin hat in einem Ausstellungsbericht vom Projekt 5x5 still lifes erzählt und ich habe mir dieses Projekt näher angeschaut. Die Künstler Felix Dobbert, Christopher Muller, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Jörg Sasse und Shirana Shabazi widmen sich dem Stillleben in der Fotografie. Jeder von ihnen wählt ein Objekt, fotografiert es und schickt dieses an den nächsten Künstler weiter, der nun das eigene Objekt in Bezug zum neuen Objekt stellt. Diese werden dann an den nächsten Künstler geschickt und das geht dann so weiter. Jeder Künstler hat seine eigene Herangehensweise und ein eigenes Verständnis von der Gattung Stillleben, das mit dieser Konzeptarbeit hinterfragt wird. Zu gern würde ich die Fotografien live sehen. Aktuell sind sie in Ratingen und ab September in Gießen zu sehen.

Ganz traurig war ich darüber, dass ich nicht zum Vortrag von Dr. Jana Baumann im Städel über die Gründung des Deutschen Museumsbundes und die Demokratisierung des Kunstmuseums vor 100 Jahren gehen konnte. Doch die Einführung auf dem Städel Blog gibt zumindest einen Einblick in das Thema. Museum als Avantgarde – Eine Vision wird Wirklichkeit

In der Kunst werden neue Räume erschlossen, zum Beispiel im virtuellen Raum. Das NRW Forum in Düsseldorf widmet sich diesem in der Ausstellung unreal, in der der Besucher in eine ganz neue, digitale Kunstwelt eintauchen kann. Das ist ziemlich neues Terrain in der Kunstbranche und ich würde zugern diese Ausstellung besuchen. Barbara Russ spricht mit dem Künstlerduo Giulia Bowinkel und Friedemann Banz über ihre Arbeit. (Übrigens hat der Künstler Manuel Roßner die Ausstellung mitkuratiert.)


Wann habt ihr zuletzt einen Tumblr Account durchgescrollt? Bei mir ist es schon viel zu lange her, obwohl ich dieses Netzwerk vor einigen Jahren sehr gerne nutzte. (Mein Tumblr: betsisblog) Jetzt habe ich aber gesehen, dass die inspirierende Französin Margaux, deren Bilder ich mir schon lange auf Instagram ansehe, einen noch viel fabelhafteren Tumblr Account hat. ArtyShow heißt er und ich muss mich stark zurückhalten, dass ich mich nicht stundenlang darin verliere. [Vielleicht ist Tumblr ja das neue alte Pinterest. Oder Instagram? Ach, was weiß ich..]


Dass ich wieder meinen Aquarellkasten rausholen (bzw. suchen müsste – ich habe ihn im Kinderzimmer verlegt) und meinen Skills arbeiten müsste, daran werde ich zur Zeit regelmäßig erinnert. Nina, die als Reisebloggerin schon lange unter dem Pseudonym Smaracuja bekannt ist, zeigt auf ihrem zweiten Instagramaccount Idrawandtravel und in den Stories herrliche Zeichnungen. Und auch das Buch France – Inspiration du jour von Illustratorin Rae Dunn zeigt mir erneut, wie wunderbar diese Technik ist. Und das Buch lässt mein Herz sowieso höher schlagen. 


Auf der Suche nach einem schönen Hotel auf Kreta und mit der ständigen Sehnsucht im Herzen, zu reisen, nach Paris, aber auch durch Deutschland, kam mir der Hinweis von Nike über ein Interview mit den Philosophen und Schriftsteller Alain de Botton gerade recht. Reisen ist die Suche nach etwas, das innerlich fehlt. Ein sehr lesenswertes Interview über ein Thema, das mich zur Zeit stark beschäftigt. Wie kann man das Glück im Alltag noch sehen und erleben? Warum ist manchmal die Sehnsucht nach dem Reisen so groß? 

Haben wir im täglichen Leben vergessen, dass das Leben staunenswert ist? 
Ja. Das ist die ständige Gefahr dessen, was wir Alltag nennen. Durch die Macht der Gewohnheit gewöhnen wir uns an die außergewöhnlichsten Dinge.
und später:
Ich finde, die Idee, dass wir bereichert von einem Ort zurückkehren, ist die beste Betrachtungsweise des Reisens.

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