den Augenblick erkennen, den Moment erleben

4. März 2017

gelebt. Der Februar 2017.



Oh, der Februar war gut. Nachdem mich die Motivation im Januar mit Ausnahme von wenigen Tagen so im Stich gelassen hatte, konnte ich im Februar einiges aufarbeiten und hatte gleichzeitig viele entspannte, besondere Stunden.


gelebt: 

Geburtstage. Wir feierten viele. In der Familie, in der Verwandtschaft, im Freundeskreis. Eines Morgens erzählte mir Anton, dass sein Häschen Geburtstag habe. Da veranstalteten wir kurzerhand eine kleine Geburtstagsfete mit den Kuscheltieren. Es gab sogar Luftschlangen, einen Kuchen, eine brennende Kerze und ein Geburtstagsständchen.

Wir feierten auch Fassenacht. Beziehungsweise kamen wir nicht drum herum, am Fassenachtssamstag vor die Haustüre zu treten und uns den Umzug anzusehen. Unverkleidet. Und Anton, dieser Quatschkopf, wollte partout kein anderer sein als er selbst. Nur mit Sonnenbrille. Auch gut. Oder besonders gut.

An den freien Vormittagen und an den Abenden habe ich Buchstabe für Buchstabe an meiner Hausarbeit geschrieben. Ganz bald ist Abgabe, ich arbeite schon am Feinschliff und ich bin sehr froh, wenn das auch (endlich) geschafft ist.

Eins meiner persönlichen Highlights im vergangenen Monat: Auto fahren. Nachdem ich aus vielerlei Gründen seit fünf Jahren nicht mehr Auto gefahren bin (der Hauptgrund: mein eigenes Auto vor fünf Jahren verkauft), musste ich letztens wieder Auto fahren. Mit Pauli auf der Rückbank. Es war aufregend und wunderschön. Ich hatte dieses eigentümliche Gefühl von Freiheit. Herrlich war das.

Ein anderes Highlight. Am Rosenmontag ist auf der einen Rheinseite Party angesagt und auf der anderen Seite herrscht gähnende Leere. Der Kindergarten hatte zu und so verbrachten wir einen schönen Tag zu dritt. Am Strand ließen wir uns vom starken Wind durchpusten, beobachteten die Möven und backten Sandkuchen. Am Strand fühlt es sich immer fast wie im Urlaub an.

Ach, diese Kinder. Zwei Brüder, die sich jetzt schon heiß und innig lieben. Die sich auch jetzt schon manchmal ärgern. Zwei Kinder, die mich unendlich stolz machen. Und immer mit dem Wissen, dass das ein Geschenk ist und nicht selbstverständlich. Momentan bin ich einfach nur verliebt.


gegessen: Kreppel mit Pflaumenmus. Paul hat zum ersten Mal etwas anderes als Milch gegessen. Mittlerweile sind in seinem Magen in seinem Gesicht noch Karotte, Süßkartoffel, Avocado, Pastinake, Trauben, Gurken, Paprike und Brot gelandet oder er hat den Geschmack wahrgenommen. Auch wenn vieles beim zweiten Kind nicht mehr so nervenaufreibend ist (welch ein Glück!), machen die vielen ersten Male immer noch sehr Spaß.

gebacken: Herzhaft gefüllte, überbackene PfannkuchenWeiße Schokoladencrème (fail), Schokoladencookies, Bananenbrot (Mit Schokostückchen. Und dann mit einer Schicht Erdnussbutter bestreichen. Der Knaller.)

getrunken: Ingwer-Zitronentee, um eine drohende Erkältung abzuwehren, vier Tage Kaffeepause

geklickt: folgen in einem gesonderten Blogpost

gelesen: Der Teufel von Mailand von Martin Suter, Poetik des Raumes von Gaston Bachelard, meine Hausarbeit

gesehen: Gone Girl

gemacht: Ein halbes Jahr nach Pauls Geburt habe ich endlich begonnen, die Fotos und Texte in ein Schwangerschaftsalbum einzukleben.





ausgestellt: 
Anfang des Monats besuchte ich den Rundgang der Kunsthochschule Mainz, bei dem die Studierenden aktuelle Arbeiten zeigen. Ich komme seit Jahren immer wieder hierhin und kann dadurch beobachten, wie sich die Studenten nach und nach entwickeln. Fünf Arbeiten gefielen mir besonders gut.

Paul und ich schafften es im vergangenen Monat auch zur Kunstpause für Mamas und Papas im Städel in Frankfurt. Diese Veranstaltung wird vom Städelverein organisiert und findet zwei Mal im Monat statt (ein Mal vormittags und ein Mal nachmittags). Das Thema der Gruppenführung waren die Avantgarde-Künstler (genau mein Thema!). Es hat Spaß gemacht, mit so vielen kunstinteressierten Eltern und Babys durch die Räume zu laufen. Gleichzeitig habe ich aber gemerkt, dass ich durch mein Studium bereits viel Grundwissen über diese Phase erlangt habe und nur wenig Neues für mich dabei war. In Zukunft werde ich darauf achten, dass ich nur bei Führungen teilnehme, bei dessen Themen ich mich noch nicht so gut auskenne.

Im Anschluss bin ich noch in die aktuelle Ausstellung Geschlechterkampf gegangen. Es gab sehr viele Kunstwerke, die ich noch nicht kannte und die mich sehr beeindruckten. Aber die Ausstellung insgesamt gefiel mir nicht sehr gut. Der Ausstellungstitel sehr reißerisch, die Präsentation sehr konservativ.

Der Badische Kunstverein in Karlsruhe ist der älteste Kunstverein Deutschlands und hat eine schöne Fassade, die beim Vorbeigehen beinahe untergeht. Dass sich in der Waldstraße 3, nachdem man die vielen Treppenstufen erklommen hat, so tolle Räume befinden, hatte ich nicht erwartet. Und wir hatten Glück, freitags ab 14 Uhr kommt man kostenlos rein. Die oberen Räume wurden mit Arbeiten des Künstlers Josef Dabernig bespielt. In seinen Arbeiten exerziert er Prozesse durch, schreibt Listen, filmt in ruhigen Aufnahmen Details und fotografiert Fußballstadien rund um den Globus. Beeindruckt hat mich die Ausstellung, die in den unteren Räumen im Lichthof zu finden ist: Zofia Kulik. Instead of Culture (1968–71). Hier wurde in einem Raum eine Diaarbeit gezeigt, im größeren Raum waren Bilderstrecken, die den Körper als eine Skulptur zeigt.




gereist: Ich war einige Male in Frankfurt und jedes Mal (!) geht mein Herz auf. Es gibt so viele Ecken in dieser Großstadt, die spannend und besonders sind. Das Highlight war ein Marktbesuch in der Kaiserstraße, in der ich ein unglaublich gutes libanesisches Brot gegessen habe.

Ein großes Highlight, das mich schon Wochen zuvor ganz glücklich gemacht hat, war eine Fahrt nach Karlsruhe. Anton machte Urlaub bei Oma und Opa. Paul und ich kamen früh in der Stadt an und besuchten direkt das wunderschöne Schloss mit einem Kaffee auf der Hand. Dann schlenderten wir durch die Straßen, bis wir unsere Freundin zum Frühstück trafen. Wir statteten wieder der Pâtisserie Ludwig in der Südlichen Waldstraße einen langen Besuch ab. Die Croissants! Der Cappuccino! Die Macarons! Es schmeckt einfach alles gut. Auch die Kakaohaselnüsse in der Auslage sind der Knaller. Dann ein weiterer Bummel durch die Straßen und ein Mittagessen. Die Seele baumeln und sich von den Eindrücken berieseln lassen. Kunst sehen. Dann das Wiedersehen mit dem Freund im Hotel und eine Firmenfeier mit einem Schluck Sekt. Am nächsten Tag schien die Sonne und wir liefen noch einmal durch die Innenstadt. Ach, das tat so gut. Noch einmal Macarons und Croissants und ziemlich viel Liebe.



gekauft: Ein Spontankauf – ein neuer Lippenstift von Astor in einem kräftigen Pink. Eine Großbestellung bescherte mir einen weiten schwarzen Rock, endlich eine helle Jeans und eine Bluse à la Balzac.

gefragt: Wie kann ein Baby nur so entspannt sein? Wann platzt ein Herz vor Liebe? Wann ist diese Hausarbeit endlich fertig geschrieben? Wo ist die Schokolade? Und der nächste Kaffee?

geärgert: Oh fragt nicht. Da gibt es so einen Backenzahn, der mich schon lange ärgert. Nun musste das Messer ran. Eine dicke Backe als Resultat. Der Zahn steht noch. Kurzurlaub für Anton, Paul und mich bei Oma und Opa. [Erholungsurlaub. Mit Hühnersuppe, Kühlakkus und Kinderbetreuung.]

gefreut: Aufgrund der Zahn-OP und eines Cocktails vom Anästhesisten durfte ich 24 Stunden lang nicht stillen. Das erfuhr ich einen Tag zuvor. Ich hatte keine Milchpumpe dabei und musste kurzfristig Prémilch organisieren. Da mir das Stillen sehr wichtig ist und Paul ein richtiges Stillkind ist (bei Anton war es komplett anders), hatte ich Sorge, dass Paul unzufrieden mit der Prémilch sein würde, dass ich einen Milchstau bekäme und das Stillen in der Folge nicht klappen würde. Glücklicherweise darf ich ohne Probleme weiterstillen und wir haben diese vierundzwanzigstündige Pause wirklich gut überstanden. So ein Glück!

geliebt: Meine Buben. Ich bin zwei Mal mit ihnen zu meinen Eltern mit dem Zug gefahren. Beide Male hatte ich die liebsten Kinder. Anton gibt mir seine Hand am Bahngleis. Sein Gesicht, wenn er ein Traubenzucker in seinem Rucksack entdeckt. Und Paul, der Anton "babababab" nachspricht.

gewünscht: Einen Weekender. Unser Minitrip nach Karlsruhe zeigte mir, dass ich keine passende Tasche für solche Reisen besitze. In Karlsruhe habe ich im Geschäft Roter Punkt die Kommode gefunden. Ich würde sie mir etwas anders zusammenstellen und fange nun schon an, mein Sparschweinchen zu füttern.


So, den März haben wir ja schon begrüßt. Ich wünsche euch viele schöne Frühlingstage.







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