den Augenblick erkennen, den Moment erleben

26. März 2017

Paris erwacht.




"Der Nachtzug erreichte Paris im Morgengrauen. In der Rue Rameau, unweit der Bibliothèque Nationale, mietete ich mich in einem Hotel ein und stand kurz darauf vor dem gewaltigen Portal, das in die hohe, die Nationalbibliothek wie ein Festungswall umschließende Mauer eingelassen war. Ich war fast zwei Stunden zu früh, und so ging ich die Rue Richelieu in südlicher Richtung entlang, auf der Suche nach einem Café. Paris erwachte. Wie ein ländliches Parfüm hing vor den Bäckereien der Duft von frischem Brot. Museal anmutende Autos knatterten vorbei, bepackt mit Zeitungsstapeln oder mit Baguettebroten, die zu hellbraunen Garben gebündelt waren. Die Gehsteige schimmerten feucht, und mit den ersten Sonnenstrahlen, die von den Dächern in die engen Straßenschluchten hinabkrochen, löste sich der Nachttau von den Steinen und erfüllte die Luft kurzzeitig mit mediterraner Klarheit.
Ich fand ein Café an der Place du Palais Royal und genoss die letzten Momente dieses levés der Dame Paris."

Wolfram Fleischhauer, Die Purpurlinie



Wie gerne würde ich jetzt das erwachende Paris erleben.

21. März 2017

Ein Ausflug nach Metz. Oder warum ich öfter französische Luft schnuppern sollte.


Der Kindergarten schloss seine Türen für zwei Tage und ich hatte es erst eineinhalb Wochen zuvor erfahren. Mein Herz schrie nach Veränderung und so konnte ich meine Familie dafür gewinnen, einen Ausflug zu unternehmen. Weil unser Auto besser für ein Pärchen als für eine vierköpfige Familie geeignet ist und wir grundsätzlich zu viel mitnehmen - man will ja für alle Eventualitäten gewappnet sein - schien mir es sinnvoll, keine große Strecke zu hinterlegen, es sollte kein Urlaub werden, sondern eben ein Ausflug im Radius von bis zu 250 km mit nur einer Übernachtung.

Mit der ehrenwerten Aufgabe vertraut, einen geeigneten Ausflugsort und ein Hotel zu finden, war ich wenige Tage vor Abreise rastlos. So spontan hatte ich schon lange nichts mehr entschieden und zugleich freute ich mich riesig darüber. Sollte es Köln, Düsseldorf, der Ruhrpott werden oder würden wir in den Süden fahren?

Den entscheidenden Hinweis schickte mir dann eine Freundin, die schrieb: "Entscheide dich nach Gefühl, möchtest du etwas französischen Flair geniessen oder Seeluft schnuppern?"
Am nächsten Morgen wachte ich auf und hatte meine Entscheidung gefällt: Ich wollte französisches Flair. In Metz.

Einmal entschieden war es ein Leichtes, Informationen über die Stadt zu beschaffen. Da unser Ziel so nah liegt, waren bereits einige aus unserem Freundeskreis schon dort und auch die Suche via Google und Pinterest zeigte mir schnell alle Hotspots an.


Metz – Französisches Flair ganz nah an zu Hause

Metz ist keine Stadt, in der man tagelang flanieren muss, um sie als solche zu begreifen. Der erste Eindruck stimmt mit dem letzten überein. Die Stadt zeigt sich historisch, harmonisch und gemütlich. Man erwartet keine großen Überraschungen und keine hippen Orte, bekommt diese auch nicht.

Wenn man sich für die Geschichte von Metz interessiert, kommen Reiseführer zum Einsatz. Denn diese elsässische Stadt ist so geschichtsträchtig, dass man an vielen Ecken einfach nur staunen kann. Unser Ziel war es jedoch, Familienzeit zu haben und zu genießen (#familienqualitytime), ein paar Stunden ganz ohne Haushalt zu verbringen und andere Luft zu schnuppern.

Metz eignet sich hervorragend für einen Ausflug. Man fährt nur zweieinhalb Stunden hin, läuft durch die Stadt, ist in Frankreich und macht sich dann irgendwann wieder auf dem Nachhauseweg.

In 27 Stunden kann man gar nicht so viel sehen und erleben, aber dennoch haben wir einen guten Eindruck von der Stadt bekommen können. Hier stelle ich – ganz clickbaitmäßig – acht Dinge vor, die man in Metz erleben kann.




Acht Dinge, die man in Metz erleben kann

- Spielplätze besuchen

Familien voran! Metz eignet sich wirklich gut für einen Familienausflug. Denn es gibt einige Orte, an denen sich Kinder toll austoben können. Auf der Tourismus Seite von Metz findet man einige Adressen und ich stelle euch zwei davon vor. (Kinder-)Spielplatz heißt übrigens aire de jeux enfants auf französisch.

In der Nähe des Bahnhofs im "Neuen Metz" gibt es eine Parkanlage an einem kleinen Arm der Mosel
Um hierhin zu gelangen, muss man auf der anderen Seite des Bahnhofs kommen und am Centre Pompidou vorbeigehen. In den Jardins Jean-Marie Pelt (Adresse: Avenue Louis le Débonnaire) befindet sich ein großer Spielplatz für kleine und große Kinder, viel Grünflächen, Tischtennisplatten und viele weiteren Möglichkeiten, um sich auszutoben. Dieser Park liegt zwar nicht ganz in der Nähe der Altstadt, die man verständlicherweise hauptsächlich besuchen wird, aber vom Bahnhof aus sind es nur 700 m und man kann hier einige Zeit verbringen. Besonders schön ist auch die Uferpromenade mit Holzstegen, die in den Arm der Mosel gehen. Verpflegung sollte man sich am besten rechtzeitig vorbereiten oder mitnehmen, da in unmittelbarer Nähe keine Bäckereien oder Geschäfte zu finden sind.

Ganz im Gegenteil zu dem großen Spielplatz in der Weite des Parks steht ein kleiner Spielplatz mitten in einem Einkaufszentrum, im Centre Commercial Saint-Jacques. Der Spielplatz bietet zwar nicht so viele Spielgeräte an wie in den Jardins Jean-Marie Pelt, doch ist es hier sehr ruhig und man kommt schnell an Kaffee in einem der umliegenden Cafés auf dem Place Saint-Jacques. Es ist der ideale Rückzugspunkt beim Einkaufsbummel. Wir waren hier mehrere Male, damit Anton sich immer wieder austoben konnte oder wenn wir eine kleine Pause brauchten. Beim Hinauslaufen in den Innenhof des Centre Commercial ist Anton auch ein Kiddy Ride Polizeiauto aufgefallen, an dem er sich lange beschäftigt hat.

In meiner Vorbereitung habe ich noch weitere Spielplätze entdeckt, die relevant sein können, wenn man sich in der Innenstadt bewegt.
- Jardin des 5 sens in der 4 avenue Jean XXIII, in der Nähe des Bahnhofs
- Plan d'eau de Metz et Bords de Moselle, Bvd. Poincaré, ist an der Mosel
- an der Porte Serpenoise, in der Nähe der Esplanade/Place de la République/Arsenal
- Indoorspielplatz bzw. ludothèque maison de la petite enfance, 22 A Rue du Wad Billy, liegt nicht im Zentrum


- Picknicken an der Mosel

Familien-, Pärchen- und auch Alleinreisendtauglich ist ein Picknick an der Mosel. Der historische Kern der Stadt liegt natürlich ganz nah am Fluss und so macht es Spaß, über die Brücken zu laufen und den schönsten Blick auf den Temple Neuf (der stark an den Wormser Dom erinnert) zu erfassen. Dieser befindet sich auf einer Insel. Bei Sonnenuntergang ist diese Gegend besonders schön.

Um dann den perfekten Snack für ein Picknick zu finden, empfehle ich das libanesische Imbiss Le Libanais, das leckere Sandwiches und gute Pommes verkauft. Man läuft nur wenige Schritte den Berg hinunter und erreicht schon das Ufer der Mosel. Hier gibt es viele Stellen, an denen man sich niederlassen und mit einem herrlichen Blick auf die Fassaden der Häuser picknicken kann.


- Kulturprogramm

In Metz kann man auch einfach eine kulturelle Tour unternehmen. Das war uns in den wenigen Stunden, die wir zur Verfügung hatten, einfach nicht so wichtig. Für alle Kirchen- und Museeumsfans sei diese Webseite des Tourismusbüros Metz empfohlen.
Das Centre Pompidou Metz ist die Dépendance des Pariser Centre Pompidou und allein schon wegen der außergewöhnlichen Architektur einen Besuch wert. Es liegt hinter dem Bahnhof, der auch schon großartig aussieht.


- Kunst in der Kathedrale

Eine Innenansicht einer kirchlichen Einrichtung ließen wir uns aber nicht entgehen. Die Kathedrale Saint-Etienne liegt auf dem höchsten Punkt der Stadt und lässt sich von allen Himmelsrichtungen aus ansteuern. Die gotische Kathedrale beeindruckt durch die Höhe. Außerdem wurden die Fenster einer Kapelle von Marc Chagall entworfen. Die Glasfenster werfen ein wunderschönes buntes Licht auf den Innenraum.



- In einer französischen Pharmacie einkaufen

Ich hatte mir im Vorfeld bereits Gedanken gemacht, welche Produkte ich gerne kaufen möchte, weil ich sie aufgebraucht hatte oder nun einfach einen Vorrat anlegen wollte. Viele Apothekenmarken sind in Frankreich deutlich günstiger als in hiesigen Apotheken. Das gilt zum Beispiel für Caudalie, Nuxe, Bioderma, Avène usw. Außerdem gibt es Marken, die man in Deutschland nicht so häufig in den Geschäften findet und dann online bestellen müsste.

A propos einkaufen und bummeln. Am Montag ist für viele Geschäfte Ruhetag. Entweder sind sie ganz zu, wie leider der Marché Couvert, eine Markthalle, die ich sehr gerne besuchen wollte, oder sie öffnen erst ab 14 Uhr. Wenn man bewusst zum shoppen nach Metz fährt, sollte man eher die Tage zwischen Dienstag und Freitag wählen. Aber dennoch sind am Montag genug Geschäfte offen, um bummeln zu können.


- Einen schlechten Kaffee trinken und die hübsche Fassaden ansehen

Die Architektur von Metz hat mir gut gefallen und es lohnt sich, ständig die Augen offen zu halten. Man wird so viele unterschiedliche Stile entdecken. Die ganz typischen Fassaden in dem gelb-braunen Stein sind wunderschön. Wenn man einen schlechten Kaffee auf der Place de Saint-Louis oder auf dem Place de Saint-Jacques trinkt und vielleicht dazu ein perfektes französisches Croissant isst, bekommt man ein herrliches Lebensgefühl.
Familientauglich auf der Place de Saint-Louis ist übrigens ein altes Karussell, das mit Bildern aus Fabeln bestückt ist.


- Französisch sprechen

Ja, das geht hier erstaunlich gut. Denn während in Straßbourg oder Paris bei den ersten Brocken Französisch bereits auf Englisch geantwortet wird und man einfach immer als Tourist wahrgenommen wird, ist Metz nicht durch Touristen übervölkert und man darf frei sprechen. Erstaunlicherweise klappte es dieses Mal umso besser, mich mit meinem Französisch zu verständigen.


- Ein Kartoffelgericht in einem Kartoffelrestaurant probieren

Verrückt, da geht man in ein Restaurant und es gibt nur Gerichte aus der dicken Knolle. Das Kartoffelgratin mit Ziegenkäse war allerdings ein Traum und deshalb ist das Restaurant La Robe des Champs auf der Place de Saint-Jacques mehr als empfehlenswert. (Anton hatte übrigens sehr leckere und knusprige Pommes. Ist ja auch aus einer Kartoffel.)


Das Wichtigste an unserem Ausflug war unsere Familienzeit. Im Alltag finden wir genug Zeit, um gemeinsam zu spielen oder zu erzählen, aber dort herrscht natürlich auch immer Chaos. Am Ende des Tages muss doch die Wäsche gewaschen, das Geschirr eingeräumt, das Essen gekocht und die herumfliegenden Spielsachen eingesammelt werden. Ich freute mich, dass wir zwei Tage ganz ohne diese nervigen Alltäglichkeiten hatten.

Für uns war es ein perfekter Ausflug und wir werden sicher noch ein Mal nach Metz fahren. Kennt ihr diese Stadt? Wo gehen eure kleinen Alltagsfluchten hin?






16. März 2017

Gold für die Haare



Mit Zitronen lässt sich bekanntlich so einiges anstellen. Zitronentarte zum Beispiel. Oder Limonade. Und Tee. Ausgerechnet diese gelbe Furcht war die Rettung im monatelang andauernden Kampf mit meinen Haaren. 

Seit dem Herbst hingen meine Haare platt an mir herunter und sahen sehr ungesund aus. Sie waren strohig, der Haarschnitt längst überfällig. Schuld daran war mein veränderter Hormonhaushalt. Schwangerschaft, Geburt und Stillen sei Dank. Mein sonst gesundes Haar wurde nur noch versteckt und ich mühte mich ab, eine Lösung zu finden. Ich probierte ein Shampoo nach dem anderen aus, landete schließlich bei Naturkosmetik-Produkten, die Stylingcrèmes ließ ich nur noch im Schrank.

Nach der langen Suche fand ich endlich eine Lösung für mein Problem. Falls ihr in einer ganz ähnlichen Situation seid oder die Winterzeit eure Haare kaputt gemacht hat, dann helfen euch vielleicht diese Maßnahmen weiter. 

In drei Schritten zu gesundem Haar. 

Ok, da verspreche ich aber zu viel. Gesundes Haar ist natürlich auch ein Resultat von Genen, Ernährung und verschiedenen anderen Bedingungen. In meinem Fall konnte ich meinen spröden, ungesund aussehenden Haaren wieder zu Glanz und Weichheit verhelfen.

Als Basisshampoo wird von nun an die Calendula Waschlotion & Shampoo von Weleda genutzt. Was für Babys gut ist, kann für Erwachsene auch nicht schlecht sein. Lustigerweise habe ich das Babyshampoo noch nie für eins meiner Kinder genutzt, weil wir hier tolle Alternativen haben. Das Shampoo schäumt gut auf. Ich schäume nur den Haaransatz ein und lasse die Seife dann beim Abspülen durch die Längen fließen. 

Im zweiten Schritt verwende ich oft, aber nicht immer, das Rahua Voluminous Shampoo. Ich liebe den Duft von Kräutern, den es verströmt. Da es selbst so wenig schäumt und ich dann immer das Gefühl habe, nichts in den Haaren zu haben, wende ich zwei Tricks an. Nummer 1 ist, dass die Haare bereits schon einmal einshampooniert wurden. Klingt total doof, aber es klappt dadurch wirklich viel besser, als es nur pur anzuwenden. Trick Nummer 2 ist, dass ich das Shampoo in eine kleine Shampooflasche eingieße, diese mit Wasser auffülle und dann schüttle. Dann gieße ich die Mélange auf den Kopf und massiere die Haare schaumig. Klappt richtig gut. [Beide Tricks habe ich nicht selbst ausgedacht und "geklaut". Wenn sich etwas bewährt, muss es geteilt werden!] Die Haare werden durch dieses Shampoo sehr, sehr weich.

Als letztes brauche ich eine Spülung, damit sich meine Haare gut durchkämmen lassen. Ein Gemisch aus Zitronensaft und Wasser hilft meinen Haaren, ganz weich und frei von Kalk zu werden. Dazu presse ich vor der Haarwäsche eine halbe Zitrone aus und gebe die Flüssigkeit durch ein Sieb. Der Saft wird dann unter der Dusche mit einem halben Liter warmen Wasser aufgefüllt und über die Haare gegeben. Achtung, dass es nicht in die Augen kommt. Nach zehn Minuten (und es zeigt sich immer wieder, dass fünf Minuten auch schon ausreichen) spüle ich die Haare noch einmal aus. Et voilà, c'est tout.

Gold für die Haare

Zur Zeit gibt es viele Trends rund um die Haargesundheit, von Haarseifen über Mehlwäschen bis zu überhaupt kein Haarewaschen mehr. Für mich sind diese Entwicklungen sehr interessant, doch gleichzeitig bin ich froh, dass ich eine Lösung für mein Problem gefunden habe. Diese drei Schritte und Produkte sind Gold für meine Haare und ich bin mehr als glücklich damit.

Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr auch Hausmittel, die eure Haare gesund aussehen lassen? Probiert ihr viel aus oder reicht euch ein einziges Shampoo? Kennt ihr die oben gezeigten Produkte? Ich bin gespannt, wie ihr eure Haare reinigt.

12. März 2017

geklickt. Im Februar 2017.


Ab März gibt es meine Lieblingslinks des vergangenen Monats immer in einem gesonderten Post. Damit diese nicht in meinem Monatsbericht untergehen. Denn es gibt so viel Inspirierendes und Spannendes im Netz.


Kunst kann machen, dass ich voller Freude aus einem Ausstellungsgebäude laufe. Manchmal auch verstört. Sie kann aber auch machen, dass mir die Tränen vor Glück die Wange runterlaufen. Vor Jahren, als ich vor Claude Monets Seerosen in der Fondation Beyeler saß, war ich sehr tief berührt. Und als ich die beiden Videos zur Monet-Ausstellung in Riehen/Basel von ttt und SRF ansah, spürte ich wieder diese Ehrfurcht und die Schönheit von Monets Malereien.

Paris. Immer Paris. Es vergeht kaum eine Woche, in der ich diese schöne Stadt nicht vermisse. Arte überbrückt meine Sehnsucht mit einem Video über die Dächer von Paris. Ein kleiner Traum von mir: eine Rooftopparty mit einen Glas Wein bei Sonnenuntergang. (Spannend auch der Tennisplatz!)

Die meisten deutschen Wörter hören sich im Französischen noch viel schöner an. French words nutzt das Besondere der französischen Sprache und macht ganz einfache, aber umwerfende Prints. The French ABCs vor allem.

Dieses Zucchini Carpaccio, das das Splendido Magazin auftischt, muss unbedingt auch auf meinen Tisch. Bei so herrlich einfachen, ehrlichen Gerichten läuft mir immer das Wasser im Mund zusammen. Das wär was für ein Date mit dem Mann.

Es ist schon langer ein Traum von mir, in Frankfurt Urlaub zu machen. Endlich mal Zeit für all die tollen Adressen zu haben, abends dort auszugehen und einfach in ein Hotelbett fallen zu können. Das Bett könnte zum Beispiel im Libertine Lindenberg stehen. Die Mädels von The Why Not stellen uns diesen tollen Ort vor.

Die Mädels stellen außerdem die Künstlerin Sue Williams A'Court vor. Ich bin begeistert von ihren Arbeiten, habe ich mich in meiner Hausarbeit doch gerade mit den Landschaftsmalern des 18. Jahrhunderts beschäftigt. Sue Williams zeichnet Landschaftsgemälde von Gainsborough ab und legt darüber Farbflächen.

Auf Herz und Blut werden regelmäßig Instagram Accounts vorgestellt. Samantha Totty macht so wunderbare Prints, dass ich am liebsten eins bestellen und im Wohnzimmer aufhängen möchte.

Die Femtastics Ladies sprechen mit Nora Kathmann über ihre Aufgabe in der Hamburger Kunsthalle.

Diese Jeans ist optimal und hat mich nun Jeanshosen mit helleren Waschungen bestellen lassen.

Zu guter Letzt hat mir eine Freundin einen Link geschickt, der für einen Kurztrip in Hamburg spricht. Mit Vergnügen hat die besten französisch anmutenden Restaurants und Cafés zusammengestellt. Ich.will.da.jetzt.hin.


9. März 2017

Kaffee Becher To Go. Der Bambusbecher im Alltag.


Nach zwei vollendeten Monaten im Jahr 2017 kann ich sagen, dass ich bereits einige meiner Pläne bzw. Ziele für das aktuelle Jahr umsetzen konnte. Zum einen habe ich meine Hausarbeit endlich fertig geschrieben und im Studienbüro abgegeben. (Jetzt hoffe ich auf eine sehr gute Bewertung!) Ich lese weiterhin so viele Bücher, in wenigen Tagen machen wir einen Familienausflug, meine Parisspardose ist gut gefüllt. Auch kam ich meinem Vorsatz, weniger Coffee to go Becher zu nutzen, deutlich näher.


In einer Welt voller Verbesserungsmöglichkeiten

Es gibt so viele Bereiche im Leben, in denen wir besser sein können; in denen wir gesünder, umweltbewusster und feministischer werden können. Manchmal ist dieses Streben nach Verbesserung eine große Last für mich. Denn schaue ich auf den Optimierungsbedarf in meinem Leben, dann fallen mir viele Dinge auf. Mir fällt es schwer, ständig auf alles zu achten. Ich könnte jeden Abend 20 Minuten Aquarelle malen, zwei Mal in der Woche Pilates machen, nur auf dem Markt regionales Gemüse kaufen, weniger Blogs, dafür aber mehr Fachzeitschriften lesen, usw. Der Tag hat aber eben nur vierundzwanzig Stunden, davon ist nur wenig echte Freizeit. Aber natürlich gibt es auch Verbesserungsmöglichkeiten im normalen Alltag. Ziele und Maßnahmenpläne helfen, dass man Schritt für Schritt allem nachkommt. Aber will ich mein Dasein so stark verplanen? Es gibt dann nur noch Sollen und Nicht dürfen, wenig Zeit für Müßiggang und so viele Regeln, die den Alltag bestimmen.

Und so wechseln sich das Bedürfnis nach Veränderung, nach Fortschritt mit der Abscheu all dieses Optimierungswahns und Gutmenschentums ab. Gutes bleibt. Wenn ich langsam merke, welche der Möglichkeiten nun die wichtigsten für mich persönlich sind. Die Gründe sind nicht immer für jeden einleuchtend, damit wird die Welt nicht gerettet, aber sie bedeuten mir selbst viel.


Kaffeekaffeekaffee

Kaffee gehört zu den liebsten Dingen auf Erden. Wenn ich unterwegs bin, trinke ich besonders viel Kaffee. Wenn ich Zeit habe, setze ich mich in das Café und genieße den Kaffee in Ruhe. Aber es gibt viele Situationen, in denen es schnell gehen muss. Und jedes Mal hole ich mir einen Becher to go und werfe ihn danach weg. Mir ist aufgefallen, wie viel Müll ich damit produziere. Gerade weil mir Kaffee sehr wichtig ist, wollte ich an dieser Stelle etwas ändern. Ktinka gab im letzten Jahr mit ihrem Text einen Anstoß, dass ich darüber nachdachte.

Manche Dinge ändern sich erst mit dem richtigen Equipment. So wie manche tatsächlich mehr Lust auf Sport haben, wenn sie schöne Sportklamotten tragen. Für mein Vorhaben fehlte ebenfalls die passende Ausstattung. Zu Hause habe ich einige isolierte Becher, doch daraus schmeckt Kaffee einfach scheußlich. Ich schielte also lange auf einen Becher und wünschte ihn mir zu Weihnachten. Als ich ihn nicht bekam, verließ mich auch die Lust, ihn einfach selbst zu bestellen.

Der Januar, der erste Testmonat, startete also mehr als holprig. Allein in der ersten Woche trank ich unterwegs vier Kaffees. Wenigstens nahm ich zwei Becher mit nach Hause, spülte sie aus und nutzte sie ein weiteres Mal mit eigenem Kaffee. Glücklicherweise wurde mir meine Entscheidung abgenommen und ich bekam von einer Freundin einen To Go Becher zum Geburtstag geschenkt. Er besteht aus Bambusfasern, auch der Deckel, ist sehr stabil, hält dicht und warm und der Kaffee schmeckt ganz wunderbar daraus.


Der Bambusbecher im Alltag

Schon nach eineinhalb Monaten Dauerbenutzung kann ich ein erstes Fazit ziehen. Der wiederverwendbare Coffee to go Becher ist immer dabei. Da ich fast ausschließlich mit Paul, also mit dem Kinderwagen unterwegs bin, habe ich ständig einen zusätzlichen Stauraum für den Becher und muss ihn nicht selbst transportieren. Ich vergesse ihn auch nicht in der Wohnung, sondern lasse ihn, wenn er sauber ist, im Kinderwagenkorb liegen. Dort befindet sich auf der aufsteckbare Kaffeehalter, der zu unserem Kinderwagen passt. So bin ich unterwegs wirklich optimal ausgestattet.

Wenn ich den Becher benutzt habe und sich keine Möglichkeit bietet, ihn auszuspülen, lege ich ihn in eine Tüte und spüle ihn später. Tüten sammeln sich in unserem Haushalt an, auch wenn wir beim Einkaufen meistens Tragetaschen dabei haben.

Bisher gab es erst eine Bäckerei, die mir den Kaffee nicht direkt in meinen Becher eingießen wollte - aus hygienischen Gründen. Die Verkäuferin ließ also den Kaffee in einen eigenen To Go Becher laufen und schüttete ihn dann in meinen. Ich war völlig perplex, denn nun war ja ganz umsonst ein Becher verbraucht. Sie erklärte mir, dass ich ja nicht die einzige sei, die ihren eigenen Becher dabeihätte und dass sie diesen Pappbecher noch einmal benutzen würde. Ich fragte mich, warum man dann nicht einfach eine Kaffeetasse zum Umschütten hätte nehmen können. Die Konsequenz ist nun, dass ich mir dort keinen Kaffee mehr kaufe.

In allen anderen Cafés und Bäckereien habe ich gute Erfahrungen gemacht. Mein Becher hat eine optimale Größe und lässt sich überall drunterstellen. In manchen Cafés musste ich sogar weniger zahlen und eine Dame hat mir einen kleinen Kaffee berechnet, meinen Becher dann aber noch aufgefüllt.


Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich auch weiterhin nur noch in wenigen Ausnahmefällen einen Pappbecher kaufen werde und damit weniger Müll produziere. Für mich persönlich bin ich froh, dass ich einen weiteren Weg gefunden habe, um Müll zu vermeiden und dass es sich sehr einfach umsetzen lässt.

Mich würde sehr interessieren, ob ihr in eurem Leben Stellen habt, die ihr verbessern wollt. Wie setzt ihr das um? Was ist zur Zeit euer Steckenpferd?

4. März 2017

gelebt. Der Februar 2017.



Oh, der Februar war gut. Nachdem mich die Motivation im Januar mit Ausnahme von wenigen Tagen so im Stich gelassen hatte, konnte ich im Februar einiges aufarbeiten und hatte gleichzeitig viele entspannte, besondere Stunden.


gelebt: 

Geburtstage. Wir feierten viele. In der Familie, in der Verwandtschaft, im Freundeskreis. Eines Morgens erzählte mir Anton, dass sein Häschen Geburtstag habe. Da veranstalteten wir kurzerhand eine kleine Geburtstagsfete mit den Kuscheltieren. Es gab sogar Luftschlangen, einen Kuchen, eine brennende Kerze und ein Geburtstagsständchen.

Wir feierten auch Fassenacht. Beziehungsweise kamen wir nicht drum herum, am Fassenachtssamstag vor die Haustüre zu treten und uns den Umzug anzusehen. Unverkleidet. Und Anton, dieser Quatschkopf, wollte partout kein anderer sein als er selbst. Nur mit Sonnenbrille. Auch gut. Oder besonders gut.

An den freien Vormittagen und an den Abenden habe ich Buchstabe für Buchstabe an meiner Hausarbeit geschrieben. Ganz bald ist Abgabe, ich arbeite schon am Feinschliff und ich bin sehr froh, wenn das auch (endlich) geschafft ist.

Eins meiner persönlichen Highlights im vergangenen Monat: Auto fahren. Nachdem ich aus vielerlei Gründen seit fünf Jahren nicht mehr Auto gefahren bin (der Hauptgrund: mein eigenes Auto vor fünf Jahren verkauft), musste ich letztens wieder Auto fahren. Mit Pauli auf der Rückbank. Es war aufregend und wunderschön. Ich hatte dieses eigentümliche Gefühl von Freiheit. Herrlich war das.

Ein anderes Highlight. Am Rosenmontag ist auf der einen Rheinseite Party angesagt und auf der anderen Seite herrscht gähnende Leere. Der Kindergarten hatte zu und so verbrachten wir einen schönen Tag zu dritt. Am Strand ließen wir uns vom starken Wind durchpusten, beobachteten die Möven und backten Sandkuchen. Am Strand fühlt es sich immer fast wie im Urlaub an.

Ach, diese Kinder. Zwei Brüder, die sich jetzt schon heiß und innig lieben. Die sich auch jetzt schon manchmal ärgern. Zwei Kinder, die mich unendlich stolz machen. Und immer mit dem Wissen, dass das ein Geschenk ist und nicht selbstverständlich. Momentan bin ich einfach nur verliebt.


gegessen: Kreppel mit Pflaumenmus. Paul hat zum ersten Mal etwas anderes als Milch gegessen. Mittlerweile sind in seinem Magen in seinem Gesicht noch Karotte, Süßkartoffel, Avocado, Pastinake, Trauben, Gurken, Paprike und Brot gelandet oder er hat den Geschmack wahrgenommen. Auch wenn vieles beim zweiten Kind nicht mehr so nervenaufreibend ist (welch ein Glück!), machen die vielen ersten Male immer noch sehr Spaß.

gebacken: Herzhaft gefüllte, überbackene PfannkuchenWeiße Schokoladencrème (fail), Schokoladencookies, Bananenbrot (Mit Schokostückchen. Und dann mit einer Schicht Erdnussbutter bestreichen. Der Knaller.)

getrunken: Ingwer-Zitronentee, um eine drohende Erkältung abzuwehren, vier Tage Kaffeepause

geklickt: folgen in einem gesonderten Blogpost

gelesen: Der Teufel von Mailand von Martin Suter, Poetik des Raumes von Gaston Bachelard, meine Hausarbeit

gesehen: Gone Girl

gemacht: Ein halbes Jahr nach Pauls Geburt habe ich endlich begonnen, die Fotos und Texte in ein Schwangerschaftsalbum einzukleben.





ausgestellt: 
Anfang des Monats besuchte ich den Rundgang der Kunsthochschule Mainz, bei dem die Studierenden aktuelle Arbeiten zeigen. Ich komme seit Jahren immer wieder hierhin und kann dadurch beobachten, wie sich die Studenten nach und nach entwickeln. Fünf Arbeiten gefielen mir besonders gut.

Paul und ich schafften es im vergangenen Monat auch zur Kunstpause für Mamas und Papas im Städel in Frankfurt. Diese Veranstaltung wird vom Städelverein organisiert und findet zwei Mal im Monat statt (ein Mal vormittags und ein Mal nachmittags). Das Thema der Gruppenführung waren die Avantgarde-Künstler (genau mein Thema!). Es hat Spaß gemacht, mit so vielen kunstinteressierten Eltern und Babys durch die Räume zu laufen. Gleichzeitig habe ich aber gemerkt, dass ich durch mein Studium bereits viel Grundwissen über diese Phase erlangt habe und nur wenig Neues für mich dabei war. In Zukunft werde ich darauf achten, dass ich nur bei Führungen teilnehme, bei dessen Themen ich mich noch nicht so gut auskenne.

Im Anschluss bin ich noch in die aktuelle Ausstellung Geschlechterkampf gegangen. Es gab sehr viele Kunstwerke, die ich noch nicht kannte und die mich sehr beeindruckten. Aber die Ausstellung insgesamt gefiel mir nicht sehr gut. Der Ausstellungstitel sehr reißerisch, die Präsentation sehr konservativ.

Der Badische Kunstverein in Karlsruhe ist der älteste Kunstverein Deutschlands und hat eine schöne Fassade, die beim Vorbeigehen beinahe untergeht. Dass sich in der Waldstraße 3, nachdem man die vielen Treppenstufen erklommen hat, so tolle Räume befinden, hatte ich nicht erwartet. Und wir hatten Glück, freitags ab 14 Uhr kommt man kostenlos rein. Die oberen Räume wurden mit Arbeiten des Künstlers Josef Dabernig bespielt. In seinen Arbeiten exerziert er Prozesse durch, schreibt Listen, filmt in ruhigen Aufnahmen Details und fotografiert Fußballstadien rund um den Globus. Beeindruckt hat mich die Ausstellung, die in den unteren Räumen im Lichthof zu finden ist: Zofia Kulik. Instead of Culture (1968–71). Hier wurde in einem Raum eine Diaarbeit gezeigt, im größeren Raum waren Bilderstrecken, die den Körper als eine Skulptur zeigt.




gereist: Ich war einige Male in Frankfurt und jedes Mal (!) geht mein Herz auf. Es gibt so viele Ecken in dieser Großstadt, die spannend und besonders sind. Das Highlight war ein Marktbesuch in der Kaiserstraße, in der ich ein unglaublich gutes libanesisches Brot gegessen habe.

Ein großes Highlight, das mich schon Wochen zuvor ganz glücklich gemacht hat, war eine Fahrt nach Karlsruhe. Anton machte Urlaub bei Oma und Opa. Paul und ich kamen früh in der Stadt an und besuchten direkt das wunderschöne Schloss mit einem Kaffee auf der Hand. Dann schlenderten wir durch die Straßen, bis wir unsere Freundin zum Frühstück trafen. Wir statteten wieder der Pâtisserie Ludwig in der Südlichen Waldstraße einen langen Besuch ab. Die Croissants! Der Cappuccino! Die Macarons! Es schmeckt einfach alles gut. Auch die Kakaohaselnüsse in der Auslage sind der Knaller. Dann ein weiterer Bummel durch die Straßen und ein Mittagessen. Die Seele baumeln und sich von den Eindrücken berieseln lassen. Kunst sehen. Dann das Wiedersehen mit dem Freund im Hotel und eine Firmenfeier mit einem Schluck Sekt. Am nächsten Tag schien die Sonne und wir liefen noch einmal durch die Innenstadt. Ach, das tat so gut. Noch einmal Macarons und Croissants und ziemlich viel Liebe.



gekauft: Ein Spontankauf – ein neuer Lippenstift von Astor in einem kräftigen Pink. Eine Großbestellung bescherte mir einen weiten schwarzen Rock, endlich eine helle Jeans und eine Bluse à la Balzac.

gefragt: Wie kann ein Baby nur so entspannt sein? Wann platzt ein Herz vor Liebe? Wann ist diese Hausarbeit endlich fertig geschrieben? Wo ist die Schokolade? Und der nächste Kaffee?

geärgert: Oh fragt nicht. Da gibt es so einen Backenzahn, der mich schon lange ärgert. Nun musste das Messer ran. Eine dicke Backe als Resultat. Der Zahn steht noch. Kurzurlaub für Anton, Paul und mich bei Oma und Opa. [Erholungsurlaub. Mit Hühnersuppe, Kühlakkus und Kinderbetreuung.]

gefreut: Aufgrund der Zahn-OP und eines Cocktails vom Anästhesisten durfte ich 24 Stunden lang nicht stillen. Das erfuhr ich einen Tag zuvor. Ich hatte keine Milchpumpe dabei und musste kurzfristig Prémilch organisieren. Da mir das Stillen sehr wichtig ist und Paul ein richtiges Stillkind ist (bei Anton war es komplett anders), hatte ich Sorge, dass Paul unzufrieden mit der Prémilch sein würde, dass ich einen Milchstau bekäme und das Stillen in der Folge nicht klappen würde. Glücklicherweise darf ich ohne Probleme weiterstillen und wir haben diese vierundzwanzigstündige Pause wirklich gut überstanden. So ein Glück!

geliebt: Meine Buben. Ich bin zwei Mal mit ihnen zu meinen Eltern mit dem Zug gefahren. Beide Male hatte ich die liebsten Kinder. Anton gibt mir seine Hand am Bahngleis. Sein Gesicht, wenn er ein Traubenzucker in seinem Rucksack entdeckt. Und Paul, der Anton "babababab" nachspricht.

gewünscht: Einen Weekender. Unser Minitrip nach Karlsruhe zeigte mir, dass ich keine passende Tasche für solche Reisen besitze. In Karlsruhe habe ich im Geschäft Roter Punkt die Kommode gefunden. Ich würde sie mir etwas anders zusammenstellen und fange nun schon an, mein Sparschweinchen zu füttern.


So, den März haben wir ja schon begrüßt. Ich wünsche euch viele schöne Frühlingstage.