den Augenblick erkennen, den Moment erleben

1. Februar 2017

gelebt. Der Januar 2017.


Der Januar war durchwachsen. Es gab viele herzerwärmende Momente und einige harte Tage, an denen ich mich durchkämpfen musste. Wie das Leben manchmal ist.


gelebt: Ich mag den Winter. Das kann ich selbst kaum glauben, aber mir gefällt der Winter in diesem Jahr ziemlich gut. Meistens ist es klirrend kalt, aber die Sonne scheint und es gibt einen blauen Himmel. Selbst die zwei, drei Schneetage waren völlig in Ordnung. Ich freue mich natürlich trotzdem darauf, dass es im Frühjahr wärmer wird, kann dem Winter aber mittlerweile etwas abgewinnen.

Das neue Jahr begann mit einem köstlichen Frühstück zu Hause. Ein leckerer Kaffee, eine frische Grapefruit, Cornflakes und Müsli, selbstgepresster Orangensaft, warme Brötchen. Ich werde lange an dieses Frühstück zurückdenken. Ein guter Start in das Jahr.

In der ersten Woche genossen wir noch den Urlaub meines Freundes. Und Schlaf! Ein großes Thema im Januar. An manchen freien Tagen ließen uns die Jungs lange schlafen, in so mancher Nacht musste ich jede Stunde meinen kleinen Buben beruhigen. Seit Wochen sind mindestens zwei Familienmitglieder gleichzeitig krank und den Mini hat es leider auch erwischt. Gesundheitlich darf es also endlich wieder bergauf gehen.

Der Vormittag meines Geburtstages war ziemlich perfekt. Kuchen, Geburtstagskerzen, wunderschöne Geschenke, frühstücken gehen mit der Familie, wenig Stress und ein langsamer Sonntag. Am Nachmittag fuhren wir in den Luisenpark nach Mannheim und verbrachten die Zeit im Indoor-Spielplatz im Pflanzenschauhaus. Glückliches Kind, glückliche Mutti. Am eigenen Geburtstag besonders wichtig.

Ich hatte viel Besuch und habe Freundinnen wieder gesehen, die lange im Ausland waren oder sowieso weit weg wohnen.

Antons und meine Lieblingsbeschäftigung war es, nach Eichhörnchen Ausschau zu halten. Jeder Tag, an dem ich ein Eichhörnchen sehe, ist ein guter Tag. Ein Credo, das sich nicht immer bewahrheitet. In unserem sehr großen Garten mit den sehr großen Bäumen leben mindestens vier Eichhörnchen und es ist eine so große Freude, sie spielen und klettern zu sehen. Anton und ich bereiteten Futter vor und verteilten es an geeigneten Stellen. Nach zwei Tagen war schon alles weg. Sie sind im Zeitraum zwischen 9 und 10 Uhr vormittags besonders aktiv und eines der drei Eichhörnchen ist dunkelbraun. Ich habe mir noch etwas Eichhörnchen-Fachwissen draufgeschafft, aber ich glaube, das ist dann doch zu speziell...


gebacken: Joghurtwaffeln. Eine Enttäuschung waren diese Croissants. Im Normalfall gelingen mir meine Backwaren ganz gut und ich halte mich auch immer an die Anleitung. Aber diese Croissants waren zu schwer und haben viel länger im Backofen gebraucht als beschrieben. Großmutters Sonntagskuchen ganz klassisch aus einem Rezeptbuch, Schokoladenmousse-Cheesecake mit Kirschen (lecker, ein Stück reicht aber vollkommen, sehr mächtig), Pizza.

getrunken: Zu viel Kaffee. Über zwei Tassen ist einfach zu viel, wenn man stillt. Andererseits muss der fehlende Schlaf auch irgendwie kompensiert werden. ("Es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase.")

ausgegangen: Gutleut, Wilma Wunder, Kaffeekommune


geklickt: Annette schreibt über ihre Jahresziele und bei mir macht es klick. Wenn man sich jeden Monat nur ein Zimmer vornimmt, in dem man Großputz macht und auch einmal richtig ausmistet, ist das Arbeitspensum im machbaren Rahmen und die Motivation viel größer. Im Januar war das Bad dran und ich habe mir die Arbeit eingeteilt. Danke für die Inspiration!

Diesen Link schickte mir eine Freundin zu. Felicitas von Lovenberg, bis vor kurzem noch Literaturchefin bei der FAZ, verlässt nach 18 Jahren Frankfurt und zieht nach München. Sie beschreibt die Menschen, die Kulturszene und das Lebensgefühl (so, wie ich es erlebt habe) sehr treffend.

"Zu dieser unaufgeregt und unaufgesetzt kosmopolitischen Mischung, die in Deutschland wohl einzigartig ist, passt, dass man sich in Frankfurt keinem Diktat unterwirft. Hier sagt man, was man denkt, zieht an, was einem gefällt, und freut sich, wenn man von kürzeren oder längeren Reisen an den Main zurückkehrt."

Der Künstler Matt Lipps stellt in der Galerie Klemm's in Berlin eine neue Werkreihe unter dem Ausstellungstitel AnObjectAnImage aus. Ich mag seine fotografierten Collagen, die auf Stillleben und mise-en-scène anspielen.

Nicole Neuberger kenne ich noch von den ganz frühen Bloggerzeiten. Mittlerweile arbeitet sie nicht mehr am Modeblog, sondern ist Schriftstellerin vom Liebesromanen. Dazu gibt es einen Blog mit Texten, die von der Liebe handeln. Aus Leidenschaft zur Liebe hat mich berührt.

"Und vielleicht ist genau das der Clou, der Hinweis darauf, ob wir den richtigen Menschen gefunden haben, denjenigen mit dem wir die Welt erobern und ein Zuhause schaffen können. Den Menschen, dem ich vor allen anderen erzählen will, was mir an diesem Tag passiert ist, von dem ich hören will, was er denkt und mit dem ich fühlen will und lachen. Wenn aus Leidenschaft Liebe wird und aus sprühenden Funken ein verlässliches Glühen."

Die Femtastic Ladies sprechen mit der Designerin Cecilie Manz darüber, was gutes Design ausmacht. Und ich werde nicht nur daran erinnert, dass ich wieder rotes Maskingtape kaufen möchte, sondern bekomme auch Input, wie ich so manche Denkprozesse besser anstoßen kann.

"Wo fängst du an, wenn du einen neuen Auftrag bekommst? Wie beginnt der Designprozess?
Normalerweise bekomme ich ein briefing. Ich lese mir alles durch - manchmal zehn Seiten. Dann lege ich es zur Seite und schreibe in meinen eigenen Worten auf, was der Kunde möchte. Zum Beispiel: Sie möchten einen Tisch aus Holz, ... Ich versuche, die Essenz des Briefings herauszufiltern. Das wird dann mein Ausgangspunkt für meine Arbeit, das Fundament. Darauf komme ich im Laufe des Designprozesses immer wieder zurück: Was war der ursprüngliche Wunsch? Ich hebe deshalb auch die ursprünglichen Skizzen immer auf. Es ist wichtig, einen roten Faden zu haben. Der Kunde wird dir dutzende Fragen stellen und so verlierst du die Grundidee nicht aus den Augen."


gelesen: Oh, mich macht es ja richtig glücklich, dass ich wieder regelmäßig lese und ich verliere mich sehr gerne in den Texten. Verbrechen von Ferdinand von Schirach / Das Leben ist gut von Alex CapusMeine geniale Freundin von Elena Ferrante sowie den zweiten Band Die Geschichte eines neuen Namens angefangen.

gesehen: Wir waren im Kindertheater und haben uns "Rabe Socke" angesehen.

ausgestellt: Endlich wieder Kunst, denn #museumstagesindgutetage. Die Ausstellung Giacometti-Nauman in der Schirn Kunsthalle Frankfurt gefiel mir weniger wegen des Konzepts als vielmehr aufgrund der tollen einzelnen Arbeiten. Im Museum Wiesbaden war ich mit Freundin plus Kind, die ich schon sehr lange nicht mehr gesehen hatte und die sich auch für Kunst interessiert. Einmal zeitgenössisch Jonas Weichsel und barock Caravaggios Erben. Barock in Neapel. Jonas Weichsel gefiel mir richtig gut und über die große Ausstellung muss ich noch nachdenken. Es sind aber beeindruckende Kunstwerke dabei und ich bin völlig fasziniert von den Farben. Wir besuchten die Vernissage im NKV Konvergenz (Bergbau), eine Annäherung von Hängendem und Liegendem / Klasse Andrea Büttner und trafen auf viele bekannte Gesichter und Freunde.

gereist: Ein kurzer Museums- und Einkaufsbesuch in Frankfurt, Wiesbaden, Familienbesuch in Heilbronn und Geburtstagsnachmittag in Mannheim

gedacht: Ich habe viel über meine Hausarbeit nachgedacht, an der ich fast täglich arbeite. Weil sich bei der Recherche so viele neue, interessantere Themen aufgetan haben, musste ich meine Gliederung immer wieder neu überdenken und anpassen. Das kostete Nerven! Und so gut mir mein Thema gefällt, bin ich froh, wenn die Seiten abgegeben sind. Mit Baby am Vormittag zum Schreiben zu kommen ist nicht so einfach. (Und am Abend fehlt die Konzentration dank fehlendem Schlaf.)


geärgert: Ein Monat, in dem ich mich leider viel ärgerte. Über erneute Zahnschmerzen und dem Gesundheitszustand unserer Familie. Über einen ungerechtfertigten Vorwurf. Über ein Paket, das seit Oktober unterwegs ist und schon zum dritten Mal nach Frankreich geschickt werden muss. Über Tage, an denen man einfach zu nichts kommt und selbst das Stück Schokolade und der Kaffee nicht die Laune heben können.

gefreut: Über die lieben Menschen, die an meinem Geburtstag (oder später) an mich gedacht haben und über die tollen Geschenke, die ich bekommen habe. Ich war überwältigt von so viel Gutem.

geliebt: So stressig der Morgen auch oft ist, sobald ich mit den beiden Kindern startklar vor der Haustür stehe und meistens den unglaublich schönen Himmel sehe oder wir beobachten können, wie die Sonne allmählich höher steigt, wenn Paul, so entspannt wie er ist, im Kinderwagen wieder einschläft und Anton mir jede Automarke nennt, an der wir vorbeikommen und einfach nicht mehr aufhören will zu reden, dann habe ich ein großes Glücksgefühl.

gewünscht: Es überrascht ja nicht, wenn ich schreibe, dass ich gerne verreisen möchte. In manchen Phasen ist das Verlangen geringer, manchmal, so wie im Januar, sehr groß. Ich habe akute Paris-Sehnsucht. Unsere Reiseplanung für dieses Jahr steht bereits grob fest und deshalb kann ich mich noch gedulden.


Ich hoffe auf einen gesunden, schönen Februar. Es stehen mehrere Geburtstage, ein Ausflug, mindestens zwei Ausstellungsbesuche und das Fertigstellen der Hausarbeit an. Ich bin sehr gespannt und wünsche euch tolle Erlebnisse im neuen Monat!

















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