den Augenblick erkennen, den Moment erleben

24. Januar 2017

Über Ziele und Pläne und die Möglichkeiten, diese umzusetzen


Es gibt Phasen, da habe ich so viele Pläne und Aufgaben. Ich mache Listen und strukturiere mir den Alltag. Ich habe meine Vormittagsziele, Tagesaufgaben und Wochenpläne.

Natürlich denke ich an die möglichen Pausenzeiten. Denn eins habe ich gelernt, seitdem ich Kinder habe. Ich brauche Zeit für mich, ich brauche Erholung und es kann immer irgendetwas in der Planung schief gehen. Weil der Alltag so systematisiert ist, gelingt mir auch Einiges. Zur Zeit schreibe ich zum Beispiel jeden Tag an der Hausarbeit, ich erledige die anfallenden Aufgaben, gehe ins Museum, spiele jeden Tag Klavier, lese abends, finde oft Zeit zum Backen und nehme mir natürlich Zeit für die Jungs. Die Tage sind stark ausgefüllt, aber ich erreiche in der Regel dadurch viel. 

Nun gibt es aber Faktoren, die die Zeitplanung rahmen und erheblich beeinflussen. Dass Paul zum Beispiel rund um die Uhr bei mir ist und Anton bis 14:30 Uhr betreut wird. Dass die Jungs gegen 20:30 Uhr schlafen und meine Konzentrationsfähigkeit ab 22:00 Uhr deutlich abfällt. Dass ich ungefähr acht Stunden schlafen sollte, damit ich am nächsten Tag ausgeglichen bin. Und überhaupt, dass der Tag NUR 24 Stunden hat. 

Ja, momentan wünsche ich mir wohl nichts mehr, als fünf Stunden mehr am Tag zu haben. Aber bitte fünf Stunden ohne Ablenkung. (An dieser Stelle muss ich wohl sagen, dass ich es momentan so sehr genieße wie noch nie, den Alltag mit meinen Buben bestreiten zu können. Ich bin richtig gerne Mama und beschäftige mich gern mit den Jungs. Pauls Schlafzeiten sind jedoch nicht lang, ich habe für die Hausarbeit eine Abgabefrist und dadurch gibt es nur wenige Freiräume für "meine eigenen Projekte".) Fünf Stunden, in denen ich all meine Ideen umsetzen kann, die mir zur Zeit durch den Kopf schwirren. 

Denn Kreativität braucht seine Zeit. Freiräume, in denen der Kopf nicht funktionieren muss. In denen man ausprobiert und schafft.

Ein weiteres Problem ist ja auch, dass die Liste, mit den Dingen, die man tun will, nicht kürzer wird mit der Zeit. Es fällt Neues an, sobald man sich aus seiner Blase herausbewegt. Das geschieht bei mir meistens durch einen Ortswechsel, durch Gespräche mit Freunden oder in einer Ausstellung. Und so türmen sich die Ideen und Aufgaben, man muss Prioritäten setzen, um die wenige verbliebene freie Zeit so sinnvoll wie möglich zu nutzen. 

Ich könnte mir ja sagen, dass dieser volle Terminkalender nur von kurzer Dauer ist, spätestens wenn die Hausarbeit abgegeben ist, habe ich mehr Freizeit. Oder allerspätestens mit der Eingewöhnung von Paul im Sommer werde ich wieder mehr Zeit "für mich" haben. Aber JETZT brennt es mir unter den Nägeln. Jetzt möchte ich meine Vorhaben umsetzen.

Sagt, geht es nur mir so oder steckt ihr auch inmitten so vieler Aufgaben, dass ihr viel weniger schaffen könnt als euch lieb ist? Und welche Mittel nutzt ihr außer Listen und Priorisieren, um über all dem Herr zu werden?


1 Kommentar:

  1. Mir geht es absolut genauso wie dir, auch ohne Kinder! Am meisten habe ich beim vorletzten Absatz gegrinst - klar kann man sich sagen, dass es nur von kurzer Dauer ist, aber erfahrungsgemäß ist es ja immer so, dass dann, wenn ein To Do abgearbeitet ist, schon das nächste wartet :( ;) Hach, ich verstehe so gut was du meinst. Aber eins kann ich auch sagen: Ich bewundere sehr, wie viel du überhaupt neben zwei Kindern gewuppt bekommst!

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