den Augenblick erkennen, den Moment erleben

25. September 2017

Paris. Eine Linkliste.


Bei jeder Paris-Reise mache ich mich vorher auf die Suche nach Tipps im Netz. Dass man Vieles erst beim Herumschlendern durch die Viertel entdeckt, ist einleuchtend, aber ich habe dann doch gerne einige Adressen im Notizbuch, damit ich für alle Situationen gewappnet bin. Wie oft habe ich mich schon in den Straßen verirrt, vor Hunger beinahe sterbend, und kein gutes Café oder Bistro war in Sicht. Und ganz ehrlich, mir macht es auch einfach riesig Spaß, mich mit der Stadt zu beschäftigen. 

Im Netz gibt es natürlich zahlreiche Tipps für die schönsten und besten Orte in Paris. Damit ihr euch nicht nächtelang durch die Weiten der Webseiten klicken müsst, habe ich euch meine Favoriten zusammengestellt. Viel Spaß beim Träumen und Notieren.

"Paris ist wie eine Achterbahnfahrt. Kribbeln, Adrenalin, Glücksgefühle… und irgendwann will man trotzdem aussteigen und wieder nach Hause. "

Im August habe ich in der Rubrik Von morgens bis Mitternacht bei den Jane Waynes die Ausgabe zur französischen Hauptstadt gefunden. Von morgens bis Mitternacht: 24h durch Paris mit Jessica Joyce Sidon. Die Französin und Mutter, lebt in Berlin und erzählt, wie sie einen Tag in der Metropole verbringen würde. Neben den witzigen Animationen und Collagen (so typisch Jane Wayne) merke ich mir hier vor allem diesen Tipp von Jessica: 

„Lunch im Hotel du Nord. Klassische Pariser Bistro Atmosphäre mit originaler Bar aus den 1930ern. Zum Mittag bestellt man hier die Formule (Vorspeise + Hauptspeise + Dessert) und lässt es sich richtig gut gehen. Bei gutem Wetter stehen Tische draußen und man sitzt direkt neben dem Canal St. Martin.“ 

Die Journelles-Mädels waren im letzten Monat gemeinsam in Paris und verbrachten dann anschließend jeweils getrennt voneinander ein paar Tage in der Stadt. Deshalb gibt es gleich drei Mal so viele Restaurant-Empfehlungen auf einen Schlag. Neben sehr vielen bekannten Adressen sind für mich vor allem Marlenes Empfehlungen interessant.

Fräulein Anker geht auf Reisen und war 2016 auch für ein paar Tage in Paris. Sie stellt vor allem Cafés im 3. (hier), 10. (hier) und 11. Arrondissement (hier) vor. In diesen Arrondissements werden wir uns auch bewegen und sicher das ein oder andere Café ansteuern.

Laura stellt auf ihrem Blog 10 Things To Do immer zehn Dinge vor, die man in den Städten erleben kann und erzählt, welche Orte besucht werden müssen. Auch für Paris hat sie zehn typische To Do’s zusammengestellt. Was auf jeden Fall gemacht wird: Drink Oldschool in Chez Jeannette.

Ein Klassiker in meiner Recherche - ich greife jedes Mal darauf zurück - ist der Guide von 12hrs. Anna und Søren finden die perfekte Mischung aus Anekdoten, Wissenswertem und echten Top-Adressen. Man merkt einfach, dass sie schon viel Zeit in der Metropole verbracht haben. 

Jessie Bush zeigt, wie sie ein typisches Wochenende in Paris verbringt. Der Ausblick von der Bar (plus Restaurant ein Stockwerk tiefer) des Le Perchoir ist atemberaubend und ich habe direkt einen Tisch reserviert. Sie hat auch drei weitere Posts über Paris: The Paris Guide / The PFW Survival Guide / Uncommon Paris.

Alle lieben Okka. :) Und sie liebt Paris. Da sie schon häufig dort war (Haustausch!) und einige Adressen bereits kennt, kann sie seelenruhig durch die Stadt laufen und Neues entdecken. Von diesen Entdeckungen erzählt sie hier und hat für alle auch eine Playlist parat.

Jules von Herz und Blut macht Fotos, die mich immer sehr ansprechen und berühren. Als sie letztes Jahr für einen Citytrip nach Paris fuhr, stellte sie ihre liebsten Adressen zusammen. Jetzt möchte ich so gerne auch un petit verre blanc im Le Richer trinken.

Lindsey von Lost in Cheeseland ist eine Amerikanerin, die schon lange in Paris lebt. Die Vielfalt auf ihrem Blog erschlägt mich ein wenig, aber eine Funktion benutze ich dann doch sehr gerne: man kann ihre Empfehlungen praktischerweise nach IP Code suchen. Einen analogen City Guide hat sie vor wenigen Monaten auch herausgebracht.

Die Webseite Smart Travelling kenne ich for allem durch den analogen Reiseführer Ein perfektes Wochenende in … Paris, den ich vor einiger Zeit vorgestellt habe. Es gibt hier eine große Vielzahl an Adressen (auch zum Shoppen, Hotels usw.) und Vieles ist hochpreisig, so dass ich mich ein wenig länger mit den Empfehlungen auseinandersetzen musste.

Third Wave Coffee und Paris - das gehört definitiv zusammen. Wenn man nur ausgezeichneten (Filter-)Kaffee trinken möchte und sich nicht mit ziemlich guten Cappuccinos zufrieden gibt, dann ist die Webseite des European Coffee Trip ein Muss. Viele Adressen von unglaublich guten Cafés finden sich hier. 

Und zu guter Letzt gibt es noch die Links zu älteren Link-Zusammenstellungen von Paris City Guides und Empfehlungen. 

Habt ihr noch gute Adressen und Empfehlungen?! Dann immer her damit!

18. September 2017

Ein Date-Wochenende in Paris.


P A R I S, P A R I S, wir kommen bald! Eines meiner größten Wünsche für dieses Jahr geht in Erfüllung: mein Freund und ich, nur wir beide, ein Wochenende in Paris. 

[Dabei darf ich jetzt gar nicht daran denken, dass Paul inmitten einer starken Mama-Phase steckt. Anton passt ja auf ihn auf. Wenn die beiden Urlaub bei Oma und Opa machen.] 

Stellt euch vor, ihr müsst bei der Suche nach einer Unterkunft nicht darauf achten, ob dort ein Babybett steht oder nicht, ob es genügend Zimmer gibt, ob man an der dort gelegenen Métrohaltestelle mit dem Kinderwagen runterkommt oder ob es einen Fahrstuhl gibt.

Und überlegt euch mal, wie entspannt es ist, wenn man vor dem Frühstück nicht schon ein Mal einen Wutanfall beschwichtigen musste, die herumfliegenden Duplos in eine Kiste steckte und man nach nicht einmal fünf Minuten aus dem Bad wieder kommt.

Oder das: Durch die Stadt schlendern, nicht eine halbe Stunde auf der Stelle stehend klitzekleine Steinchen sammeln, dem großen Sohn noch viel länger erklären müssen, warum er kein zweites Eis bekommt und warum es hier keine Brezeln gibt. 

Morgens ausschlafen, in Ruhe frühstücken, sich nicht nur Crème ins Gesicht schmieren, sondern Zeit für das ganze Programm zu haben, dann einfach laufen, wohin es uns treibt, viel Kaffee trinken, dort sitzen bleiben, wo man möchte und Menschen beobachten, eine Ausstellung besuchen und nicht nach einer Stunde wieder gehen müssen und spätestens abends draußen Wein trinken.

Und das in P A R I S.

[Ich weiß es jetzt schon, ich werde meine Buben vermissen. Ganz schrecklich vermissen, wahrscheinlich. Wir werden uns Anekdoten über sie erzählen und Fotos auf dem Handy anschauen. Bei jedem kleinsten Steinchen werde ich wohl an sie denken. Aber sie werden es gut bei ihren Großeltern haben, sie werden Urlaub machen. Anton fragt seit Wochen danach. Und so viel ich an sie denken werde, so sehr freue ich mich darüber, dass wir beide ein Date-Wochenende haben werden.]

Dieses Sich-treiben-lassen und das Bleiben-Können, wo immer man möchte. Nur zu zweit.

seulement lui et moi et paris



15. September 2017

geklickt. Im August 2017.


Auch im August gab es viele spannende Artikel und Interviews, die ich mit euch teilen möchte. Ich lasse dann mal die anderen sprechen, so lange ich es nicht kann.

P A R I S

Für uns geht es bald für ein Wochenende nach Paris. Ich springe zur Zeit also verstärkter als sonst auf jegliche Artikel an, die auch nur ansatzweise etwas mit Paris zu tun haben. Dafür werde ich euch auch bald eine lange Liste mit Artikeln zusammenstellen, damit ihr meine Favoriten gleich auf einen Schlag durchforsten könnt. Im August habe ich in der Rubrik Von morgens bis Mitternacht bei den Jane Waynes die Ausgabe zur französischen Hauptstadt gefunden. Von morgens bis Mitternacht: 24h durch Paris mit Jessica Joyce Sidon. Sie selbst ist Französin, Mutter, lebt in Berlin und erzählt, wie sie einen Tag in der Metropole verbringen würde. Ich habe mir gleich zwei neue Adressen notiert.

Die meisten der Newsletter, die im Laufe der Zeit bei mir eintrudelten, habe ich wieder abbestellt. Irgendwann interessierte es mich einfach nicht mehr und es nervte mich, immer auf Löschen zu klicken. Der Newsletter von French Words musste aber bleiben. Es gibt kurze Geschichten rund um Paris, ein besonderer Ort wird vorgestellt, es wird auf Restaurants oder Events verwiesen und das auf Französisch und Englisch. Nicht zu viel, aber gerade so, dass es einen teast. 

Es gibt ja unzählige Städteführer über Paris und viele Adressen wiederholen sich. (Sind aber deshalb nicht unbedingt besonders gut oder schlecht.) Auf dem Markt gibt es nun einen neuen Guide, der dazu einlädt, 100 unbekannte Adressen zu entdecken. Don't be a tourist in Paris ist die Aufforderung. Mich spricht es rein optisch sehr an, wobei mich 100 Adressen wohl erschlagen würden. Auf der Webseite des Verlags gibt es außerdem ein nettes Video mit vielen Parisbildern, um das Buch vorzustellen. 

FOTO / MODE / GESELLSCHAFT

Ich kenne kaum einen anderen Fotografen als denjenigen, der hinter U.S.N.B.P. steckt (seinen Namen konnte ich nicht herausfinden), der so besondere Bilder aus dem Alltag zeigt. Unter looking for rain finden sich die Fotos aus einem Sommerurlaub wieder und diese Bilder erwecken die stärksten Urlaubsgefühle überhaupt in mir. Es mag an der Masse der Bilder liegen, an der Mischung zwischen gestellten und spontanen Fotografien, aber mich bewegen sie sehr.

Weiß findet sich fast gar nicht in meinem Kleiderschrank. Mit zwei Kindern finde ich nur selten Gelegenheit, meine wunderschöne weiße Seidenbluse zu tragen. Aber wenn ich ehrlich bin, liegt es nicht (nur) an den Kindern, sondern daran, dass ich mich schon Zeit meines Lebens nicht in weiß wohlfühle. Ich habe bis dato auch kein klassisches weißes T-Shirt, das ja in jedem Schrank hängen muss (ha!). Aber gerade so ein T-Shirt ist vielleicht unkomplizierter als eine feine Bluse und es gibt mehr Möglichkeiten, es zu tragen. Hannah hat einige, sehr schöne weiße Shirts zusammengestellt, viele auch nachhaltig produziert. Das ist mir ein Ansporn, nochmal über dieses weiß et moi nachzudenken.

Dieser Style Modern femme gefällt mir. Es liegt garantiert an der schönen Frau, die Einfachheit und Umsetzbarkeit. Jetzt suche ich so einen tollen Blazer, aber bitte nicht zweireihig.

Kathrin schreibt in ihrem Text My problem of finding a niche etwas, das ich sehr gut nachvollziehen kann. Wenn ein Blog potenziell Erfolg haben soll, dann macht es Sinn, eine Nische zu finden und nur über das eine Thema zu schreiben. Und wenn man bloggt, hinterfragt man immer das, was man veröffentlicht und auch, warum man dies macht. Kathrin kommt zu dem Schluss, dass sie so weitermacht wie bisher, in einer Mischung aus Persönlichem und Dingen, die sich beschäftigen. Ich finde es super, genau deshalb mag ich ihr Blog auch so.

Ach Instagram. Ich mag es immer noch, kann aber auch tagelang nicht reingehen. In meinem Bekanntenkreis gibt es immer mehr Frauen, die sich dagegen aussprechen, was ich nicht immer ganz nachvollziehen kann. Es gibt bei diesem Thema viele Gesprächs- und Diskussionsansätze, die ich heute hier gar nicht alle anschneiden möchte. Vielleicht kann aber der Artikel Alles für das perfekte Foto -warum das einfach nur noch absurd ist eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema anstoßen.

KUNST

Im August habe ich mir die Peace-Ausstellung in der Schirn in Frankfurt angesehen. Eine guten Artikel über die dort gezeigte Arbeit "Whose Water is it?" von Ulay findet ihr in der Monopol. 

Ebenfalls im Monopol Online Magazin findet sich ein Interview mit Susanne Gaensheimer, der ehemaligen Direktorin des Frankfurter MMK, die im September zur Kunstsammlung NRW in Düsseldorf wechselte. Sie spricht über die Documenta, über die Erweiterung des herkömmlichen "globalen Kunstbegriffs" und über die Nutzung der sozialen Medien durch Kultureinrichtungen. Für mich steckt sehr viel in ihren Antworten, was noch lange in mir nachhallt und arbeitet.

"Wir wollen im Museum nicht immer die gleiche Erfahrung machen. Wir wollen andere Formen der Kunsterfahrung. Vor allem jüngere Leute finden es spannend, wenn sie partizipativ an einer Ausstellung teilnehmen können und nicht nur vor einem Bild stehen und es ansehen. Wir müssen das Sehen ausweisen in eine mehrdimensionale Erfahrung von Kunst."

2. September 2017

gelebt. Im August 2017.


Ach, dieser August war doch mal ziemlich gut. An den meisten Tagen konnte ich von Herzen sagen, dass ich mein Leben wunderbar finde und dass es mir wirklich gut geht. Ich habe meistens sehr viel zu tun und leider merkt man das hier auf dem Blog sehr. Zu gerne würde ich regelmäßig schreiben und euch inspirieren - es gibt so viel Gutes auf der Welt, das Freude macht und zum Nachdenken anregt! Mir ist aber auch bewusst, dass es überhaupt keinen Sinn macht, Versprechungen zu machen. Ich freue mich sehr, dass ihr da seid und mitlest.



gelebt: Der August war an sich ein sehr ruhiger Monat. Die Nachmittage verbrachten wir auf den Spielplätzen und trafen uns dort häufig mit Freunden oder am ortseigenen Rheinstrand. Dort fühlt es sich immer - wirklich immer! - wie im Urlaub an. Man hat einen unglaublich schönen, ja den besten Blick auf Mainz, die Jungs spielen so gerne im Sand und man kann einfach die Seele baumeln lassen.

Anfangs, als Anton noch Ferien hatte, brachten wir Paul jeden Tag zur Eingewöhnung bei der Tagesmutter und spazierten dann an den Brombeerhecken vorbei zu den Enten, Gänsen und Schwänen am Rhein. Hier fanden wir Muscheln, Scherben und schöne Steine. Es tat gut, Zeit einfach mal nur mit Anton zu verbringen.

Paul hat sich indessen innerhalb weniger Tage eingewöhnt und ist sehr glücklich bei der Tagesmutter. Als die Kindergartenferien vorbei waren, hatte ich also die Möglichkeit, mich an einen Essay für die Uni zu setzen. Nach einer Woche Recherche und zwei Wochen Schreibarbeit, von denen Paul mindestens vier Tage nicht bei der Tagesmutter war, habe ich einen Tag vor der geplanten Abgabe den Text fertiggestellt. Ich bin so glücklich und dankbar darüber. Es hat wirklich sehr Spaß gemacht, sich mit Ibsen und seinem Stück Nora (Ein Puppenheim) zu beschäftigen. Und wie toll ist es denn bitte, wenn man sich im Studium mit dem umgeben und beschäftigen kann, das man gerne hat?!

Anton machte für ein Wochenende Urlaub bei Oma und Opa und wir hatten ein ganzes Wochenende nur für uns (drei). Filmdate mit indischem Essen, ein sehr ausgedehnter und entspannter Einkaufsbummel in Frankfurt, ein weiteres Filmdate mit Antipasti. Ach, es war ganz toll!

Und dann wurde ja noch der Mini ein Jahr alt. Meine Güte, die Zeit verfliegt noch schneller, seitdem Paul bei uns ist. Ein Hoch auf diesen wunderbaren kleingroßen Menschen, der mich einfach nur sehr, sehr glücklich macht.



getrunken: Der Mainzer Weinmarkt im Volkspark ist eine Institution und ich freue mich jedes Jahr auf Ende August/Anfang September, wenn an zwei Wochenenden wieder alle Weingüter der Umgebung ihre Stände aufbauen. Wir picknickten am ersten Sonntag im Volkspark bei einem Glas Wein, spielten Fußball mit den Kindern und ließen uns die Sonne auf die Köpfe scheinen.

In Frankfurt gibt es in der Innenstadt einen Kaffeeladen, der so beliebt ist, dass immer eine Menschenschlange bis raus auf die Straße davor steht. Bis dato hatte ich es nie geschafft, hier einen Kaffee zu trinken und an unseren Date-Wochenende nahmen wir uns die Zeit und holten dort einen Kaffee.

Und richtig guten Kaffee gibt es in der Kaffeekommune in Mainz. Im letzten Monat habe ich die Kaffeekommune besonders schätzen gelernt. Guter Kaffee macht einfach sehr glücklich! (Und das Bananenbrot ist auch sehr zu empfehlen. Nicht so süß und schön geröstet.)

Ich komme richtig gut mit meiner Sommer-Bucket-List voran. Bei einem Ausgehabend mit einer guten Freundin habe ich dann auch endlich mal einen Lillet Wild Berry getrunken. Lecker, sehr "Mädchen" und etwas süß.

gegessen: Ein sehr gutes Käsefrühstück im Lille Hus. Sehr zu empfehlen!

gebacken/gekocht: Mein persönliches Highlight und gleichzeitig ein Abhaken auf der Sommer Bucket List: Selbstgemachte Pasta mit selbstgemachtem Pesto. Geburtstagskuchen (drei Feiern, drei Kuchen), z. B. Schokokuchen mit JoghurtMuffins mit Schokostückchen (die könnte aber noch etwas saftiger sein), Rote Beete Salat mit Avocado, Kürbissuppe mit selbstgemachten Croûtons aus Brezelresten, Zitronenhühnchen mit Rosmarinkartoffeln, kleine Tartes mit dieser Füllung und vieles, vieles mehr. Ich bin zur Zeit oft in der Küche.


gelesen: Krieg im Spiegel von John le Carré, Nora (Ein Puppenheim) von Henrik Ibsen, Anna Karenina von Tolstoi (Ich bin noch nicht so weit gekommen, aber bisher schon sehr toll.) Ansonsten habe ich noch eine Menge Bücher in meiner Pipeline und auch für das nächste Semester müssen noch über 20 Bücher gelesen werden!

gesehen: Was hat uns bloß so ruiniert? Ein Film über das Elternsein, mit vielen sehr wahren Begebenheiten. Und dennoch meines Erachtens für Nicht-Eltern nicht empfehlenswert, weil er eine recht einseitige Sicht auf Familie zeigt (nämlich auf die Veränderung der einzelnen Erwachsenen), die in diesen Fällen nicht immer glücklich sind).

La La Land. Habt ihr den Film gesehen? Die Bilder sind wunderschön, die Schauspieler toll. Doch mich hat der Film einfach nicht gepackt. Vielleicht hatte ich zu viele Erwartungen. Aber die Lieder... Ich habe noch jetzt Ohrwürmer davon. Sie hängen so lange im Kopf nach und sind wunderschön.

Die große Zuckerlüge. Eine Doku auf arte, die die Frage beleuchtet, ob uns Zucker krank macht.

Krieg gegen den IS. Obwohl der IS ein zeitgenössisches Phänomen ist, wurde mir durch die Doku doch bewusst, wie wenig ich eigentlich über die Entstehung und die weltpolitischen Ereignisse und Bedingungen drum herum weiß.

ausgestellt: In Monaten, in denen ich viel für die Uni machen muss, sehe ich leider wenige Ausstellungen. Gemeinsam mit Paul waren wir an unserem Date-Wochenende in der Schirn in der Peace-Ausstellung



gereist: Pläne für den September gemacht

getragen: Ein einziges Mal einen Pappbecher gekauft.

gewünscht: Ein paar Tage mehr mit Sonne.

gelernt: Mit Humor lässt sich auch (fast) jeder eigenartige Tag überstehen.

gedacht: Ich habe mich im letzten Monat einige Male sehr überwunden und bin ein wenig über mich selbst hinausgewachsen. Obwohl ich Angst hatte. Ich streichel jeden Tag den Hund der Tagesmutter. Ich bin zum Zahnarzt gegangen und die Behandlung hat seit Jahren zum ersten Mal nicht wehgetan (Schwangerschaftsnachwirkungen). Wespen schwirren um mich herum und ich renne nicht panisch weg (Allergie). Ein Schwan läuft auf unserem Strandabschnitt entlang und ich kann Anton sagen: "Er macht dir nichts" und glaube es tatsächlich auch. Auch wenn es für den ein oder anderen vielleicht wie Lapalien scheinen mag, so schränken mich manche Ängste im Alltag ein. Ich bin deshalb einfach nur froh, dass ich mich getraut habe.

Mit einigen Frauen aus meinem Geburtsvorbereitungskurs in der Schwangerschaft mit Paul treffe ich immer noch regelmäßig, manchmal auch mit den großen Kindern zusammen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie tolerant und offen diese Frauen sind. Im ersten Jahr mit Anton hatte ich häufig das Gefühl, mich für Entscheidungen und Verhaltensweisen rechtfertigen zu müssen. Natürlich sehe ich das mittlerweile auch anders. Aber dieser Kreis an Frauen ist so entspannt und man kann sich sehr offen austauschen. 

Irgendwie scheine ich Gespräche an der Bushaltestelle anzuziehen und im Laufe der letzten Jahre habe ich viele Leute an den Bushaltestellen unseres Ortes bzw. unserer alltäglichen Wege kennengelernt. Mich hat eine Frau sehr beeindruckt, wie gelassen sie ihre Umstände nahm: Sie hat drei Mädchen bis drei Jahre. Schon nach nur zehn Tagen nach einem Kaiserschnitt bringt sie die große Tochter jeden Tag in den Kindergarten. Das ist natürlich verrückt. Sie soll sich ja am liebsten ausruhen. Aber die Umstände waren nun wohl einfach so, sie konnte nichts daran ändern und sie hat kein bisschen darüber geschimpft.

gefreut: Die Tickets für Paris sind endlich gebucht und das Datum steht fest.

geliebt: Eines der schönsten Momente im vergangenen Monat war eine Fahrradfahrt. Ich bin schon sehr, sehr lange kein Fahrrad mehr gefahren, weil meine Fahrräder geklaut wurden. In Mainz gibt es aber Leihräder und ich habe endlich mal wieder die Chance ergriffen, als ich ganz ohne Kinder unterwegs war, und habe mich aufs Rad geschwungen. Was für eine Freiheit! Der Wind in den Haaren, der Geruch des Rheins, unbekannte Straßen entlangfahren. Das waren fünfzehn Minuten reines Glück.


Und wisst ihr was?! In ein paar Tagen geht es für uns in den Familienurlaub nach Kreta. Ich freue mich schon so riesig drauf und habe meine Jungs mit der Vorfreude angesteckt. Habt es gut!


11. August 2017

geklickt. Im Juli 2017.


Auch im Juli gab es wieder viel Lesenswertes, das ich gerne mit euch teilen möchte. 


INTERVIEWS

Bei den femtastics-Mädels gibt es immer wieder sehr inspirierende Interviews. Sue Giers, die Inhaberin des Geschäfts Linette in Hamburg, war eine der Frauen, die im Juli interviewt wurde und die mir mit ihrer Sicht auf die Dinge, ihrer Gelassenheit und ihrem Frohsinn gut gefallen hat. Gerade im Hinblick auf ihre Kleidung entspricht sie gar nicht so stark meinen Vorstellungen, aber hat mir den Anstoß gegeben, wieder etwas entspannter mit dem Thema umzugehen und sich vielleicht an Farbe zu wagen.

Ein anderes Interview auf femtastics solltet ihr auch unbedingt lesen. Die Mädels stellen im Gespräch Ricarda Messner vor, die das Magazin Flaneur herausgebracht hat und fragen, wie es heute noch sein kann, dass man sich an Print heranwagt. Das Magazin konnte ich noch nicht durchblättern, aber ich finde das Konzept spannend, dass immer nur eine Straße einer Stadt betrachtet wird und dass sich alle Geschichten nur um diese eine Straße drehen. 


BÜCHER

Mein Herz schläft stark für Okka, die einen ganz liebenswerten Blog hat und die immer etwas für die Seele schreibt. Auch ihr Buch Völlig fertig und irre glücklich. Meine ersten Jahre als Mutter hat mich sehr berührt. Nun kommt sie mit einem neuen Buchprojekt um die Ecke: Herdwärme. Ich koche und backe zwar normalerweise lieber mit Rezepten aus dem Internet, aber ihre Vorstellung von einem perfekten Kochbuch klingt so verlockend, dass ich mir doch wieder ein Kochbuch, ihr Kochbuch, zulegen werde.

Und die wunderbare Ktinka stellt vier Bücher vor, die die perfekte Sommerlektüre bilden. Die Hauptstätten der vier Romane sind New York, die Côte d'Azur, Paris und Italien. Alle vier Romane klingen super und sie stehen bereits auf meiner Leseliste. Vielen Dank für die Zusammenstellung.


KUNST - AUSSTELLUNGEN

Anika Meier schreibt auf artefakt-sz.net über ihren Weg in Kulturbetrieb, hauptsächlich in der Kunstbranche. Sie erzählt von den typischen nicht gerade Erfolg versprechenden Arbeiten in diesem Métier. Sie nutzt aber die Sozialen Netzwerke so gezielt, dass sie auf ihrem Weg nun Station am Kunsthistorischen Institut der Universität Heidelberg macht und im kommenden Semester eine Veranstaltung zu Social Media und Bloggen für Kunsthistoriker hält. Für mich ist das sehr spannend, wie Museen und Galerien im Netz auftreten und ich bin sehr gespannt, wie Anikas Weg, aber auch die der Kultureinrichtungen weiter aussehen werden. Aber erstmal Anikas Text Back to University. Social Media und Bloggen für Kunsthistoriker, der mir nur mal wieder zeigt, dass jeder seinen eigenen Weg finden und gehen muss, dass man (s)eine Nische finden sollte und Spaß an der Sache

Ich würde zu gern die Ausstellung Farb/Raum/Körper - Gotthard Graubner, Imi Knoebel, Blinky Palermo und Reiner Ruthenbeck in der Sammlung Goetz in München sehen. (Sowieso so gerne wieder einmal nach München fahren!) Und überhaupt die Architektur des Gebäudes vom Architekturbüro Herzog & de Meuron bestaunen, in der die Sammlung Goetz untergebracht ist. Aufmerksam gemacht hat Julie Göllner mit ihrem Ausstellungsbericht auf gallerytalk.net.


Das war's dieses Mal auch schon und ich sammel schon fleißig für den August-Artikel. (Paris, Paris. Nur so als kleiner Hint.)

2. August 2017

gelebt. Der Juli 2017.

gelebt: 
Ich genieße es sehr, dass wir in Laufnähe einen (Rhein-)Strand haben. Es fühlt sich bei jedem Wetter nach Urlaub an. Es ist eine Oase in meinem Alltag und ich nutze deshalb immer öfter die Gelegenheit, um dort ein wenig abzuschalten. 

Um vom Alltag abzuschalten, habe ich nach eineinhalb Jahren endlich (!) einen Gutschein für eine Gesichtsbehandlung eingelöst. Diese ruhige Stunde verbrachte ich bei der Kosmetikerin in der Hautsache in Darmstadt.

Über das Wetter meckerte ich erst nach einer Woche Dauerregen auch ein bisschen mit. Andererseits verschafft uns der Regen viele Schneckenrennen und leere Schneckenhäuser, die wir in unsere Taschen packen.

Wir machten einen Einkaufsbummel in Frankfurt und trafen danach eine befreundete Familie zum Kaffee. Eine Freundin besuchte uns mit ihren zwei etwa gleichaltrigen Kindern nach langer Zeit wieder.  

Richtig Spaß machen mir meine Sportübungen zwar immer noch nicht, aber eine gewisse Freude stellt sich dennoch ein, wenn man regelmäßig auf der Matte steht. Nach den Challenges im Juni sportel ich jetzt mit Mady Morrison. Ich fühle mich zwar nicht so ganz auf ihrer Wellenlänge (ups darf man so etwas denn öffentlich sagen?) und mir als Anfängerin fehlen manchmal ein paar weitere Anweisungen, aber die Übungen haben es in sich und bringen mich ins Schwitzen. 

Familie. Bei Paul gibt es einen Meilenstein nach dem nächsten. Wir kommen kaum mit zu stauen über seine Entwicklungen. Ich finde es ja völlig egal, wann Kinder was können, solange sie sich immer weiterentwickeln. Hauptsache, sie lernen etwas. Und Paul lernt gerade alles auf einmal und erlebt viel Neues. Er kann nun krabbeln und zieht sich an allem und überall hoch. Er hat zwei neue Zähne bekommen und will seitdem alles selbst essen. Er hat sich selbst abgestillt und trinkt aus der Flasche. Er wird bei der Tagesmutter eingewöhnt und er liebt sie und ihren kleinen Hund wahrscheinlich noch viel mehr.

Anton hat drei Wochen Kindergartenferien. Wir haben eine Show eines Zauberers besucht und danach gab es eine Kugel Eis. Immer im Becher.

Mein Freund und ich hatten ein "richtiges" Date. Mit Kleidchen und essen gehen, einem Wein in einem gediegenerem Ort und einem Cocktail in einer Bar.


getrunken: Da Paul mittlerweile abgestillt ist, kann ich wieder ohne Bedenken Wein trinken. Juhuu!

gelesen:  Glaubst du, dass es Liebe war? von Alex Capus / Eine Frage der Zeit von Alex Capus /
Mir gefallen die neueren Romane von Alex Capus deutlich besser, dennoch war die Lektüre keine verschwendete Zeit. Ich hänge diesen in Gedanken nur weniger nach als den jüngsten Werken. Was Capus über sich selbst schreibt, kann ich nur bestätigen und das ist auch das, was mir an seinen Romanen so gut gefällt: "Über die Jahre habe ich festgestellt, dass meine Helden allesamt gewöhnliche Menschen sind, die ungewöhnliche Dinge tun. Was mich beschäftigt ist immer der Mensch, der sein Leben in Würde zu leben versucht."

Das Zeitalter der Avantgarden. Kunst und Gesellschaft 1905 – 1955 von Klaus von Beyme
In knapp 1000 Seiten schneidet von Beyme fast jedes Thema an, das irgendwie relevant ist. Meistens geht er zu wenig in die Tiefe und manchmal ist er auch sehr polemisch, aber für einen großen Gesamtüberblick finde ich diesen Wälzer großartig.

gehört: Kinderlachen


ausgestellt: documenta 14 in Kassel 

So viel gesehen, so viele Eindrücke, so viel gelernt. Die Zeit auf der Documenta hat mir unglaublich gut getan. Das lag bestimmt zum einen daran, dass ich zum ersten Mal seit Pauls Geburt (außer an den Unitagen) wirklich Zeit nur für mich alleine hatte. Da Paul so ein entspannter und genügsamer Junge ist, hatte ich in den letzten Monaten weder ein Erschöpfungsgefühl noch das dringende Bedürfnis nach Me-Time. Aber jetzt, da ich sie hatte, merke ich, wie gut es auch tat. Aber es ist noch viel mehr. Meine Erwartungen wurden getroffen. Nach einem Jahr fast ohne wissenschaftlichen kunstgeschichtlichen Diskurs (abgesehen von einer Hausarbeit), konnte ich mich mit vielen interessierten und sehr versierten Kommilitonen und Dozenten austauschen. Ich habe einen neuen Zugang zu zeitgenössischer Kunst erhalten, habe mich in Kunstkritik geübt und lerne immer mehr, meine Gedanken in passende Worte zu kleiden und diese auszudrücken. Ich habe mich durch die Beschreibung und Bedeutung zweier Kunstwerke für ein Referat durchgebissen und habe dafür gutes Feedback bekommen. Es ging drei Tage lang nur um Kunst, um Ausstellungen, um die Arbeit mit Kunst und um unser kunstgeschichtliches Institut und es hat mir einfach nur noch einmal bestätigt, dass ich hier genau richtig bin. 

 Vielleicht wollt ihr euch selbst mal ein Bild über meine Referatsthemen machen? Jugoexport von Irena Haiduk sowie Quipu Gut von Cecilia Vicuna.





gereist: Auf einer schier endloslangen Zugfahrt von Mainz-Kastel über Wiesbaden nach Mainz und von dort aus über Bad Münster am Stein nach Kaiserslautern und Karlsruhe hatten drei Züge Verspätungen und ich musste meinen Fahrtweg etwas abändern und ein paar Mal rennen, um einen Zug zu bekommen. Meine Laune blieb davon ungetrübt. In Bad Münster am Stein war ich dann erstmal platt von der Schönheit der Umgebung und von dieser Luft. Es roch eindeutig nach Bergen und somit nach Urlaub.

In Kaiserslautern gab es das schönste Wiedersehen mit Anton, das ich jemals erlebt habe. Ich konnte vor lauter Glück eine halbe Stunde lang mein Kichern nicht unterdrücken.

In Karlsruhe trafen wir eine ganz liebe Freundin mit ihrem Sohn. Wir tauschten uns aus, tranken leckeren Kaffee und die Jungs tobten gemeinsam. Dann eine Firmenfeier in der Natur. Das Essen war ausgezeichnet.

Ein paar Tage zuvor war ich auf einer dreitägigen Exkursion auf der Documenta in Kassel. Ich hatte mich zwei Monate darauf gefreut und wurde überhaupt nicht enttäuscht. Von Kassel selbst habe ich einen sehr unbestimmten Eindruck erhalten. Gewohnt habe ich in einer Wohnung in der Nähe der Holländischen Straße - wohl einem Problembezirk, das aber mittlerweile stark von Studenten geprägt ist. Es ist nicht das schönste Viertel, aber ich fühlte mich hier sicher. Das Gelände der Uni gefiel mir sehr gut und es gibt viele unterschiedliche Architekturstile, sodass ich ständig umherguckte. Die typischen zentralen Plätze, die auch die zentralen Documenta-Schauplätze sind, sind ganz hübsch bis nett. Spannend war dann die Umgebung der Kunsthochschule und die Bar NEU / Kafé am Weinberg. Gerne hätte ich einen Abstecher im Café Rokkeberg gemacht, aber dafür gab es keine Gelegenheit. Dafür habe ich ein ganz gutes Mittagessen im Dépanneur gehabt.


gekauft: Zugtickets, Tickets für die Documenta, ein Jugoexport-Anstecker

getragen: Im letzten Monat habe einen Pappbecher benutzt. Ich war so in Gedanken vertieft, dass mir gar nicht auffiel, dass der Kaffee in den Becher und nicht in eine Tasse gegossen wurde. 

gewünscht: Dass Paul keine Zahnschmerzen mehr hat und besser schläft... 

gedacht: Kindheitserinnerungen an die Familienurlaube in Caorle, Italien. 

gefragt: Warum sagen Menschen meiner Generation immer noch Man macht das nicht?

geärgert: Vor lauter Wiedersehensfreude mit Anton habe ich am Lautrer Bahnhof vergessen, das Anschlussticket zu kaufen und muss nun - höchstwahrscheinlich - eine Strafe von 60 Euro zahlen. Aber ehrlich gesagt konnte dieser hohe Betrag meine Laune an diesem Tag nicht verderben.

gefreut: An einem Vormittag haben beide Kinder gleichzeitig geschlafen. Das gab es erst drei Mal. (Aber statt ausruhen und Buch lesen räumte ich die Wohnung für den Besuch auf.)

geliebt: Die Arbeiten von Hermann Glöckner. (Beziehungsweise diese Arbeiten, die im Palais Bellevue gezeigt wurden.)

Ich freue mich nun auf einen entspannten August mit der ersten Geburtstagsfeier für Paul, etwas Arbeit für die Uni und hoffentlich viel Sonne für unser Gemüt. Habt es gut!






10. Juli 2017

Zur Jahresmitte: Pläne und eine Sommer Bucket List


JAHRESMITTE: STATUS QUO

Der 30. Juni markiert einen Meilenstein: seit sieben Jahren wohne ich in der pfälzischen Hauptstadt. Niemals hätte ich geglaubt, dass ich es hier so lange aushalte, dass ich mich hier verliebe und eine Familie gründe. Die Stadt hat viele Facetten, die mir gefallen, aber es gibt Orte, die viel mehr Charme besitzen. Mainz ist aber meine Heimat geworden und die meiner Kinder.

Gleichzeitig ist mir die Jahresmitte auch aus einem anderen Grund wichtig. Sie lässt mich auf die ersten sechs Monate zurückblicken und ein Résumé ziehen: Ich schaue mir an, wie weit ich mit meinen Jahreszielen vorangekommen bin, was noch fehlt, um diese zu erfüllen und ob ich etwas besser machen kann.

Manche Pläne habe ich jetzt schon zu 100% erfüllt, einige funktionieren ganz gut, aber es gibt hier und da auch Ziele, an deren Umsetzung ich noch feilen muss.


SOMMERZEIT

Bis vor einigen Jahren war mir der Frühling die liebste Jahreszeit. Ich freute mich über die ersten warmen Sonnenstrahlen, die milden Temperaturen und das Aufblühen der Natur. Seitdem ich Kinder habe, verschwimmen die Grenzen und ich erlebe alle Jahreszeiten viel bewusster. Die Monate haben meist alle etwas, das sie besonders macht und auf was wir uns freuen können, sei es das erste Eis im Frühjahr, die Schneckenhäuser im Sommer, das Äpfelpflücken im Herbst oder die Weihnachtszeit im Winter. Dadurch kann ich dem Sommer immer mehr abgewinnen. 

Nach Jahren, in denen ich stöhnte, wenn ich nur an die warmen Temperaturen dachte, genieße ich nun die meist schön warmen Tage und verkrieche mich an den wenigen sehr heißen Tagen. Mittlerweile finde ich es toll, dass wir so viel Zeit draußen verbringen können, dass die Füße immer frei sind und die Tage so lang.

Da der Sommer auch immer schön vollgepackt ist und ich viele schöne Pläne im Gepäck habe, zeige ich euch meine Sommer Bucket List 2017. Der Ausdruck Bucket List gefällt mir nicht sehr gut, aber ich finde kein passendes deutsches Pendant dazu. Eine Liste von Dingen, die ich in diesem Sommer vorhabe, die ich unbedingt machen möchte und die bereits in Planung sind. Und der September zählt nun einfach mal mit zum Sommer!


SOMMERZEIT BUCKET LIST

Für mich geht es bald zur Gesichtsbehandlung in die Hautsache Darmstadt. Der Gutschein liegt schon eine Weile auf meinem Tisch, aber durch die Schwangerschaft und Stillzeit war ich nicht mobil genug, um diesen wahrnehmen zu können. Ich freue mich auf ein gut gepflegtes Gesicht und eine Stunde Me-Time.

Ich kann es kaum glauben, aber ich habe die Möglichkeit, im Rahmen einer dreitätigen Exkursion auf die Documenta 14 nach Kassel zu fahren. Ich jubel schon seit Wochen. Natürlich wäre ich auch ohne Studienbegleitung hingefahren, aber für mich ist diese Exkursion der perfekte Rahmen für eine Besichtigung. Da Paul nachts noch gestillt wird, kommt er mit meiner Mama mit, während Anton bei den anderen Großeltern Urlaub macht.

Unser Familienurlaub geht dieses Jahr auf die wunderschöne Insel Kreta. Urlaub mit kleinen Kindern ist kein bloßer Entspannungs-gut essen-viel lesen-Badeurlaub; eher ein "Wer passt auf die Kinder auf, während ich für fünf Minuten ins Meer springe?", aber wir haben die Rahmenbedingungen geschaffen, die uns hoffentlich die möglichst maximale Entspannung liefern. Und wenn nicht, haben wir eben den Wahnsinn an einem schönen Ort. Ich freue mich!

Und dann hat ja jemand noch Geburtstag... Es ist verrückt, dass es erst ein Jahr her ist, als ich hochschwanger mit Anton im Garten saß. Paul hat im August seinen ersten Geburtstag und wir feiern ihn mit einer großen Grillparty im Garten.

So groß ist er schon, dass die Eingewöhnung bei der Tagesmutter auch bald startet.

Im Sommer möchte ich auch ein paar Rezepte ausprobieren, die meiner Meinung nach perfekt in die heißen Monate passen. Ich möchte Pasta selbst herstellen und mit selbstgemachten Pesto, frisch gerösteten Pinienkernen und gutem Olivenöl servieren. Bloß nicht zu viel Schnickschnack. Dann werde ich zum ersten Mal eine Zitronentarte backen. Und möchte endlich einmal einen Lillet Wild Berry probieren.

Für mein Studium muss ich allerdings auch noch Einiges erledigen. Ein achtseitiger Essay über das Stück Nora (Ein Puppenheim) von Ibsen werde ich schreiben und für mein Bachelorarbeits-Thema weiter recherchieren. Ich bin früh dran, habe aber im Herbst viel auf der (Uni-)Agenda und muss dementsprechend vorarbeiten.

Wie schon in den letzten Jahren will ich weiterhin viel lesen. Mich macht es sehr glücklich. Auf der Leseliste und auf dem Bücherregal stehen bereits: Der Untergeher von Thomas Bernhard; Ich habe alles gelebt von Peggy Guggenheim; Glaubst du, dass es Liebe war? von Alex Capus; Eine Frage der Zeit von Alex Capus; Saturday von Ian Mc Ewan.

Und zum Schluss werde ich mich gedanklich auch schon auf eine Paris-Reise im Oktober vorbereiten. Wenn alles klappt, wie ich es mir erhoffe und vorstelle, wird es magnifique. Aber jetzt freue ich mich erst einmal auf den Sommer!


Welche Pläne habt ihr für den Sommer?

5. Juli 2017

geklickt. Im Juni 2017.


Im letzten Monat gab es wieder viele interessante Artikel im Netz, die ich mit euch teilen möchte.


LITERATUR

Während mich die Texte von Roger Willemsen sehr beeinflusst haben, stand ich seiner Person indifferent gegenüber. Meine liebe Freundin Nicole hat mir den Link zu einem Podcast geschickt, das einen Blick auf seine Person als Freigeist und Menschenfreund wirft. Es lässt ihn noch mal aufleben und man hört nicht nur Verleger und Freunde, sondern auch wieder seine Stimme.


PARIS

Okka war mit ihrer Familie erneut in der französischen Metropole und lebte in einer getauschten Wohnung im Marais. Sie hat das schöne Viertel erkundet und stellt uns ihre liebsten Adressen plus Playlist vor. Tolle Zusammenstellung, die mir akute Sehnsucht macht.

A propos Paris. Die City Guides von Anna und Søren, die die 12 hrs guides machen, gehören zu den allerallerbesten, die ich bisher gelesen habe. Sie finden einfach eine gelungene Mischung zwischen Tipps, unnützem Wissen und spannenden Anekdoten, haben dabei eine originelle Sprache und wunderschöne Fotos. Nun bin ich erneut über den Paris Guide gestolpert und bin wieder richtig begeistert.


DOCUMENTA 14

Seit Mitte Juni findet zum 14. Mal die Documenta in Kassel statt (und seit April zum ersten und wohl einzigen Mal auch parallel dazu in Athen) und in meinem Feed wimmelt es nur von Beiträgen zur programmatischen Ausstellung. Da ich das Glück habe, bald selbst vor Ort zu sein, verschlinge ich gerade alle Artikel, die ich zur d14 finde. Unter diesen empfehle ich euch zwei.



Der andere Artikel befasst sich etwas genereller mit dem Konzept der diesjährigen Documenta, die insbesondere und wie nicht anders zu erwarten von dem progressiven, idealistischen polnischen Kurator Adam Szymczyk geprägt wurde. Carolin von TheWhyNot war in Kassel und erklärt, warum alles halb so wild ist.

Leonie Huber von gallerytalk.net schreibt über die Documenta 14, dass sie vor allem durch die Narration lebt. Das erklärt sich am besten mit dem Artikel selbst.

"Bekannte Erzählungen werden umgeschrieben, verklärte Geschichten werden überschrieben und bislang unbekannte Schicksale aufgeschrieben."

AUSSTELLUNGEN

Als der Name Maximilian Arnold in meiner Timeline auftauchte, musste ich direkt genauer hinsehen. Der Künstler ist mir nämlich schon durch die Frankfurter Kunstszene bekannt. Auf gallerytalk.net gibt es ein spannendes Interview mit ihm über seine Ausstellung a deep scrub im Raum DUVE Berlin. Ich finde seinen Ansatz sehr interessant , dir Räume als erweiterte Mal(erei)fläche zu nutzen.



INTERVIEW

Die Femtastics Ladies sprechen mit der Galeristen Lavinia Rosen, die eine Pop-Up Galerie in Hamburg betreibt. Hier sieht man mal wieder, dass man in die Szene immer "reinrutscht", dass ohne Kontakte nichts läuft und dass manche Studiengänge einfach Sinn machen. Trotz des Kunstmarkts, der mir manchmal Bauchschmerzen verursacht, ist es ein sympathisches Interview, das einige Einblicke in die Szene gibt.

Die Homestory mit Jeanne vom Label Zazi Vintage schreibt Alicja vom Team Journelles und es ist sehr erfrischend und vielleicht sogar ein wenig irritierend, dass bzw. wie sie ihre eigene Meinung in den Text einfließen lässt. Ich habe schon lange nicht mehr so eine gute (da anders) Homestory gelesen.


REISEN

Es ist ein großer Traum von mir, Island irgendwann zu bereisen. Caro war für mehrere Woche dort und hat einige Erfahrungen sammeln können. Sie fasst diese in einem ganz wunderbaren Blogpost zusammen, der beschreibt, was sie erlebt hat und gleichzeitig von ihrem großen Respekt und ihrer Liebe zur Insel zeugt. Und ihre Fotos überzeugen sowieso.



INSPIRATION

Ein grau-blauer Sommer, ein Moodboard. Mein Sommer ist etwas pinker, da hier häufig Blumensträuße den braunen Tisch zieren. Juliane von machenstattreden löst mit diesen sieben Bildern ganz viel in mir aus, das zwar nicht so viel mit Sommer zu tun hat, aber dennoch auch jetzt zu mir passt.


Und was inspiriert dich und was hast du im letzten Monat gelesen?

1. Juli 2017

gelebt. Im Juni 2017.


Der Juni war gut und hatte viele Höhen. Und wenn man ganz ehrlich sein will auch ein Tief. Doch das konnte schnell überwunden werden.


gelebt:

Die Woche hat so viele gute Momente. Ich mag den Montag zum Beispiel sehr. Nach einem Familienwochenende nutze ich den freien Vormittag, an dem die Museen immer zu sind, um mit meinen Aufgaben klar Schiff zu machen. Ich höre Podcasts, nehme mir Zeit für meine Terminplanungen in der Woche und mache etwas für die Uni. Manchmal schaffe ich es sogar auch, die Fenster zu putzen. Ha! Im Wohnzimmer ist es nun eindeutig heller und wir können den Sonnenuntergang noch besser beobachten. Freitags feiern wir das heranrückende Wochenende mit einem Tapasabend. Dazu kaufe ich am Vormittag auf dem Markt meine Zutaten und bereite die vielen Kleinigkeiten am Nachmittag vor. Diese kleinen Rituale machen mir große Freude und lassen mich das Leben noch ein wenig mehr feiern.

Der Balkon ist das temporäre Zuhause einer kleinen Schnirkelschnecke geworden. Und eines unserer liebsten Orte, um die heißen Nachmittage zu vertrödeln. Gerne mit einem selbstgemachten Eiskaffee.

Ein wenig stolz bin ich auf mich, weil ich eine Sportchallenge durchziehe. Jeden Tag acht Übungen. Das funktioniert. 

Wir haben Geburtstage in der Familie gefeiert, waren auf dem Kinderfestival im Mainzer Volkspark, auf dem wir nur auf der Picknickdecke saßen anstatt auf Hüpfburgen zu toben. Anton und ich waren gemeinsam auf dem Markt, mal nur zu zweit, und aßen Erdbeeren auf den Stufen vor dem Mainzer Dom. Einen richtig doofen Nachmittag machten wir uns schön, indem wir unsere Wartezeit auf die Verabredung im Starbucks vertrieben. Dazu muss man wissen, dass ich schon Jahre nicht mehr im Starbucks war, weil das Konzept für mich nicht aufgeht. Aber Anton war mit seiner Milch zufrieden und ich einfach nur froh, bei einem Kaffee auszuruhen.

Das nächste Semester wurde auch geplant und ich habe Glück, dass alle Veranstaltungen am Vormittag stattfinden werden.

Ich habe viele Pläne geschmiedet und freue mich so sehr über die Dinge, die im Sommer kommen. Stichwort: Documenta 14. Oder Geburtstag von Paul. Oder Familienurlaub. Oder oder oder.



gebacken/gegessen/getrunken: Focaccia, Hefeteilchen mit Pflaumenmus, Griechischer Joghurt, Panna Cotta mit Erbeersauce, gebackener Feta in Walnusskruste





ausgestellt: Wir waren auf den Rundgang der Städelschule in Frankfurt. Ansonsten hatte ich keine Möglichkeiten, mir Ausstellungen anzusehen und habe online konsumiert.




gereist: In Darmstadt hat mich meine Freundin Lisa zu einer kleinen Oase inmitten der Stadt geführt: der Innenhof des Cafés Fräulein Mondschein.

gekauft: Im Hinblick auf kleinere Reisen, die in den nächsten Monaten anstehen, nur Cappuccinos und Blumen gekauft.

gemacht: Aquarelle gemalt

getragen: Im letzten Monat habe ich keinen Pappbecher genutzt.

gewünscht: Pizza. Ich könnte gerade ständig Pizza essen.



gedacht: Eine Nacht im Krankenhaus schweißt zusammen.

An einem der Tage, an denen nichts richtig rund laufen wollte und ich ziemlich unzufrieden war, traf ich eine Mutter aus dem Kindergarten, die eine Eisdiele betreibt. Beim Smalltalk stellte ich ihr die Frage, ob alles gut sei, woraufhin sie mir antwortete: "Ist scheiße Leben. Nur arbeiten." Wenige Schritte später sah ich einen alten Mann mit nur einem Bein, der auf Krücken gestützt seines Weges ging. Diese zwei Begegnungen machten mich sehr, sehr demütig. Natürlich erscheint mir mein zugegebenermaßen kleines Pech an manchen Tagen sehr groß und es lastet mir schwer auf den Schultern. Aber es ist natürlich nichts im Vergleich zu dem, was manche Menschen erleben und aushalten müssen. Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeiten und das hauptsächlich Gute in meinem Leben.

Fällt in eine ähnliche Kategorie: Im Gespräch mit einer Mutter, die ich häufig im Bus treffe, weil wir den gleichen Weg zum Kindergarten haben, kam das Thema Urlaub auf. Sie erzählte von ihrer Tochter, die sie gefragt hatte, ob sie denn auch in den Urlaub fahren würden. Die Mutter zu mir: "Als ob das so einfach geht. Wir machen Urlaub im Garten der Oma." Mir ist bei diesem Gespräch bewusst geworden, dass ich so so dankbar sein kann, dass wir finanziell gut abgesichert sind, dass wir uns nicht nur einen Familienurlaub am Strand leisten können, sondern auch kleinere Reisen und Ausflüge unternehmen. Es hat natürlich auch etwas mit der Prioritätensetzung zu tun, doch ist in vielen Familien ein Urlaub einfach nicht drin und keine Selbstverständlichkeit.

Ich liebe, liebe, liebe es, Kunstgeschichte zu studieren. Es ist genau das, was mich glücklich macht.

Nach Schwangerschaft und Stillzeit habe ich allmählich wieder Lust, einen großartigen Cocktail zu trinken. Oder einen guten Grauburgunder.




geärgert: Die Kinder und ich hatten einen fiesen Virus, der sich vor allem mit Fieber bemerkbar machte. Paul hatte daraufhin einen Fieberkrampf und wir mussten vierundzwanzig Stunden im Krankenhaus verbringen. Paul geht es gut! (Und mich haben diese Stunden im Krankenhaus mitgenommen. Ein Glück sind wir alle gesund und müssen nicht wegen ernsthaften Krankheiten im Krankenhaus sein.)

gefreut: Glücklich hat mich gemacht, dass wir endlich unseren Familienurlaub gebucht haben. Sieben Tage auf Kreta.

geliebt: Wie sehr kann man denn einen kleinen Menschen lieben? Oder die kleinen Menschen? Meine Mamaliebe sprudelt momentan förmlich über.