den Augenblick erkennen, den Moment erleben

5. Dezember 2016

eine ruhige Adventszeit


Seid ihr auch in Weihnachtsstimmung? Und was bedeutet überhaupt Weihnachtsstimmung?

Nachdem ich als Kind irgendwann ziemlich desillusioniert war, feierte ich viele Jahre den Advent in der Hoffnung auf eine besinnliche Zeit. Aber es wollte einfach nicht klappen. Die Weihnachtslieder mussten einstudiert werden, es gab viele Proben, die Stapel auf dem Schreibtisch abgearbeitet werden und zwischen all dem sollte man sich auf Weihnachten freuen.

Viele Jahre später, und spätestens seitdem ich selbst Kinder habe, hat Weihnachten einen ganz neuen Glanz bekommen. Damit die Kinderaugen leuchten, wird aufgefahren, was das Zeug hält. Auf einmal freut man sich wieder über den ganzen Weihnachtskitsch, kauft einen Weihnachtsbaum und schmückt die Wohnung, es wird wieder gewerkelt und gebastelt, Last Christmas rauf- und runtergehört, Stiefel geputzt und in freudiger Erwartung rausgestellt, der Weihnachtsmarkt besucht und auch Glühwein gekocht.

Auch, wenn es wirkt, als ob das alles ziemlich viel sei, ist das für mich ein Teil des gesamten Weihnachtstrubels. Er macht mir Freude und Weihnachtsstimmung. Das bedeutet nämlich Familienzeit und ich weiß, dass ich in diesen Momenten Erinnerungen für das gesamte Leben der Jungs schaffe.


Aber eine Erkenntnis kam nach vielen Jahren. Stress macht mir vor allem das Schenken. Nicht der Akt des Schenkens an sich, der ist schön. Nein, mir fällt es unglaublich schwer, das passende Geschenk zu finden, selbst wenn ich mir bereits während des Jahres Notizen mache. Und mit den letzten Sale-Angeboten des Jahres, mit (zu) vielen Onlineshops und der wenigen Freizeit, die mir zum Bummeln verbleibt, artet die Schenkerei meistens in Stress aus. Schnell türmt sich in meinen Gedanken eine Konsumwelt auf und ich denke nur noch über dieses und jenes Produkt nach.

Um aus dem Strudel der Gegenstände zu kommen und um die Adventszeit noch bewusster genießen zu können, soll es in diesem Jahr anders werden. Ich möchte mit dem ganzen Bastel-Back-Kitschgedöns, der mit wirklich Spaß macht, eine schöne Zeit für meine Jungs und mir selbst auch viele lustige Momente schaffen. Jedoch wollen wir uns damit nur beschäftigen, wie es in unseren Alltag reinpasst. Wir basteln nachmittags sowieso viel zusammen, daher kann ich auch in dieser Zeit Sterne kleben oder Geschenke einpacken.

Aber um zumindest das Schenken zu vereinfachen, gibt es dieses Jahr im Familienkreis ein gemeinsames Wichteln, bei dem jeder nur eine Person beschenken darf. Zur weiteren Vereinfachung wurden in einer Onlinedatei alle Wunschzettel gesammelt, sodass sich der Schenkende daran bedienen kann. Natürlich fallen dann noch hier und dort Kleinigkeiten an, es gibt im Dezember viel mehr Extra-Termine als das ganze Jahr über und auch vor Erkältungsviren bleiben wir im ersten Kindergarten-Winter nicht verschont.

Aber schon jetzt merke ich, wie sich alles entspannt und wie sehr ich mich über die letzten Wochen des Jahres und die vielen Feiertage freue. Und auf das gute Essen! :) Wir haben uns in diesem Jahr für einen Weg entschieden, wie wir sehr bewusst, ruhig und nicht zu konsumlastig Weihnachten feiern werden und das zahlt sich jetzt schon aus.

Wie erlebt ihr die Adventstage?

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