den Augenblick erkennen, den Moment erleben

29. Dezember 2016

Der eigene Kleidungsstil



Der eigene Kleidungsstil

Ab wann hat man seinen eigenen Kleidungsstil gefunden?
Das ist ein Prozess, mit Fehlkäufen, Inspiration und vielen einzelnen Lieblingsstücken. Spätestens als ich verstanden hatte, dass ich keine Trendteile brauche, um mich wohlzufühlen. Dass ich zwar "bunt" an Anderen unglaublich schön finde, es aber selbst niemals anziehen werde, sondern im Schrank hängen lasse. Vielleicht an dem Punkt, als ich fast nur noch Kleidungsstücke besaß, die ich wirklich gerne anzog; da hatte ich meinen Stil gefunden.

So liebe ich es wirklich aufrichtig, dunkle Farben zu tragen. Ein bisschen classy. Viele tolle Materialien wie Kaschmir, Lammwolle, Seide. Weil sie sich gut anfühlen oder warmhalten. Mir gefallen Hemden, Cardigans und auch schlichte Pullover. Ich mag es unaufgeregt.

Aber das Leben birgt ja immer wieder Überraschungen und so musste ich feststellen, was eine Schwangerschaft und das Kinderhaben mit mir machen. Denn auch wenn es Frauen gibt, die beteuern, dass sie sich überhaupt nicht verändert haben, muss ich ganz klar sagen, dass sich zu großen Teilen nicht nur ich und mein Leben sich zu einem gewissen Grad verändert haben, sondern ebenso mein Stil.


...verändert sich nach der Schwangerschaft

Auf Streifen (#teamstripes) stehe ich tatsächlich erst seit meiner ersten Schwangerschaft. In meiner zweiten Schwangerschaft kaufte ich Sneaker (und hüpfte mit ihnen und meinen plus 17 Kilos...) Und ganz automatisch trage ich nun viel öfter Jeans statt Kleider, weil sie mit Kindern einfach viel praktischer sind.

Am Ende der zweiten Schwangerschaft hatte ich nur noch wenige Teile, die mir passten. Da ich aber wenige "Auswärtstermine" hatte und viel zu Hause war, zog ich eben ständig die gleichen Lieblingskleider an.

Doch die Stillzeit im Spätsommer und der schnelle Wechsel zum Herbst machten es mir etwas schwer. Die Kleider waren nicht stilltauglich und ich musste wieder weite Oberteile finden, die sich gut hochschieben oder aufknöpfen ließen. Und was sollte ich drunter anziehen? Immer wieder wurde es die neue schwarze Jeans, die ich ganz ohne schlechtes Gefühl eine Größe größer kaufte, damit nichts zwickte.

Vor allem die Stillzeit ist für mich kleidungstechnisch eine Herausforderung. Ich trage zur Zeit vor allem das, was passt und stilltauglich ist. Praktisch und gemütlich sind gerade meine Schlagwörter. Davon habe ich aber allmählich genug.


Zeit für eine Veränderung

Jeder Wechsel bedeutet auch eine Chance auf Veränderung. Und so wie ich zwei Mal im Jahr Panik bekomme, dass ich ja überhaupt nichts zum Anziehen habe, nämlich beim Wechsel von Sommer zu Herbst und beim Wechsel von Winter zu Frühling, hatte ich auch beim Wechsel von der Schwangerschaft zur Stillzeit diesen PanikMoment. Verrückt. In der Tat quillt mein Kleiderschrank nicht gerade über und auch die Auswahl ist beschränkt, aber ich habe immer genug zum Anziehen.

Dieser change of season brachte mich aber dazu, wieder mutiger zu werden. Ich habe plötzlich Lust auf flatternde Kleider, hohe Schuhe, eine blue Jeans. Und das ist doch super. Natürlich ist es bei mir ein langer Weg von "finde ich ganz schön" bis hin zu "ich ziehe das jetzt an". Ich brauche ewig, bis ich mich dazu entschließe, etwas zu kaufen. Onlineshops finde ich furchtbar (weil zu viel Auswahl), aber zum Offline-Shoppen komme ich nicht.

Dieser Wandel vollzieht sich auch gar nicht im Großen, sondern für Außenstehende unbemerkt. Für mich selbst sind es aber wichtige Schritte - und ich merke, wie sich nach und nach mein Stil verändert. Oder ist es gar der gleiche Stil mit einer schleichenden Evolution?

Ich bleibe also bei meinen Lieblingssachen und will sie um weitere Lieblingsteile erweitern. Meine größte Überraschung ist, dass ich beim Stöbern im Netz (das mache ich nämlich trotzdem manchmal, auch wenn ich es hasse) eine cognacbraune Tasche von Closed fand (leider gerade ausverkauft), die ich nicht mehr vergessen konnte und mich wirklich inspirierte. Sie machte mir so Lust, wieder mehr braun statt schwarz zu tragen, weg von den schwarzen Lederwaren. Fast wie schon vor sechs bis zehn Jahren.

Und ich möchte euch hier einfach ein paar Stücke zeigen, die es mir angetan haben und über die ich immer wieder nachdenke. Ein weinroter Mantel, schon so lange auf meiner Wunschliste, zum Beispiel der Mantel John von Sézane, wenn ich mir etwas gönnen möchte oder von Promod, etwas lässiger und mit Gürtel. Und wisst ihr, es ist so schwer, ein schönes, schlichtes Streifenshirt zu finden, dessen Nähte nicht schief sind und dessen Stoff viele Wäschen hält. Ich habe immer noch kein Gutes gefunden. Ich schiele auf einige Taschen, die ich nicht brauche, die aber gut zu meiner Garderobe passen würden. Die Tasche Calvin von Sézane, bei der ich nicht weiß, ob ich cognac oder schwarz schöner finde. Oder die Ella Midi von O my bag, die ich so ultraschön finde. Ich habe mich aber auch in die Boots Prince von Sézane (einer der wenigen Onlineshops, bei denen mir richtig viel gefällt) verguckt; in schwarz und beige. Ich mag diese rostroten Ballerinas im 70ies Look und diese Stiefeletten.

Die schönen Stücke auf den Fotos waren Glückskäufe, mit denen ich sehr zufrieden bin. Eine helle, dicke Strickmütze für mich. Goldfarbener Schmuck. Sehr untypisch für mich, aber sie gefallen mir so gut. 



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