den Augenblick erkennen, den Moment erleben

29. November 2015

10 Gründe für einen Paristrip


Kann man nach dem 13.11.2015 noch über Paris schreiben? Hat die Schönheit und Magie dieser Stadt einen Knacks bekommen? 

Diesen Blogpost hatte ich am 13.11. fertiggestellt. Ich fing bereits im Sommer an, Adressen zu sammeln, weil ich diesen Artikel schon früh geplant hatte. Aber nach den furchtbaren Attentaten konnte ich ihn einfach nicht veröffentlichen. Welch ein Hohn. Würde ich denn jetzt nach Paris fahren wollen? Ich konnte zwei Wochen lang diese Frage nicht mit Ja beantworten. Wie nichtig doch all diese Wünsche und Adressen im Vergleich zu den Ereignissen waren. Und ja, ich glaube, in mir schwelte auch eine Angst. Nachdem ich aber über Instagram und den Pariser Bloggerinnen viel über die Empfindungen der Einwohner gelesen habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich jetzt auch wieder nach Paris fahren würde. Ja, ich hätte nun keine Angst mehr und würde die Stadt so genießen, wie sie ist. Deshalb kann ich diesen Blogpost auch heute veröffentlichen. Meine Freude über diese Stadt ist wieder da und ich möchte sie mit euch teilen. Paris, du wunderbare Stadt.


Immer ein leises Ziehen im Bauch, wenn ich an die Stadt denke, die mir meistens so fern und manchmal ganz nah ist. Dieses manchmal ist zu selten, deshalb dieses Ziehen. Und wenn ich erklären möchte, warum ich genau jetzt gerne nach Paris möchte, dann wäre es eigentlich müßig. Eigentlich. Denn mich erfüllt es mit ganz viel Freude über diese Stadt nachzudenken und zu schreiben. Es kann einfach nie genug Text über Paris geben.

Den Paristrip, den ich mir schon so lange wünsche (Könnt ihr euch an die Woche Paris in meinen Gedanken erinnern?), seit dem letzten ist schon viel zu viel Zeit vergangen.

Also, stellt euch vor, ihr seid ein paar Tage alleine in Paris, dann kommt euer Partner (oder beste Freundin) nach und dann, ganz vielleicht, seid ihr vielleicht sogar als ganze Familie in Paris. Hm, oder besser so: ein Kurztrip alleine, ein Kurztrip zu zweit, ein Kurztrip zu dritt?! Ok, dieses Ziehen kommt wieder. Meine Sehnsucht ist da Und das Wunschkarussel in Gang gesetzt. Ich lasse nun endlich mal meine Wunschvorstellungen und erzähle euch meine 10 Gründe für einen (oder zwei oder drei) Paristrip(s).



1. Ausstellungen besuchen

Kunst gucken kann man auch in vielen anderen Städten ganz gut, aber welche Stadt bietet eine schönere Kulisse, um Kunst auszustellen? Paris war im beginnenden 20. Jahrhundert das wichtigste Kunstzentrum (davor natürlich auch sehr wichtig) und ich beschäftige mich im Studium viel mit der Kunst der Moderne. Meisterwerke von Degas, Renoir und Toulouse-Lautrec wieder zu sehen, diesmal mit einem erweiterten Blick und vielen Hintergrundinformationen im Hinterkopf, das wäre was Feines. Im Musée d'Orsay findet man eine große Vielzahl an Moderner Kunst. Aber natürlich werden auch ihre Wegbereiter wie zum Beispiel Cézanne oder die französischen Realisten Courbet und Caillebotte gezeigt. Der niederländische Maler Wilhelm Hammershøi hat es mir auch angetan. Das Gemälde mit dem Titel Ruhe möchte ich mir ansehen. Ein dritter Besuch im Musée d'Orsay steht also ganz oben auf meiner Liste.

Aber auch ins Palais de Tokyo möchte ich auch wieder gehen. Dieser Kunstraum ist schon ein Erlebnis für sich. Ich verbinde auch ganz spannende Erinnerungen damit. Und deshalb lohnt sich ein Besuch, auch wenn mich die aktuellen Ausstellungen nicht gerade hineinkatapultieren. Übrigens ist die Aussicht von dort oben (und von weiter oben an der Trocadéro) auf die Stadt und vor allem auf den Eiffelturm sensationell.

Ich würde auch durch die Galerien schlendern. Hier kann man einfach mal kurz vorbeischauen, hat viel Ruhe und wird nicht mit zu viel Kunst überfordert. Meistens sind die Arbeiten auch von zeitgenössischen Künstlern. Die Galerie Bernard Bouche liegt im Marais (Rue Vieille du Temple), in einem meiner Lieblingsviertel. Die aktuelle Ausstellung mit Bernd Lohaus, Carlo Guaita, José-Pedro Croft und Gianni Caravaggio ist großartig und ich bin beim Anblick der Ausstellungsfotos ziemlich traurig, nicht bis Mitte Januar nach Paris zu kommen.

Auch der Galerie Emmanuel Perrotin in der Rue de Turenne würde ich einen Besuch abstatten. Beim letzten Mal war ich sehr von den Räumen beeindruckt. Die aktuelle Ausstellung "Paulin Paulin Paulin" würde mich sehr herausfordern.

Für Architekturbegeisterte sind Le Corbusiers Häuser die beste Vormittagsbeschäftigung. Nachdem mir die Villa La Roche und Villa Jeanneret so wunderbar gefallen hatten, möchte ich auch das Ozenfant House ansehen. Hier gibt es noch weitere Gebäude in Paris, die von Le Corbusier entworfen wurden.




2. Leckereien (ohne schlechtes Gewissen) essen

Ich schaue einfach mal nicht auf die hübschen, lässigen Französinnen, die ihren Magerjoghurt mit Diät Vanillezucker essen, sondern genieße das, was die Franzosen so besonders gut hinkriegen.

Croissants esse ich in Deutschland eigentlich (fast) gar nicht. Sie schmecken hier einfach zu wenig nach Butter, sind trocken und krümeln mich komplett ein. Aber in Frankreich sind sie sooo lecker. Der beste Snack für Zwischendurch.

Und Macarons zum Kaffee. Gut, dass ich nicht nur eine Tasse Kaffee am Tag trinke. So kann ich mich durch all die leckeren Sorten probieren. Meine Alltimfavourites sind Schokolade und Pistazie.

Also, kein schlechtes Gewissen haben und genießen!


3. Kaffee trinken

In den letzten Jahren sind so viele neue Cafés in Paris aufgepoppt, dass ich mich am liebsten sofort durch alle Cafés durchprobieren möchte und natürlich auch gleich die Kaffeebohnen kaufen will.

Das Café Kitsuné hat den perfekten Platz. Eingebettet in die Arkaden des Palais Royal (im 18. Jahrhundert war hier eine der größten französischen Kunstsammlungen untergebracht!) kann man hier seinen Kaffee genießen. Ich liebe die schwarz-weißen Säulen, die im Court des Palais hoch- und runterfahren können. Ein toller Ort zum Fotos-Schießen (siehe Punkt 7). Zum Café: das ist natürlich der Place to be. "Alle" coolen Leute sind dort. Spannend ist auch die bunte Marmorwand. Wie wohl der Kaffee schmeckt?

Auch möchte ich endlich mal im Teesalon Mamie Gâteaux (Rue du Cherche-Midi, Saint-Germain-des-Prés) einen leckeren Kuchen essen. Oder am Quai de Jemmapes, ganz in der Nähe des Canal St. Martin, im Comptoir Général unter Zimmerpflanzen einen Kaffee trinken. Oder im Marais im Fragments Paris (Rue du Tournelle) einen guten Cappuccino schlürfen.

Meine Liste an interessanten Cafés geht noch sehr viel weiter. Ich sammle schon seit Monaten Instagramfotos mit neuen Locations, die alle sehr vielversprechend wirken. (Mittlerweile sind schon über 100 Fotos in dem Ordner gespeichert.)



4. Spazieren gehen

Ein Spaziergang in Paris. Einer, der den Geist befreit. Einfach laufen, die wunderschönen Haussmann-Häuser ansehen, die Menschen beobachten und die Wolken genießen. (Die schönsten weißen und grauen Bauschewolken gibt es in Paris.) Die Füße plattlaufen und an jeder Straßenecke ein nettes Café oder eine Kirche entdecken. Auf den Bänken ausruhen, sich umgucken und träumen. Vielleicht auch die französischen Familien beobachten - machen die denn wirklich alles so viel besser als die Deutschen? (Sicherlich nicht.)

Die Métro zu nehmen, ist ein Erlebnis für sich, aber ich bin viel lieber über der Erde. Dabei bin ich zwar etwas langsamer zu Fuß, aber dafür sieht man die schöne Umgebung und manchmal eben auch die etwas hässlichen Ecken, die zu einer Stadt gehören.

Ich hätte Lust auf einen Spaziergang am Canal St. Martin. Einige Male bin ich zwar dort spazieren gegangen, aber diese Gegend hat sich in den letzten Jahren wieder stark verändert. Und im Cimetière Père Lachaise war ich auch noch nie. Für mich sind Friedhöfe nicht spooky, ich genieße einfach die Ruhe.

Das Marais ist sowieso immer toll, wobei ich da eher bummeln gehe. In Belleville fühle ich mich ein wenig zu Hause, weil ich dort bei Freunden übernachtet hatte. Eine Ecke, die etwas roh wirkt, aber sicher seinen Charme hat. Saint-Germain-des-Prés ist auch so ein Viertel, in dem ich mich wohl fühle. Dort hatte ich ein paar Mal ein kleines Appartement und konnte aus dem Fenster über die Dächer des Quartiers schauen. Obwohl es sonst ganz fancy ist, findet man hier ganz wunderbare Perlen. Und ein Spaziergang (mit Picknick) an der Seine. Oder am Eiffelturm. Das Montmartre ist super spannend und sehr facettenreich.

Und die vielen Parkanlagen sind auch sehr empfehlenswert. Zum Beispiel der Jardin des Plantes im 5. Arrondissement, der Jardin de Luxembourg im 6. (und hier etwas weiter noch den Panthéon, den Blick auf die Stadt von dort oben) und den Jardin des Tuileries. Alle sind auf ihre Weise ganz wunderbar.



5. Beauty

Geld ausgeben kann man in Paris besonders gut. Nicht nur für Kaffees und Süßigkeiten, Eintritte und Métrofahren, sondern auch für die feinen französischen Beautyprodukte. Also noch mehr Gründe, warum ich sparen muss.

Nachdem ich so begeistert von der Handcrème aus dem Hause Institut Karité bin, möchte ich gerne auch noch die anderen Crèmes und die Gesichtsmaske ausprobieren. Und weil ich so ungern online einkaufe, würde ich zum Beispiel in der Parfumerie Burdin am Gare du Nord schauen, was ich da so finde.

Es lohnt sich sehr, die Preise der Apotheken zu vergleichen. Mein liebstes Nuxe Huile Prodigieuse benutze ich sehr sparsam, weil es einen so hohen persönlichen Wert für mich hat. Aber wenn ein zweites Fläschchen, vielleicht in einer Limited Edition hier stehen würde, dann würde ich es vielleicht ein bisschen großzügiger nutzen. Ich liebe es nämlich. Es ist bombastisch für die Haut und für die Haare und es riecht ganz wunderbar. Aber auch das ganze Sortiment von Nuxe sieht vielverprechend aus.

Genauso wie bei Caudalie. Caudalie hat nicht nur ganz tolle Produkte (ich liebe das getönte Fluid), sondern auch Schönheitssalons. Sich dort mal verwöhnen lassen... Und die Crèmes, Tiegel und Fläschchen von BiodermaLe petit Marseillais oder Embryolisse. Eine Handcrème von Buly kaufen. Und dieses Waschmittel nachkaufen.

Natürlich sind das auch Apothekenprodukte, die man in Deutschland sehr gut kriegen kann, aber in Frankreich sind sie teilweise günstiger.

Die günstigste Apotheke ist übrigens die Citypharma Du Four Bonaparte in Saint-Germain-des-Prés. Dort geht es aber ab wie Schmidts Katze und ich bin beim letzten Mal aufgrund von langen Schlangen und fataler Unordentlichkeit ohne Einkauf aus dem Geschäft rausgegangen.

Luxuskosmetik kann man natürlich auch ganz wunderbar in Paris kaufen, zum Beispiel in den Galeries Lafayette, aber tatsächlich bin ich daran deutlich weniger interessiert.



6. Französische Mode

Ich habe da einen roten, wunderschönen Filzhut, der ein richtiger Glückskauf und Zufallsfund war. In einem kleinen Lädchen bei uns im Ort lag dieser rote Hut und wollte von mir gekauft werden. Ich liebe ihn. Aber ich hatte ihn noch kein einziges Mal an. Denn dieses Rot ist wirklich sehr intensiv.

Stellt euch aber mal folgende Zusammenstellung vor:
Ein gerade geschnittener, schwarzer Wollmantel (im Frühling/Herbst eine schwarze Bikerlederjacke), eine schwarzgraue Jeans, schwarze Chelseaboots mit etwas Absatz und einem gestreiften Shirt. Dazu ein Schal, dieser Hut, rot lackierte Fingernägel. Mein Outfit. Mit dem ich mich sehr französisch fühlen würde. (Warum ich das immer noch nicht angezogen habe, verstehe ich selbst nicht...)

Ok, wenn man sich aber neu einkleiden möchte und für einen besonderen Einkauf in Paris spart, dann gibt es hier ein paar Vorschläge. Mode, die manchmal nach Paris schreit und manchmal einfach aus Paris kommt.

Sézane habe ich schon lange auf meinem Radar. Selten erhalte ich Newsletter, aber diesen habe ich direkt bestellt. Und mich durch alle Seiten inklusive Instagrambilder geklickt. Ich mag es sehr. Schöne Jeans, die die perfekte Beinlänge haben, schlichte Blusen, die zu allem passen, und diese Schuhe. Das Shirt mit dem gestickten Schriftzug La Garçonne ist sicherlich auch ein Klassiker. Seit kurzer Zeit gibt es die wunderschönen Teile auch in einem Laden zu kaufen. (Rue Saint Fiacre, nahe der Grands Boulevards)

Madewell hat in einer Kolloboration mit Sézane dieses coole Shirt herausgebracht. Gesehen hatte ich es zuerst bei Garance Doré. Leider ist es mittlerweile ausverkauft.

Die Lookbooks von Balzac Paris schaue ich mir auch regelmäßig an. Der Cardigan Marius geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

Ein Madame Pullover von Maison Kitsuné. Oder ein schlichtes, graues Shirt mit der Aufschrift Parisienne. Oder noch schöner dieser Parisienne-Sweater.

Für Muttis wie mich ist eines der Pullover von émoi émoi perfekt. Zum Beispiel dieser mit der Aufschrift maman poule.

Und vielleicht der Klassiker von Comme des Garçons.

Der brandneue Concept Store von Smallable in St. Germain (Rue du Cherche-Midi) ist meine erste Adresse, wenn es um Kindermode geht.


Zum Stil der französischen Frauen wurde schon viel gesagt. Auch ich ließ mich zu einem Text hinreißen. Und ich habe viel darüber nachgedacht. Ob dieser Stil das Nonplusultra ist? Wie viel Individualität steckt drin und wollen wir das überhaupt? (Aber dazu ein anderes Mal.)



7. Analoge Fotos schießen

Die schönste Kulisse für Fotos bietet Paris. Muss man noch mehr sagen?! Seit ich das erste Mal alleine in der Stadt war, habe ich keine Angst mehr vor Selbstportraits :) Endlich wieder die Kamera einpacken, sich Zeit nehmen und stehen bleiben, die Momente einfangen.



8. Apéro

Und wenn es Abend wird und ich schon viele Tassen Kaffee getrunken habe, dann habe ich Lust auf einen Weißwein oder vielleicht auch mal ein Gläschen Pernod.

Ein Apéro mit Freunden zu veranstalten und in einer schicken Pariser Altbauwohnung am Glas zu nippen, nach dem Spaziergang noch in eine Bar einzukehren oder den leckeren Wein gleich im eigenen Appartement trinken, machen einfach noch mehr Spaß, wenn man in Paris ist.


10. Inspiration tanken

Vielleicht ist dieser Punkt der wichtigste auf meiner Liste. Denn das ist das Besondere an dieser Stadt. Sie inspiriert mich. Mein Kopf ist am Rattern, wenn ich durch die Straßen von Paris laufe, Fotos schieße, im Café sitze, mir die hübschen Französinnen ansehe und eine Ausstellung besuche. Und das tut gut. Das tut gut und gibt Kraft und Input für alle anderen Phasen.


23. November 2015

das Gute im November


Der November ist gut. Und dabei vergesse ich nicht diese unheimlich schlimmen Ereignisse in Paris, die bleiben in meinen Gedanken. Ich möchte hier aber über die guten Dinge schreiben, die Dinge, die mir Freude bereiten. 


Der Wonderbalm von Percy & Reed ist wirklich ein Wunderding. Ich verteile es nach dem Haarewaschen in die handtuchtrockenen Haare, kämme diese noch einmal durch und föhne bzw. trockne sie dann an der Luft. Die Haare riechen toll, haben zwei Tage einen guten Schwung und nichts klebt. Perfekt! Kaufe ich immer wieder nach.

Die Körpercrème rose aurore von L'Occitane (ähnliche hier) war ein Geschenk meines Vaters an mich. Ich habe mich riesig gefreut! Nachdem meine Haut aber vor einem halben Jahr nicht so gut darauf reagierte, stellte ich sie ins Badezimmerregal zurück. Jetzt aber, nach einem erneuten Versuch, kann ich sie wärmstens weiterempfehlen. Ich liebe sie. Meine Haut zickt nicht mehr, die Crème zieht schnell ein und die Haut ist ganz weich.

Was den Herbst auch ganz schön macht: Domino mit der Familie spielen. Diese wunderschönen Steine hat Anton zum Geburtstag geschenkt bekommen und das Spiel füllt (gemeinsam mit Memory und Puzzle) unsere Nachmittage.


Kaschmirsocken wärmen meine Füße. Die Qualität ist leider unfassbar schlecht, sie fusseln ganz stark, aber sie halten warm und sind ganz weich. To do für diesen Winter: noch weitere Sockenpaare in guter Qualität kaufen.


Noch mehr Beauty: Jeden Tag begleitet mich die Tinted Lipbutter von Korres im Farbton Rose. Ich liebe diesen pflegenden Lippenstift, weil er die Lippen wirklich gut mit Feuchtigkeit versorgt. Gleichzeitig verleiht er ihnen ein wenig Farbe. Perfekt auch, wenn ich schon einen Lippenstift draufhabe und die Farbe etwas auffrischen möchte. Das geht ganz ohne Spiegel. Die Farbe Purple möchte ich auch noch haben. (Oder die Tinted Lipbalms von Ilia.)

Endlich wieder rote Nägel. Nachdem ich fast ein Jahr lang nur Klarlack trug, nehme ich mir wieder Zeit, um die Nägel rot zu lackieren. Mein Lieblingsnagellacke sind von L'Oréal und Essie. Und immer kirsch- bis blutrot.

Bei einer Bestellung bei Niche Beauty, bei der ich zu viel Geld ausgegeben habe, die mich aber ziemlich glücklich gemacht hat, sind auch drei Produkte in Probiergröße mitgekommen. Enzympeelings und Seren, die meine Haut ganz rein und weich machen sollen. Zwei Mal die Woche mache ich nun eine kleine Pause und tue meiner Haut etwas Gutes.


Der November ist auch gut mit seinen Glücksfundstücken. In unserem Ort gibt es einen Regalflohmarktladen, in dem ich regelmäßig vorbeischaue. Auf Flohmärkten bin ich oft überfordert, weil alles so verkruschelt ist und ich keinen Überblick habe. In dem Laden finde ich an manchen Tagen gar nichts, an anderen gehe ich mit vollen Taschen hinaus. Ich liebe kleine Ledertäschchen und habe doch tatsächlich nicht nur eine gefunden. Eine Schultertasche, die in wenig abgegriffen aussieht, die aber einen ganz tollen Farbton hat. Jetzt werde ich nur noch in einer DIY-Aktion eine Metallkette mit Karabinern befestigen, damit ich sie auch wirklich tragen kann. Die Lederrolle aus butterweichem Leder nutze ich für meine Pinsel und nehme sie auf meinen Reisen mit.


Und noch etwas, das meinen November sehr gut macht: ich lese wieder. Nicht nur für die Uni, sondern auch für mich. Ich lese Texte und Bücher, die mich interessieren, lerne und entdecke Verbindungen. Wie zum Beispiel letzte Woche. Im Buch über die französischen Impressionisten werden natürlich auch die Seerosen von Monet erwähnt. Ich habe das monumentale Gemälde Der Seerosenweiher vor ein paar Jahren in der Fondation Beyeler in Basel gesehen. Ich saß lange auf der Bank und schaute das Gemälde an, in einer beinahe sakralen Stimmung. Und es packte mich so sehr. Im Buch wird Mallarmé erwähnt. Ein Band mit gesammelten Werken von Mallarmé steht schon lange in meinem Bücherregal. So ein schönes Buch. Aber ich hatte keinen Bezug zu diesem Schriftsteller. Und nun wurde eine Verbindung hergestellt. Wie schön Mallarmé schreibt. Ich lese sein Prosagedicht "Le nénuphar blanc" mehrmals durch, auf französisch und auf deutsch. Es tut so gut, auch wieder französisch zu lesen. (Das mache ich nun regelmäßig.) Mallarmé schreibt (in sehr, sehr langen Sätzen):

Résumer d'un regard la vierge absence éparse en cette solitude et, comme on cueille, en mémoire d'un site, l'un de ces magiques nénuphars clos qui y surgissent tout à coup, enveloppant de leur creuse blancheur un rien, fait de songes intacts, du bonheur qui n'aura pas lieu et de mon souffle ici retenu dans la peur d'une apparition, partir avec: tacitement, en déramant peu à peu sans du heurt briser l'illusion ni que le clapotis de la bulle visible d'écume enroulée à ma fuite ne jette aux pieds survenus de personne la ressemblance transparente du rapt de mon idéale fleur.

Mit einem Blick die keusche Versunkenheit in dieser weiten Einsamkeit umfassen und, wie man zur Erinnerung an eine Stätte eine der zauberhaft geschlossenen Seerosen pflückt, die unvermittelt aufsteigen und mit ihrer weißen Tiefe das Nichts eines unberührten Traums umschließen, eines Glücks, das es nie geben wird, und meines Atems, den ich anhalte aus Furcht vor einer Erscheinung, mit ihr davonfahren: schweigend ganz langsam fortrudern ohne die Verzauberung durch einen Ruderschlaf zu durchbrechen, und ohne dass ein Geplätscher der in meiner Flucht sichtbar aufsteigenden Schaumblasen das schimmernde Gleichnis meines Raubes einer idealen Blume vor unvermutet nahende Füße spült.

Und ich sehe mir immer wieder Abbildungen von Kunstwerken an und trainiere ein bisschen mein Gedächtnis.


Ich habe ja bereits geschrieben, dass es gerade so richtig im Kopf rattert. Glücklicherweise gibt es auch viel Gutes, das mich zum Nachdenken anregt.

Wie geht es euch? Was macht euch im November glücklich?

16. November 2015

eine Pause machen


Pause machen. In meinem Kopf saust es hin und her, nicht nur wegen der furchtbaren Ereignisse am vergangenen Freitag in Paris.

Ich hatte mich in der letzten Woche ganz intensiv mit der wunderschönen Stadt auseinandergesetzt. Für einen Blogpost las ich alte Reisebucheinträge, klickte mich durch meine Lesezeichenliste, öffnete dutzende Male Google Maps, um die Cafés und Geschäfte zu lokalisieren und schaute die Fotos der vergangenen Parisreisen an. Freitag Abend klappte ich meinen Laptop zu, froh, dass ich nach so vielen Wochen endlich diesen Blogpost fertiggestellt hatte. Ich holte mir etwas zu trinken, ging kurz ins Schlafzimmer, als mich mein Freund rief: "Betti, etwas Schreckliches ist in Paris passiert."

Am Wochenende saß ich oft einfach nur still da und dachte nach. Wir feierten zwei Geburtstage, waren spazieren und gingen einkaufen, aber meine Gedanken wanderten immer wieder nach Paris. Mir geht es so nah, wenn ich an die Familien der Opfer denke und an die armen Menschen, die an diesen Horrororten waren. Mir tut es so leid, dass die Verletzten und Überlebenden einer so furchtbaren Situation ausgesetzt waren. In ihrem Heimatort, einem gefühlt sicheren Ort mitten in Europa. Und ich leide auch mit den Einwohnern von Paris mit, weil sie auch Opfer dieser schlimmen Taten sind. Ich wünsche allen Hinterbliebenen, Überlebenden und den Einwohnern, dass sie sich irgendwann wieder sicher fühlen können, dass sie gut schlafen können und keine Angst haben müssen.

Freitagabend und Samstagmorgen alle Instagram- und Facebookaccounts gecheckt: alle Bekannten und Freunde sind in Sicherheit.

Der Montagmorgen. Ein Tag, um neu anzufangen, der Start in die Woche. Zumindest hier. Das Wochenende zeigte mir noch einmal mehr, wie dankbar ich für alles sein kann. Für meine Familie, für den Wohlstand, für den Frieden, der gerade herrscht. Meine Wünsche und Sorgen sind relativ unwichtig.

Und ich bin auch dankbar, weil es in meinem Kopf nicht nur wegen Paris hin- und hersaust. In meinem Leben passiert gerade sehr viel Gutes und es tut so gut, im "Flow" zu sein. Wenn ich kaum eine Denkpause habe, weil es so viel gibt, das zu ver- und bearbeiten gilt. Doch möchte ich mich selbst öfter daran erinnern, dass Pausen gut tun. Mit einer Tasse Kaffee oder frisch aufgebrühtem Minztee. Um sich bewusst zu werden, was man möchte und was man kann, wie gut es einem geht und wie dankbar man sein kann.


3. November 2015

"ein Hin und Her von Wörtern" // Zitate aus Martin Walsers "Das dreizehnte Kapitel"


Zum ersten Mal habe ich ein Buch von Martin Walser gelesen. Als Das dreizehnte Kapitel herauskam und ich eine positive Besprechung las, war ich sehr gespannt. Viele Monate später kaufte ich es mir.

Aber ich habe mich ein wenig durch das Buch quälen müssen. Die Sprache ist zu blumig, der Plot etwas weit hergeholt. Ein Schriftsteller sieht auf einem Event eine Theologin und ist hin und weg von dieser Frau. Er kann nicht anders und muss ihr schreiben. Beide sind verheiratet und scheinbar ganz zufrieden in der Ehe. Der Briefwechsel hält an, sie treffen sich zufällig am Flughafen und schreiben sich seit diesem Zeitpunkt Emails. Aus den Nachrichten entwickelt sich eine ganz eigene Dynamik, eine Art der Beziehung.

Im letzten Drittel kam für mich dann die Erlösung: Stellen, die mir so gut gefielen.
Stellen, die ich mit euch teilen möchte.


In regelmäßigen Abständen reflektiere ich meine Ziele, die ich mit den beiden Blogs habe. Warum schreibe ich, was veröffentliche ich und was lasse ich weg, was bedeutet für mich Erfolg?

"Ich bin Schriftsteller genug, dass ich auch dann noch schreibe, wenn ich weiß oder annehmen muss, dass kein Mensch mich noch liest. Im Gegenteil, nicht mehr gelesen zu werden befreit von jener nie ganz zu überwindenden Schwäche, verständlich sein zu müssen. Ich kann Ihnen jetzt vielleicht sogar Sätze schreiben, die ich nie hätte schreiben können, wenn ich immer hätte daran denken müssen. Sie läsen diese Sätze. Tatsächlich sind wir Schriftsteller, solange wir ans Verständlichsein denken, schon halb verloren. Verständlich sein, das ist dann gleich auch annehmbar sein, zurechnungsfähig sein, brauchbar sein und so weiter. Und mit all diesen Notwendigkeiten belegt, erstirbt die Fähigkeit, dich auszudrücken, wie du es eigentlich möchtest und solltest. Und ich nehme an und hoffe, so gehe es nicht nur Schriftstellern, sondern allen Menschen. Einem anderen verständlich zu sein macht aus jedem eine schlichte oder schlechte Übersetzung dessen, was wir sind, was wir sein könnten, wenn wir einem anderen verständlich wären, ohne dass wir uns übersetzen müssten. Übersetzen in die Sprache des anderen."



Weil  ich in den letzten Wochen mehrere Interviews geführt habe und selbst gefragt wurde, ist mir diese Stelle so hängen geblieben. Im Buch hat die Veröffentlichung seines Interviews verheerende Folgen.

"Noch ein Wort zu dem mich ganz entlarvenden Interview. Zum Interview überhaupt. [...] man antwortet immer mehr, als der Fragenden wissen will. Das ist die Naivität des Gefragten. Er ist sozusagen ehrlich wider besseres Wissen. [...] Ein Interview ist immer ein Geständnis."


Und zwei Sätze, die mir sprachlich gut gefielen.

"Es war meine Einbildung. Ein Hin und Her von Wörtern, die etwas zu sein scheinen, aber nichts waren."

1. November 2015

gelebt


Oh Oktober, ich fand' dich ziemlich gut. Du hattest ein paar Kanten, aber sonst lief es doch ziemlich rund mit uns. Und deine Farben.

gelebt: Ich habe wieder gemalt und fotografiert, gebastelt und Blätter gesammelt. Wir waren krank, wir alle, und wir blieben an vielen Tagen zu Hause. Es ging für uns auch wieder in die Notaufnahme und konnten aber glücklicherweise ziemlich heile wieder nach Hause fahren. Meine Friseurin hat mir viel zu viele Zentimeter meiner Haare abgeschnitten und ich bin mit einer neuen Frisur aus dem Haus gegangen. Das Wintersemester startete und ich habe viel Input bekommen. Ein Date mit einer Instagram-Freundschaft aus Berlin. Ein Tagesausflug nach Mannheim tat so richtig gut. Und unser Urlaub auf Kreta war der perfekte Ausgleich für die stressigen Wochen, die wir vorher hatten.
gegessen bzw. gekocht und gebacken: Zitronen-Minz-Rosotto, Ziegenkäse mit Honig und Feigen
ausgegangen: mit den Müttern unseres "Babytreffs" ganz ohne Kinder in Ruhe im Lomo essen gegangen, weekly Coffeefamiliydates im Baristaz, ein Kaffeedate mit wunderschöner Nachricht im Baron, und kennt ihr das Café Flo in Mannheim? Das ist eine Institution. Mit Blick auf den Wasserturm schaut man sich bei einem leckeren Cappuccino und einem Croissant fancy Leute und Normalos an, die an ihrem Glas Pastis nippen und sich über wichtige Dinge unterhalten.
geklickt: Ich habe Lust auf Paris. Ach echt?! Ja, und nachdem die Mädels von tactually mit ihrem Spaziergang im Pariser Westen meinen Kopf ganz wirr gemacht haben, muss ich hin. Das Café Jane kommt auf meine Liste. Für schöne Bilder klicke ich gerne durch die Webseiten von Daniell Farò. Egal ob auf Instagram, Pinterest oder Blog. Gefunden über Kooye mit diesem Artikel (auch sehr schönes Packaging Design). ktinka mag ich gerade auch sehr. Endlich mal ein richtig schönes Blog. Nicht zu viel, keine Produktplatzierungen, schöne Geschichten.


gelesen: Amphitryon von Kleist und von Molière, Das dreizehnte Kapitel von Martin Walser, und diese beiden Bücher 
gesehen: Glanz und Elend der Kurtisanen im Spiegel der Malerei auf arte
gehört: das Lied Human in der Coverversion von Silje Nergaard (eine Sängerin, die mir früher sehr viel bedeutet hat)
ausgestellt: Endlich wieder. Im Städel sogar angestanden und die beiden Ausstellung Die 80er und Dialog der Meisterwerke gesehen. Wieder total fasziniert von Middendorfs Electric Night (1979). Diese Farben! Wie viele Farbschichten da wohl stecken? Und überrascht von Christa Näher. Ich mochte auch die Zimmeransichten von Vilhelm Hammershøi.
gemacht: eine Käse-Mäuschen-Laterne für den Sankt-Martins-Umzug für Anton gebastelt, Geburtstagsgeschenke für den kleinen Mann eingepackt, Fotoshootings, eine Karte an den Weihnachtsmann (eine Tradition!), mit Aquarellfarben gemalt, Adventskalender.
gereist: ein Tagesausflug nach Mannheim, um Freunde zu treffen, Kreta
gekauft: Ein gestreiftes Basicshirt. Und einen Rollkragenpullover. (Das letzte Mal trug ich einen als ich ein Kind war.) Das beste Stylingprodukt für die Haare. Und dieses tolle Shampoo. 
gewünscht: Gesundheit


gedacht: Eine Freundin hat mich für ein Uniprojekt gefragt, was für mich ein Bild ist. Ich habe viel darüber nachgedacht, das Video gedreht und weiter darüber nachgedacht. Es ist spannend, sich mit einer vermeintlich banalen Ausgangsfrage zu beschäftigen, mit anderen darüber zu sprechen und auf Ergebnisse zu kommen.

Ich habe auch viel darüber nachgedacht, was für mich Freundschaft bedeutet. In den letzten Jahren sind einige Menschen gekommen und gegangen, manche dageblieben. Selten war ich enttäuscht, manchmal traurig, hin und wieder habe ich mich geärgert. Aber so ist ja das Leben. Nicht nur man selbst verändert sich, sondern auch die Beziehungen. Bei den guten, echten Freundschaften aber weiß ich umso mehr zu schätzen, was ich an ihnen habe. Ein richtiger Austausch, wahre Anteilnahme und Wertschätzung.

Die Femtastic Ladies thematisierten in der letzten Woche den weiten Begriff der Inspiration. Was ist für mich Inspiration, wie setze ich sie um? Die Artikel haben ich mich dazu inspiriert, über das Thema nachzudenken und natürlich auch noch mehr Lust auf Paris zu bekommen. Denn gerade in dieser Stadt beginnt mein Kopf zu brummen. Ich zehre auch noch monatelang davon. Aber natürlich erhalte ich auch in den kleineren Städten in unserer Umgebung sowas wie Inspiration, auch bei einem Waldspaziergang, in einer Ausstellung, oft auch durch Gespräche. In der ersten Semesterwoche merkte ich auch, wie ich plötzlich wieder mehr Lust auf Wissen und Literatur hatte, dass ich wieder schreiben wollte und ich manchmal nicht gut einschlafen konnte, weil ich vor lauter Gedanken keine Ruhe finden konnte.


gefragt: Warum sich manche Menschen so unregelmäßig melden, warum der Urlaub denn viel zu schnell vorbei ist und warum in Mainz viele Geschäfte samstags schon um 16 Uhr schließen.
geärgert: Dass viele interessante Veranstaltungen an der Uni nur abends stattfinden und ich somit nicht daran teilnehmen kann.
gefreut: Über das Paket von Niche Beauty, über die gelben Blätter, über Besuch, der Stückchen mitbringt, Freunde zu treffen, eine tolle Espressobohnensorte gefunden zu haben und ein Event im Städel im November (wer ist dabei?).
gewünscht: Eher materielle Wünsche, weil ich ansonsten ziemlich zufrieden bin. Spielplatztaugliche Stiefel, schwarze Chelsea Boots ohne Absatz, ein warmer Pullover, eine Vase für große Blumensträuße.
geliebt: Ein zufriedenes Kind, dass mit mir kuscheln möchte.

Und wie war euer Oktober? Habt einen schönen November!