den Augenblick erkennen, den Moment erleben

30. März 2015

gereist: Anton und ich zu Besuch in Stuttgart


Das ist mal wieder typisch Betti. Da komme ich endlich mal aus Mainz raus, habe Ferien, ein bisschen Geld und Zeit, fahre nach Stuttgart und besuche eine Freundin, erlebe eine großartige Zeit und mache nur in den letzten beiden Stunden Fotos mit meiner Handykamera. Die Spiegelreflexkamera wurde aufgrund von Übergepäck im Kinderwagen zu Hause gelassen. Aber dass ich dann trotzdem kaum einen Moment daran denke, auch mit meinem Handy Bilder schießen zu können, ist echt typisch. Naja, ich lebe halt im Moment, stehe nicht hinter einer Kamera, erlebe also die Augenblicke ganz bewusst. Haha. Und dann fällt mir zu Hause ein, dass es ja ganz nett wäre, ein paar Adressen für Interessierte weiterzugeben und ich habe kein Schaumaterial. Und, es ist eben auch so, dass ich mir die Orte viel besser merken kann, wenn ich sie einmal abfotografiert habe. Beim nächsten Mal bin ich also vielleicht wieder ganz touri-like in einer Stadt unterwegs und knipse was das Zeug hält. Wir werden es sehen.

Anton und ich waren letzte Woche zum ersten Mal alleine unterwegs. Wir waren natürlich schon häufig bei meinen Eltern oder in all den umliegenden Städten, aber so einen kleinen Mini-Urlaub haben wir noch nie gemeinsam gemacht. Wir nutzten also meine vorlesungsfreie Zeit endlich einmal aus und besuchten unsere Freundin Lisa.

Ich war schon einige Mal in Stuttgart, auch über Nacht und ich bin immer wieder gerne dort.







Wilhelma
Nachdem mir eine Freundin so viel von diesem Zoo vorschwärmte, nutzte ich unsere letzten Stunden, um den Affen, Pinguinen und Löwen einen Besuch abzustatten. Meine Freundin hatte nicht zu viel versprochen. Der Zoo ist auf einem Hügel angelegt und ist sehr weitläufig. Viele der einzelnen Häuschen sind im maurischen Stil gebaut. Und das sieht bezaubernd aus. Außerdem gibt es in diesem großen Park einen wunderschönen Magnolienhain, eine historische Gartenanlage und einen Schaubauernhof. Obwohl ich kein wirklicher Tierfreund bin, weiß ich nicht, was ich von halten soll, dass Tiere eingesperrt sind. Es geht oft natürlich um Artenschutz, aber wenn ich mir manchmal die kleinen Flächen ansehe, in denen so viele Tiere leben müssen, dann tun sie mir wirklich leid. Wenn ich diesen Gedanken aber ablege, dann habe ich viel Spaß im Zoo. Es ist großartig, Tiere live zu sehen - gerade mit einem kleinen Kind. Bücher alleine reichen einfach nicht aus. Wir hatten leider keine Zeit, uns auch die Pflanzen anzusehen, aber es gab auch so viele Highlights für uns. Die Affen natürlich, eine kleine Familie, die eng aneinander auf einem Baumstamm saß und sich lauste, ein Küken, das gerade aus einem Ei schlüpfte, die großen Pelikane, die schnell schwimmen und die vielen Vogelarten, die frei herumflogen. Eine ganz besondere Aussicht gibt es vom Bistro Belvedere. Am besten gelangt man ins Museum mit der U14, Haltestelle Wilhelma,

Hüftengold
Für mich ist das Café Hüftengold schon fast ein Klassiker. Es gibt Frühstück bis 16 Uhr, eine Abendkarte und leckeren Kuchen. Ich aß einen guten Apfel-Schoko-Nuss-Kuchen. Meistens gibt es auch genug Platz für einen Kinderwagen. Toll ist es auch, bei gutem Wetter draußen zu sitzen. In der Olgastraße 44, U Olgaeck findet ihr diesen Ort.






Staatsgalerie Stuttgart
Ein kleines Kunst und Kultur Programm ist für mich ein Muss. Zur Zeit findet die Ausstellung Oskar Schlemmer. Visionen einer neuen Welt statt. Eine ganz große Empfehlung! Wenn man sich monatelang mit einem Künstler auseinandersetzt, dann sind solche Ausstellungen natürlich noch viel interessanter. Die Staatsgalerie beherbergt außerdem das Archiv Oskar Schlemmers und hat somit einen besonders guten Zugang zu seinen Arbeiten. Die Staatsgalerie ist über die U-Bahn Haltestelle Staatsgalerie erreichbar.


Heusteigviertel
Für Kids gibt es am Mozartplatz einen kleinen Spielplatz mit Rutsche, Karussell und Wippe und ein bisschen Sand. Nicht besonders groß, aber völlig ausreichend, damit Kinder sich austoben können.
In einige Cafés konnten wir aus Zeitmangel gar nicht reingehen, aber die Herbert'z Espressobar sah sehr vielversprechend aus. Sehr hip, mit gutem Kaffee und coolen Leuten. Auch im Zimt & Zucker möchte ich beim nächsten Mal vorbeischauen. Das Restaurant Mozart3 bietet eine tolle Karte an und wäre perfekt für ein Date. Im Laden Studiotique findet das (Blogger-)Herz, alles was es begehrt und schon so lange im Netz anschmachtete. Papergoods, Schmuck, Einrichtungskram und Geschenkideen.












28. März 2015

Entscheidungen treffen...


Es gibt Tage, nein Wochen, da kann ich mich einfach gar nicht entscheiden. Ok, eigentlich ist es so, seitdem ich mit Anton schwanger geworden bin. Besonders schwer fällt mir das Entscheidungentreffen, wenn ich zwei ziemlich gute Optionen habe. Seit zwei Wochen treibt mich also um, ob wir in unseren freien Tagen lieber nach Paris oder nach Hamburg fahren sollen. Glücklicherweise treffe ich diese Entscheidung nicht alleine, sondern gemeinsam mit meiner kleinen Familie.

In Hamburg war ich schon so lange nicht mehr, die Wohnungen sind hübscher und günstiger, das Leben in der Stadt ist genauso teuer wie in Mainz.

Paris ist Paris. Das geht immer. Die Stadt ist wunderschön. Aber auch ziemlich anstrengend. Die Métros sind mit dem Kinderwagen nicht immer gut zugänglich, die Zimmer sind klein, alles ist teuer. Aber es ist eben Paris.

Je länger wir also keine Zeit haben, die Entscheidung tatsächlich zu treffen, desto weniger Wohnungen sind noch verfügbar und desto höher steigen die Preise.

Was meint ihr? Kennt ihr vielleicht eine tolle familienfreundliche Wohnung, die ihr uns empfehlen könnt? Wo würdet ihr so spontan hinreisen?

22. März 2015

Paris in meinen Gedanken: ein Rezept für französische Croissants


PARIS in meinen Gedanken - eine Woche lang teile ich meine Sehnsucht nach der wunderbaren Stadt mit euch. 
Ständig sammle ich Links und Berichte und stelle nun eine Auswahl davon zusammen. 

Hui, so schnell ist diese Woche vergangen. Habt ihr auch so Lust auf diese Stadt bekommen? Meine Sehnsucht ist ja noch viel größer geworden. Ich habe in meinen Semesterferien noch eine freie Woche und vielleicht haben wir ja tatsächlich wieder die Gelegenheit, nach Paris zu fahren. Oder ich klicke mich zumindest durch alle Webseiten, kaufe ein neues Plakat und kleide mich à la Française :)

Wisst ihr, was ihr unbedingt machen müsst, wenn ihr in Paris seid? Kauft euch ein frisches Croissant, setzt euch auf eine Parkbank und genieeeeeßt es. Oder kauft euch ein frisches Pain au Chocolat. Ich habe noch nie in meinem Leben bessere Croissants gegessen als in Paris. Der Teig ist buttrig und fluffig ohne allzu fettig zu sein, beim Reinbeißen blättert nicht die Hälfte ab und sammelt sich in den Haaren oder im Schal und man braucht einfach nicht viel mehr für ein gutes Frühstück. Naja, vielleicht noch einen leckeren Kaffee und einen frischgepressten Orangensaft. In Deutschland esse ich überhaupt keine Croissants, mit wenigen Ausnahmen schmecken sie mir alle zu fad, trocken, zu blättrig und zu krümelig, irgendwie ein bisschen wie Pappe. Und so hat es sich etabliert, dass ich mir jeden Tag in Paris mindestens ein Croissant (und manchmal eben auch ein Pain au Chocolat) gönne. Das reicht vollkommen, macht mich satt (und rund) und ist einfach nur köstlich.

Da ich so selten gute Croissants in Deutschland finde, habe ich mir als Nicht-Bäckerin gedacht, dass ich das doch einfach mal ausprobieren sollte - das Croissantsselbstbacken. Und nach kurzem Stöbern im Netz bin ich auch auf ein französisches Rezept gestoßen. Paah, so einfach war das gar nicht, bzw. einen Haufen Arbeit hat es mir gemacht. Aber manchmal ist es eben so, wenn man sich etwas in den Kopf gesetzt hat.

Ich habe das Rezept, so wie es Aurélie nach Lenôtre backt, übernommen und die Hälfte des Teiges gemacht. Dabei sind bei mir elf Mini-Croissants rausgekommen, die einen beim meisten Willen nicht satt machen. Die aber ziemlich köstlich sind! Also, die ganze Arbeit lohnt sich, dennoch sind sie nicht so die typischen Pariser Croissants.


Der Teig ist nicht unkompliziert und es dauert mehr oder weniger den ganzen Tag, bis man endlich in ein frisch gebackenes Croissant reinbeißen kann. Aber dennoch ist es zu schaffen, wenn man alle Schritte sorgsam nacheinander macht.


Also hier Schritt für Schritt zu leckeren Croissants:

Der Teig
//  (1) Die frische Hefe mit dem lauwarmen Wasser in einem kleinen Schälchen vermischen.
// (2) In einem weiteren kleinen Schälchen Salz und Zucker mit einem EL Milch vermischen.
// (3) In einem kleinen Topf die Milch, das Wasser und die Butter erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist.
// (4) In einer Schüssel das Mehl einschütten, eine Mulde in der Mitte formen und zunächst die (2). Mischung, dann die (3). und zum Schluss die (1). Mischung Einführung und kneten. Ich knete immer mit der Hand. Der Teig war etwas zu klebrig und ich schüttete ein wenig Mehl nach.
// Den Teig mit einem feuchten Tuch überdecken und eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Ich habe dafür den Backofen auf 50 Grad vorgeheizt, dann die Tür etwas offen gelassen und die Schüssel dort für eine Stunde reingestellt.

// Bei mir hat sich der Teig nicht verdoppelt, doch ist er gut aufgegangen. Nach dieser Stunden wird der Tag leicht angepresst und dann für zwei Stunden in den Kühlschrank gestellt. Auch hier sollte der Teig noch etwas aufgehen.

Das Tourieren
// (5) Die Butter (kalt bis zimmerwarm) zwischen zwei Blättern Backpapier mit einem Nudelholz zu einem 1 cm dicken Viereck rollen. Das klappte viel besser als gedacht.
// Den Teig auf die doppelte Größe der Butter rollen und die Butter mittig darauf platzieren. Dann müssen die Seiten des überstehenden Teiges auf die Butter geklappt werden und daraufhin das Päckchen nur der Länge nach ausgerollt werden. Das eine Ende wird zu 2/3 nach oben geklappt und das obere Drittel auf die beiden Schichte runter. Dieses Paket muss für eine halbe Stunde in den Kühlschrank.

// Danach muss es um 90 Grad gedreht und wieder der Länge nach ausgerollt werden. Nach dem Zusammenklappen in ein dreimaliges Päcken wie oben, kommt es wieder für eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Diesen Vorgang wiederhole ich dann noch einmal.

// Zu guter Letzt wird das Päckchen noch einmal gedreht und wieder der Länge nach bis auf ca. 3 mm ausgerollt. Aus dem Teig werden nun Dreiecke ausgeschnitten. Von der breiten Seite aus werden die Teigdreiecke zur Spitze gerollt und auf ein Backblech gelegt.
// Nach einer weiteren halben Stunde Gehzeit an einem warmen Ort, müssen sie nur noch für 20 Minuten im vorgeheizten Backofen (180 Grad) gebacken werden.


Ich habe ein paar der gerollten Teigrohlinge in die Gefriertruhe getan und gestern Morgen zum Frühstück gebacken. Das hat bestens funktioniert! Stellt euch vor, am Wochenende leckere, selbstgebackene Croissants zu essen. Wunderbar, oder? Ich habe sogar zum ersten Mal ein Croissant in den Kaffee getunkt und sogar das schmeckt sehr gut. Und dennoch, auch die selbstgemachten Croissants kommen nicht an die französischen ran. Mmmh....bon appétit!



21. März 2015

Paris in meinen Gedanken: Paris für die Wand


PARIS in meinen Gedanken - eine Woche lang teile ich meine Sehnsucht nach der wunderbaren Stadt mit euch. 
Ständig sammle ich Links und Berichte und stelle nun eine Auswahl davon zusammen. 

Holt euch doch mal Paris nach Hause. Und pinnt die Stadt an eure vier Wände. An meinem Schreibtisch hängen drei Postkarten, die ich immer wieder anschmachte, wenn ich am Tisch arbeite. Ein toller Ausflug in Gedanken also zwischen den Notizzetteln und dem Terminplan. Im Netz gibt es eine große Auswahl an Postern, in denen Paris das Hauptmotiv ist. Und ich liebe Stadtkarten. Ich verliere mich so gerne darin, laufe die Wege ab und setzte Markierungspunkte.

Hier eine Wahl von schönen Postern, die für jeden Anlass passen.

Paris is ALWAYS a good idea. Designsbyritz ca. 5 €, typealive ca. 10 €

Vianina ca. 30 €, Historic Perspective ca. 24 €

Simon Sek 21 €, paperchat ca. 10 €

lauraamiss ca. 9 , PrintableSopoomc ca. 7 € 

forma nova 29 €, Kimum ca. 18 €

Art Files Vicky ca. 13 €, Buchstabentorte 25 €

RNDMS ca. 15 €,  Alexej Nagel 5 €

20. März 2015

Paris in meinen Gedanken: ein Gespräch über Paris mit der Fotografin Tetyana Lux


PARIS in meinen Gedanken - eine Woche lang teile ich meine Sehnsucht nach der wunderbaren Stadt mit euch. 
Ständig sammle ich Links und Berichte und stelle nun eine Auswahl davon zusammen.

Wisst ihr, es ist so ein besonderes Glück, wenn man die Liebe zu einer Stadt mit Freunden teilen kann. Tetyana Lux ist eine dieser Freundinnen, mit der ich stundenlang über Paris sprechen kann, die mir die schönsten Karten aus Paris schickt und deren Paris-Fotos ich mir so gerne ansehe. Tetyana ist nämlich Fotografin und ihre Bilder sprechen eine ganz besondere Sprache. Ihr könnt euch vorstellen, wie sehr ich mich jedes Mal über Aktualisierungen in ihrem Instagram Feed freue, wenn sie gerade wieder in Paris ist. Ich könnte mir also keine bessere Person für eine kleine Fragerunde zu Frankreichs Hauptstadt vorstellen. Ich wollte von ihr wissen, was ihr so gut an dieser Stadt gefällt, wo ihre Lieblingsorte sind und wie ein perfekter Tag für sie aussieht.


Liebe Tetyana, ich freue mich sehr, dass du dir die Zeit nimmst und mir diese Fragen beantwortest. Seit wir uns kennen, teilen wir eine Leidenschaft. Aber ich weiß gar nicht, wann du das erste Mal nach Paris gefahren bist. Wie war deine erste Begegnung mit Paris?
Zum ersten Mal reiste ich nach Paris, um dort Silvester und Neujahr 2003 zu feiern. Ich kam am 31.12.2002 mit einem Bus aus Frankfurt um 6:30 Uhr morgens an und wurde von meiner lieben Freundin Anja abgeholt. An dem Tag habe ich nur den Gare du Nord, den Platz davor mit den typischen Haussman-Häusern und ein Hippopotamus-Restaurant gesehen. Danach tätigten wir Einkäufe und bereiteten uns auf die Silvesternacht vor. Bei der Party lernte ich viele interessante Leute kennen, die nur so vor Energie und Selbstbewusstsein strotzen. Diese Begegnungen haben mich damals sehr inspiriert. Ich blieb nur 4 Tage in Paris und besichtigte die Stadt mit Anja und ihrem Freund nur bei Einbruch der Dunkelheit, weil meine Gastgeber nicht so sehr davon begeistert waren, jeden Tag früh aufstehen zu müssen, um mir die Stadt zu zeigen. Trotzdem war ich von allem begeistert, was ich gesehen habe. Besonderes haben mich die Notre Dame de Paris, der Eiffelturm und die Sacre Coeur beeindruckt. Alles war so viel größer und strahlender als ich es mir vorgestellt habe. Am letzten Tag bin ich dann alleine in die Stadt, um das Louvre zu besichtigen. Ich hatte nur sehr wenig Zeit und rannte von einem bekannten Kunstwerk zum nächsten. Ich musste unbedingt die Venus von Milo, die Nike von Samothrake und, natürlich, Da Vincis Mona Lisa im Original sehen.

Du schriebst vor einigen Wochen den Kommentar zu einem Instagram-Bild von dir: Ich kann nicht leben ohne wenigstens ein Mal im Jahr hin zu fahren! Was begeistert dich denn so an dieser Stadt?
Jedes Mal, wenn ich hinfahre, fühle ich mich wie geladen von der Energie der Stadt. Sie inspiriert mich immer aufs Neue, bringt mich auf neue Gedanken und gibt mir Kraft und Gewissheit, alles erreichen zu können. Eine große Rolle dabei spielen meine alten und neuen Freunde, die dort leben oder mir dort bei meinen Reisen begegnen. Vor allem ganz am Anfang, als ich selbst noch nicht wusste, was ich eigentlich mit meinem Leben anfangen sollte, traf ich bei meinen Paris-Reisen auf Menschen, die zielstrebig waren und schon etwas erreicht hatten. Das inspirierte mich dazu, an mich selbst zu glauben und mir neue Ziele zu setzen.


Du schaffst es tatsächlich jedes Jahr, mindestens einmal dort zu sein. Du bist mittlerweile aber nicht nur aus privaten Gründen dort, sondern hast auch Aufträge und arbeitest in der Stadt. Hat sich dadurch deine Wahrnehmung auf Paris verändert?
Ich habe das große Glück, dass ich meine Freunde in Paris immer wieder besuchen darf. Ich fühle mich nicht wie eine Touristin dort. Wenn ich zum Arbeiten nach Paris fahre muss ich akzeptieren, dass ich nicht sehr viel von der Stadt selbst mitbekommen werde. Dafür bereichert es mich auf eine andere Art und Weise, weil ich neue Menschen und neue Orte kennenlernen und neue Erfahrungen sammeln darf.

Gibt es etwas, das du immer wieder kaufst, wenn du in Paris bist?
Ich kaufe gerne etwas, was mich noch einige Zeit an die Reise erinnern wird. Zum Beispiel habe ich mir letztes Jahr im Mai einen roten Lippenstift gekauft und jedes Mal, wenn ich ihn auftrage, muss ich an diese schöne, sonnige Zeit in Paris denken. Manchmal ist es ein Kleidungsstück oder ein Schmuckstück. Ich freue mich dann auch immer, wenn mich jemand danach fragt ,wo ich es gekauft habe. Aber jedes Mal kaufe ich mir Zeitschriften in französischer Sprache: Elle, Madame, Jalouse, Marie Claire Idées und seit kurzem Milk Decoration und Simple Things.


Was sind deine drei liebsten Orte in Paris?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.  Ich liebe den Jardin du Luxembourg, weil das ein wunderbarer Ort ist um sich zu entspannen, Menschen zu beobachten und Skulpturen zu bewundern. 
La Pagode gehört zu den Geheimtipps von Paris (57, Rue Babylone, 75007 Paris). Das Bauwerk wurde Ende des 19 Jh. als eine getreue Kopie einer chinesischen Pagode gebaut und dient heute als Kino. Der kleine Innenhof ist frei zugänglich und strahlt eine besondere Atmosphäre der Ruhe und der Vergänglichkeit aus. (Ein Block weiter in der Rue Babylone befindet sich eines meiner Lieblingscafés in Paris - Café Coutume, das ich dank dir, Betti, entdeckt habe.)
Und mein absoluter Favorit in Paris ist und bleibt der Eiffelturm! Ich habe eine Tradition: jedes Mal, wenn ich in Paris bin, mache ich ein Tourifoto mit dem Turm im Hintergrund. Ich werde sie alle in ein Album einkleben und so eine Chronologie meiner Reisen nach Paris erstellen.

Was sollte man unbedingt einmal in Paris gemacht oder gesehen haben?
Wenn man zum ersten Mal nach Paris fährt, empfehle ich, sich nicht verrückt zu machen und das klassische touristische Programm durchzuführen. Man sollte sich auch Pausen gönnen und einfach mal im Café sitzen und so tun, als wäre man selbst ein glücklicher Bewohner dieser Stadt. Ansonsten finde ich, dass der Besuch eines der Straßenwochenmärkte sehr schön ist, um in das tägliche Pariser Leben einzutauchen. Einer der bekanntesten und am besten zu erreichenden solcher Märkte ist der in der Rue Mouffetard (die sich auch zum Ausgehen am Abend bestens eignet.)


Und wie sieht für dich ein perfekter Tag in Paris aus?
Ein perfekter Tag in Paris soll früh anfangen. Ich hole frische Baguettes, Pains aux Rasins, und Croissants aus der Boulangerie und frühstücke zusammen mit meinen Freunden, bei denen ich das Glück habe zu übernachten. Danach mache ich mich zu einem meiner Programmpunkte auf, die ich mir bei der Vorbereitung auf die Reise ausgesucht habe. Es kann eine Ausstellung, ein Museum, eine Sehenswürdigkeit, die ich noch nicht besichtigt habe (ja, so etwas gibt's noch) aber auch trendige Cafés oder Shops sein. Mittags würde ich am liebsten im Jardin du Luxembourg auf der Wiese liegen oder einen der heißbegehrten grünen Metallstühle ergattern und die Sonne zum Snack genießen. In der kalten Jahreszeit wäre ich dann in einem der angesagten Cafés zum Mittagessen eingekehrt. Dann nehme ich mir die Zeit, um mit meiner Stadt allein zu sein, durch die Straßen zu schlendern, Fotos zu machen, vielleicht auch ein bisschen Shopping und natürlich das obligatorische "Ich und La vieille dame de fer (Eiffelturm)"-Foto muss gemacht werden. Am Abend würde ich mich am liebsten mit Freunden zum Essen verabreden und den Tag bei Gesprächen und gutem Wein ausklingen zu lassen.


Dieser Tag klingt auch für mich ziemlich perfekt. Ich danke dir meine Liebe für den Einblick in dein Paris. Und ich wünsche dir, dass sich für dich bald wieder eine Möglichkeit findet, hinzufahren und ein paar Stunden durch die Stadt zu schlendern.


Wer noch mehr von Tetyana sehen möchte, dem empfehle ich ihre Webseite (und hier sind alle Artikel, die sich um Paris drehen). In dem Blogpost Take me to Paris zeigt sie ganz zauberhafte schwarzweiß Bilder aus Paris. Und ich muss so grinsen, wenn ich den Anfang des Textes lese: Es wäre wahrscheinlich einfacher für alle Beteiligten, wenn ich nach Paris umziehen würde. Ihre analogen Bilder sprechen mich auch sehr an. Und auf Instagram zeigt sie Bilder aus ihrem Leben. Alle Bilder, die hier auftauchen, habe ich aus ihrem Instagram Feed, unter dem Hashtag #tetyanaluxparis findet man direkt zu ihren Paris Bildern.



alle Bilder @tetyanaluxparis

19. März 2015

Paris in meinen Gedanken: der Pariser Stil


PARIS in meinen Gedanken - eine Woche lang teile ich meine Sehnsucht nach der wunderbaren Stadt mit euch. 
Ständig sammle ich Links und Berichte und stelle nun eine Auswahl davon zusammen. 


Der Pariser Kleidungsstil übt schon lange eine gewisse Faszination auf mich aus. Ich kann mich gut mit diesem identifizieren und fühle mich damit ein bisschen wie "zu Hause". Aber nehmt diesen Blogpost bitte nicht zu ernst, denn so ungern ich Fisch esse, so wenig bin ich eine Modebloggerin. Aber der Pariser Stil gehört einfach zu dem großen Themenkomplex Paris und da Kleidung ein (mir eher unwichtiges, aber sonst ganz) schönes Thema ist, will ich natürlich ein paar Gedanken dazu aufschreiben.

Da ich jetzt nicht gerade mit Exzentrik aufwarten kann, weil ich eher "schick" als sportlich bin, dunkle Farben gerne trage und Basics mag, fühle ich mich viel mehr mit französischen Frauen verbunden als mit den Berliner Damen, den Londonern oder den New Yorkern. Natürlich heißt das nicht, dass alle Frauen so aussehen, aber es ist doch ziemlich interessant zu beobachten, dass man einen gewissen Frauentyp auf den Pariser Straßen immer wieder sieht. Dieser ominöse Pariser Stil lässt sich häufig bei (schlanken?) Frauen mit dunklen, offenen, vielleicht leicht zerzausten Haaren finden, die eine schwarze Hose und eine dunkle Lederjacke tragen. Oft mit einer Zigarette in der Hand, einer tollen, sehr hochwertigen Tasche und einer tiefen Stimme.


Caroline de Maigret verkörpert so ziemlich genau diesen Typ Frau. Und es ist kein Wunder, dass ausgerechnet sie im September 2015 gemeinsam mit drei weiteren Autorinnen das Buch How to be Partisan wherever you are herausgebracht hat. Das Buch soll kein allzu ernstgemeinter Ratgeber sein, doch stecken hinter dem Witz auch viele Wahrheiten. So kann ich nach Gesprächen mit Pariserinnen bestätigen, dass die Damen sehr stark auf die Qualität der Kleidung achten, dass sie anderen Frauen gegenüber manchmal ganz schön arrogant sein können und dass sie aufgrund ihrer Attitüde (was auch immer diese ist) besonders spannend und verrucht wirken. Hier ist ein Interview mit Caroline, in dem sie auf ein paar Details in ihrem Buch eingeht. Und auf ihrem Tumblr gibt es z. B. dieses, dieses und dieses Outfifoto, in denen sie seeehr französisch aussieht.

Carin, die ich gestern schon in der Linkliste vorstellte, schreibt in mehreren Artikel über den Kleidungsstil der Pariserinnen. Sie greift nicht nur auf, dass das Layering der Schlüssel zum Stil seien, sondern erwähnt auch, dass man mit Schal und Trench immer gut angezogen aussieht. Flache Schuhe gehören auch dazu.

Und dann schreibt sie Folgendes:
Keep it simple and chic, and make it look as though you didn't spend more than five minutes in front of the mirror getting ready that morning (even though you technically did). Focus on interesting shapes and textures (preferably in muted colors) and you'll be fine - a stop at COS and &Other Stories is a must if you want to pick up a few tips about young and cool Parisian dressing. Stay away from too many embellishments and short dresses - basically anything that can be perceived as tacky. It might seem boring, but French women do wear a lot auf black. And gray. And maybe a little bit of white.

Oh, damit kann ich mich gut identifizieren!


Und Leia, diese hübsche Mami, schreibt, dass ihre Lösung das Mixen der unterschiedlichsten Kleidungsstücke ist. Ihre Outfits zeigen, dass sie das perfektioniert hat.

Auf dem Streetstyle Blog A love is blind fotografiert Sandra den Trubel vor den Modeschauen während der Fashion Weeks. Das französische Vogue Team ist ein Paradebeispiel des französischen Stils - schaut hier, hier und hier, und selbst die Besucher adaptieren den Stil wunderbar, z. B. die Britin Lily Donaldson und Sofia Sanchez Barrenechea.

Amelie hat in der letzten Woche einen schönen, persönlichen Text über das Faszinosum Pariser Stil geschrieben.


Es gibt zwei Onlineshops, die soo wunderbar sind. Bei Sézane könnte ich mich leerkaufen. Sie haben eine Essentials Abteilung, die wirklich tolle Basics anbietet. Diese Jeans macht nen Knackpo, das Breton Shirt passt sowieso perfekt dazu und vielleicht mal rote Loafer? Einen klassischen Trench oder einen Mantel würde ich bei Gerard Darel kaufen. Und dieses schwarze Kleid für jeden Anlass sowie diese Hose oder diese Cigarette Pants von L'art du basic und dieses sehr einfache, aber hochwertige Kleid, das so sehr nach Betti schreit.


Was sagt ihr zum Pariser Stil? Könnt ihr euch damit identifizieren oder seid ihr ein anderer Typ? Und wo kauft ihr die besten Basics? Habt ihr beispielsweise ein perfektes gestreiftes Oberteil gefunden?

18. März 2015

Paris in meinen Gedanken: eine Linkliste


PARIS in meinen Gedanken - eine Woche lang teile ich meine Sehnsucht nach der wunderbaren Stadt mit euch. 
Ständig sammle ich Links und Berichte und stelle nun eine Auswahl davon zusammen. 


Heute stelle ich euch ein paar Links vor, die ich in der letzten Zeit ziemlich häufig anklicke.

Man findet im Netz viel häufiger Blogs über Paris von Amerikanerinnen als von Parisern. Paris in four months in meine neueste Entdeckung. Carin arbeitet als Fotografie hauptsächlich in der Modebranche und für das Reisemagazin Condé Nast Traveler. Ich mag das Layout ihres Blogs, ihre Bildsprache und ihre kurzen Texte. Ihr Instagram-Account ist auch sehr empfehlenswert. Zwei Artikel, die sich besonders mit der Stadt auseinandersetzen und ich sie daher empfehlen möchte: My dream day und My favourite blogs about Paris.

Und die gute Carin schreibt für Condé Nast Traveler über ihre Lieblingsorte in Paris. Zum Beispiel diesen Artikel über Hotels und Restaurants mit großartigen Ausblicken. Viele Fotos aus Paris gibt es auch auf dem Instagram-Account.

Auf Bon Appétit werden in Slideshows Adressen der unterschiedlichsten Städte vorgestellt. Hier ist beispielsweise eine Reihe von Frühstücksorten in Paris. Es gibt aber auch jede Menge anderer Themen.

U.S.N.B.P ist ein Blog eines Fotografen, das ich schon seit jeher in meinem Feed habe. Er fotografiert häufig analog und seine Themen sind immer wieder die Pariser Straßen, Streetware Labels und seine Freunde. Nicht im klassischen Sinne französisch, aber so schön zwischen den Zeilen. Oder zwischen den Bildern. (Er fotografiert auch immer wieder für Freunde von Freunden.)

Auf Gecko Footsteps verraten neun Reiseblogger ihre Top Ziele und Nathalie von Urlaubsreif und Meer schreibt über Paris. Paris mit Kindern, die schon in der Schule sind. Merke ich mir für später.

Die französische Elle hat auf ihrem Instagram-Account eine Stadtkarte von Paris mit ihren wichtigsten Adresse eingestellt.

Instagram ermöglicht mir ja wirklich viel. Und eine besondere Sache an dieser Plattform ist, dass man direkt einen Schnappschuss inklusive Meinung erhält. Ich mache ständig Screenshots und nehme mir dann manchmal die Zeit, alle Adressen zu recherchieren und in ein analoges Notizbuch zu übertragen.

Täglich sehe ich also die Bilder von mamajulesjeanne (und Blog) - mit den coolen Kids, lou_in_paris (und Blog) - Fotos, die den Pariser Flair ganz nahe bringen, my_little_paris (und Blog) - purer Lifestyle, LEIASFEZ (und Blog) - unglaublich schöne Familie mit unglaublich schöner Wohnung und ganz viel schwarzweiß, freepy - interessant sind die kleinen Geschichten zu den Bildern, alixcherry (und Blog) nur hin und wieder, weil sich der Account und ihr Blog wiederholen und manchmal louisepando (und Blog).



Habt ihr Lust auf noch mehr Links zum Thema Paris?! Ich habe in den letzten Jahren diese Ansammlung von Webseiten und diese Liste mit Cityguides zusammengestellt. Es macht wirklich Sinn, hin und wieder ins Archiv zu schauen, denn manche Adressen hatte ich schon vollkommen vergessen. Und ich werde mich nun mal wieder durch die neuesten Beiträge lesen.

17. März 2015

Paris in meinen Gedanken: ein Reiseführer


PARIS in meinen Gedanken - eine Woche lang teile ich meine Sehnsucht nach der wunderbaren Stadt mit euch. 
Ständig sammle ich Links und Berichte und stelle nun eine Auswahl davon zusammen. 


In der Reisevorbereitung komme ich nicht an Reiseführern vorbei. Dabei spielt es keine Rolle, ob digital oder analog. Ich finde es einfach spannend, welche Ideen andere haben und welche Orte sie als besonders wichtig erachten. Es ist nicht so, dass ich dann alles übernehme, sondern vielmehr eine Auswahl der Tipps treffe. Nicht selten mache ich Screenshots von tollen Instagram-Bildern oder notiere mir Adressen in mein Notizbuch. Und wenn ich ein Reise gebucht habe, greife ich wieder darauf zurück und entscheide dann spontan, was ich sehe, wohin ich gehe und wo ich einkehre.

Ein neues Beispiel für einen Reiseführer in Buchform habe ich letztens geschenkt bekommen. Ein perfektes Wochenende in... Paris. Der Titel klingt schon einmal spannend. Denn 72 Stunden sind nicht lange für eine so große Stadt.

Was mir an diesem Reiseführer so gut gefällt:
Die Mischung macht's! Ich finde den Reiseführer interessant, weil es nicht nur typische Ausflugsziele nennt, sondern seinen Schwerpunkt auf einzelne, sehr trendige Adressen legt. Es werden also Lieblingsorte mit einer Beschreibung und einigen Fotos vorgestellt. Oft folgen auch Interviews mit den Betreibern oder Rezepte zum Nachkochen. Im letzten Teil gibt es kurze Infos rund um die Stadt unter der Kategorie smart travelling. Also wirklich sehr kurze Kapitel zur Architektur, zu den Museen, Joggen im Park, Lebensmittelmärkte, usw. Im Anhang kann man außerdem noch eine Karte aufklappen, die mir jedoch zu wenig informativ ist, weil nur die wichtigsten Straßen gekennzeichnet sind.

Wie kann ein Café Popelini heißen?! (Ich muss echt lachen.) Vielleicht probiere ich tatsächlich mal die Ile flottante et tarte aux pralines roses aus. Und wenn ich es mir leisten könnte/wollte, dann würde ich eine Nacht im Jules & Jim Hotel übernachten.

Ein Blick in das Buch lohnt sich also sehr. Im Vergleich zum 36 hours Reiseführer, den ich letztens vorgestellt habe, ist dieser Guide deutlich informativer. (Wobei mir beim 36 hours Reiseführer die Landkarten und die allgemeine Aufmachung besonders gut gefallen.)