den Augenblick erkennen, den Moment erleben

5. März 2012

Alles gewinnen beim Spiel mit gezinkten Karten. Peter Fox

Ich möchte wahre Sätze schreiben. Über das Leben. Über das Glück und das Spiel. Und ganz eigentlich von der Suche und dem Verlieren.

Meine Sätze werden verschleiert von einer gewissen Unehrlichkeit. Ich bin noch nicht so weit. Vielleicht komme ich irgendwann dazu, die Wahrheit klar zu formulieren.

Du glaubst, würdest du es zulassen, würdest du nachgeben, dann würde ich gewinnen.

Aber bei welchem Spiel könnte ich noch gewinnen? Welchen Sieg würde ich tragen? Ich verlor bereits so viel, weil ich unfair spielte; dachte zeitweise, das Glück ließe sich anders finden als bisher, merkte zu spät, dass das kein Glück war, das ich hatte, sondern vom Spiel ausgetrickst wurde; du hattest auf einmal den Trumpf in der Hand. Doch gewonnen? Das hat bisher keiner. Es wird auch keinen Gewinner geben. Wir verloren bereits.

Die Spielanleitung schien so verständlich. Doch mit der Zeit merkte ich, dass es doch viel komplizierter war. Überall gab es kleine Affronts, Herausforderungen, dir mir vorher nicht so bewusst waren. Gewiss, daran gedacht hatte ich schon, und ganz eigentlich macht das doch auch die Spannung aus. Kann ich diesen kniffeligen Zug mit Bravour meistern? Erfahrungen sammeln und lernen, damit die nächste Runde besser läuft. Aber immer die Runden mit dir zusammen. Das war der Deal.

Irgendwann wurde der Spielerkreis größer, es kamen manche dazu, manche gingen.

Mit jeder Runde, die ich verlor, rückte ich einen Platz weiter von dir weg. So weit weg, dass ich nicht mehr in deine Karten schielen konnte, unser gemeinsames Spiel war vorbei.

Du tatest dich zusammen mit besseren Spielern, Spielern, die bessere Karten hatten. Meine besten hatte ich verspielt.

Man kann eine Runde nicht mehr wiederholen, ich warf die eine Karte, entschied mich in der nächsten für diese, trage die Konsequenzen. Jeder einzelne Zug, von dir und von mir, entschied, wie es weiterging; entscheidet, wie es weitergeht.

Vielleicht müssen wir uns zusammentun, gegen den Rest der Welt spielen, gemeinsam unbesiegbar sein. Du musst dann aber meine vielen Karten mit mir teilen, ich auch deine wenigen. Du hast den Trumpf in der Hand. Und das ist nicht unbedingt die einfachste Karte. Weil du dich entscheiden musst, wie du sie einsetzt. Du kannst das Spiel nicht einfach geschehen lassen, du musst leider die Regeln beachten und bist damit eingeschränkt. Du kannst nur ein Time-out nehmen, die letzten Runden analysieren und die nächsten Spielzüge planen.

Meinst du wirklich, ich könnte gewinnen? Dazu bin ich gar nicht in der Lage. Die Karten sind so durchmischt und ich habe viel zu viele auf der Hand.

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