den Augenblick erkennen, den Moment erleben

17. Februar 2012

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Oft, während ich hier sitze, immer öfter wundert es mich, warum wir nicht einfach aufbrechen -
    Wohin?
    Es genügte, wenn man den Mut hätte, jene Art von Hoffnung abzuwerfen, die nur Aufschub bedeutet, Ausrede gegenüber jeder Gegenwart, die verfängliche Hoffnung auf den Feierabend und das Wochenende, die lebenslängliche Hoffnung auf das nächste Mal, auf das Jenseits - es genügte, den Hunderttausend versklavter Sellen, die jetzt an ihren Pültchen hocken, diese Art von Hoffnung auszublasen: groß wäre das Entsetzen, groß und wirklich die Verwandlung.

Max Frisch, Tagebuch 1946-1949

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