den Augenblick erkennen, den Moment erleben

23. November 2011

Wie schade, dass solch ein schönes Wort wie disparat so negativ konnotiert ist.

[ungleichartig, unvereinbar, gegensätzlich, abweichend, inkongruent]

14. November 2011

Stufen


Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse

13. November 2011

a bottle full rum






a bottle full rum a second time, the beautiful light of october

11. November 2011

gelebt

Brr, das Wetter ist aber kalt geworden. Richtiges Novemberwetter. Schön, dass hin und wieder die Sonne scheint. Ich mag die Herbstmonate. Mainz ist voller Studenten, der normale Alltag ist wieder da und es gibt unzählige Veranstaltungen.

gelebt: gelernt, ausgegangen, gearbeitet, gelesen, Termine in Kalender eingetragen
gelesen: Antigone, Die Räuber, Faust
gedacht: Ich hab' keine Zeit! :)
gefreut: über eine unerwartet gute Note in Bio, auf die Hochzeit heute Nachmittag, nach ein paar Monaten eine Freundin wieder zu sehen, funktionsfähige, reparierte Kamera
geärgert: anstehender Zahnarztbesuch
gemacht: Hochzeitsgeschenk eingepackt
schönster Moment: das Wohnzimmer als Sonntagnachmittags-Café mit Sonnenschein

Ich wünsche einen schönen Start ins Wochenende!

6. November 2011

tout le reste

J'adore Paris.

schönster Ort, um auf la tour Eiffel zu schauen

Musée Rodin

im Appartement



Rue Mouffetard


kurzes Unterschlüpfen im Le Progrès, um dem Regen zu entkommen




Vélib' fahren

neue Ohrringe

Chill-Out im Park

Muse




Paris geht immer. Selbst für wenige Stunden. Hätte ich jetzt eine Chance, hinzukommen, würde ich diese direkt nutzen. Auch wenn ich lernen müsste (dafür gibt es ja den Flug oder die Zugfahrt, le trajet), auch wenn dort das Wetter miserabel wäre (es gibt doch Regenschirme, Pullis und Jacken).
Vélib' fahren in Paris. Grandios und befreiend. Manchmal etwas tricky mit den Einbahnstraßen und Verkehrsschildern, aber immer noch besser, als in überfüllten Métros zu sitzen. Und man bewegt sich auf den Straßen Paris, sieht die wunderschöne Architektur und kann einfach mal stehenbleiben und die Aussicht genießen, wenn einem danach ist.
Le Progrès ist ein kleiner Hotspot im Marais, genauso wie La Perle. Meine zwei Paar liebster Ohrringe habe ich bei Désirée Jacqueline (Rue Charlot) gekauft. Zu einem halbguten Cappuccino bekommt man ein leckeres Karamelbonbon im Le Voltigeur. Das Café Coutume habe ich bereits mehrere Male erwähnt (I, II) - aller bester Cappuccino in Paris. Beobachtet die Space Invaders auf der Häusern von Paris. In Deutschland habe ich noch keinen so leckeren Chardonnay getrunken, als in Paris. Um hässliche, blaue, überzüchtete Blumen zu sehen, sollte man in den Jardin des Plantes gehen. Unbedingt in der Grande Mosquée de Paris Minztee trinken und die Ruhe und das Vogelgezwitscher genießen.
und so weiter. Es ist gar nicht möglich, tout le reste zu zeigen und zu erzählen.

2. November 2011

la tour Eiffel







"Die drei Weltausstellungen von 1878, 1889 und 1900 begründeten den Ruf von Paris als interkontinentale Metropole. Anlässlich der zweiten Weltausstellung, die im Zeichen der Hundertjahrfeier der Revolution stand, wurde der Eiffelturm erstellt, der bald Weltberühmtheit genießen durfte als Symbol des beginnenden Eisen- und Stahlzeitalters. [...]
Mehrfach diente das Champ-de-Mars als Ausstellungsgelände. Zur Weltausstellung von 1889 und gleichzeitig zur Hundertjahrfeier der Republik wollte die Stadt Paris dort ein repräsentatives Monument aufstellen, das zugleich überzeugend in die Zukunft weisen wollte. Unter 700 eingegangenen Projekten fand die kühne Eisenkronstruktion des burgundischen Ingenieurs Eiffel die Gnade der Stadtväter. Es stieß jedoch sonst überall auf heftigen Widerspruch. Die Künstler meinten, der Turm sei dermaßen überdimensioniert, dass er die ganze Stadt verschandeln werde. Die Bürger fürchteten den Einsturz des Kolosses und die Kosten, für die sie aufkommen müssten. Selbst namhafte Architekten zeigten sich sehr skeptisch. Die Stadt blieb aber bei dem Entschluss, dass 'teure und nutzlose Werk' an die Hand zu nehmen. In einer Bauzeit von zwei Jahren - 1887 bis 1889 - wuchs das ungewöhnliche Gitterwerk in die Höhe. Dreihundert schwindelfreie Monteure fügten 15000 Metallteile mit zweieinhalb Millionen Nieten zusammen nach Plänen, die aneinandergereiht eine Länge von fünf Kilometern ergaben.
Es sollte sich später erweisen, dass der Turm nicht gar so unnütz ist. 1916 stellte die Radiostation auf seiner Spitze die erste drahtlose Verbindung im Äther mit Amerika her. Mit den Installationen für den Radio- und Fernsehsender im Jahre 1957 wuchs seine ursprüngliche Höhe von 300 Metern um weitere 20 Meter.
Entgegen aller pessimistischen Voraussagen hat der Turm seine 'eiserne' Gesundheit bewahrt. Die Künstler haben sich mit ihm ausgesöhnt. Die Maler Delaunay, Dufy, Utrillo und andere ließen sich von ihm inspirieren.
Als vor 35 Jahren der Großindustrielle Henri Ford mit dem Ansinnen kam, den Turm abzubrechen und ihn in Amerika wieder aufzubauen, erhielt er trotz des günstigen Kaufangebotes die einmüte Antwort: 'Wir lassen unsern Eiffelturm nicht kidnappen!'
Der Eiffelturm hat sich inzwischen auch bezahlt gemacht. Und wie! Von allen Sehenswürdigkeiten der Stadt weist er die größte Besucherzahl auf. Sie erreicht fast die Dreimillionengrenze im Jahr, ist also erheblich höher als jene des Louvre. Man kann die 3 Plattformen über Treppen erreichen, doch ziehen es weitaus die meisten Besucher vor, den Lift zu benützen."

Paris, von Walter Staehlin, 1973


"Die Wirklichkeit kann mich nicht so quälen wie meine Phantasie."

Theodor Fontane, Effi Briest


1. November 2011




Schwarz. "Heitre dich auf. Sieh diese malerische Landschaft - den lieblichen Abend."
Moor. "Ja, Freunde, die Welt ist so schön."

Die Räuber, Friedrich Schiller