den Augenblick erkennen, den Moment erleben

23. Oktober 2010

Reiseerinnerungen


Seitdem ich ein kleines Kind war, reiste ich viel. Viel ist relativ, aber im Gegensatz zu meinen Klassenkameraden war ich doch recht häufig im Urlaub oder unterwegs in Städten.

1999 kaufte ich mir mein erstes Tagebuch. Berichte über die Schule und Freunden waren fester Bestandteil, bis das Schreiben immer seltener wurde und Erinnerungen nur in Kisten aufgehoben wurden/werden. Nichtsdestoweniger hielt ich damals viele Momente der Reisen in Zeilen fest.

Mit vierzehn war ich eine Leseratte. Ich las alles, was ich irgendwie in die Finger bekam. Auf welchem Weg auch immer gelang das Buch "Reiseleiterin Annette - Deutschland, immer wieder anders" von Beate Heidemann in meine Finger. Im Nachhinein, ein fürchterliches Buch - die Liebesgeschichte aber außer Acht gelassen, war ich fasziniert von den Reisebeschreibungen.

Goethe, Tucholsky und Heine schrieben Impressionen über bereiste Orte auf und lassen uns wissen, wie die Welt vor Jahren aussah.

Einige Szenen aus meinem Leben. Mir ist nicht klar, warum es mir so wichtig ist, meine Reisen zu dokumentieren. Aber der Streifzug durch die oben genannten Stationen zeigt mir, dass es ein Bestandteil meines Lebens ist. In Hamburg hatte ich die Gelegenheit mit Film, Foto und Schrift die Momente und Erinnerungen festzuhalten.

Was denkt ihr über das Dokumentieren bzw. Festhalten von Reisen? Geht der Moment während des Fotografierens verloren, weil man hinter einer Linse steht? Sollte man also nur "leben", um die Augenblicke zu genießen? Erinnert man sich im Nachhinein nur für das Aufgeschriebene oder hat man auch anders geprägte Erinnerungen?

Auch wenn ich selbst noch nicht im Klaren darüber bin, ob ich formulierte Erinnerungen haben möchte oder nicht, macht es mir unheimlich Spaß, meine Reisen festzuhalten. Und daher werde ich das wohl erstmal weiterhin so führen.

1 Kommentar:

  1. hab ein gespaltenes Gefühl zum "Festhalten".

    Meine Mum schreibt seit vielen Jahren Reisetagebücher mit ihren entdeckten Geheimtipps - das ging uns bei Reisen immer auf den Keks - und heute frage ich sie des öfteren "wie hieß nochmal das schnucklige Bed&Breakfast" im Yellostone Park oder "in welchem Restaurant saßen wir damals zum Sundowner"...

    Was das Fotografieren betrifft hatte und hab ich jedoch oft den Eindruck, dass man so sehr damit beschäftigt ist, den Moment für später festzuhalten, dass der Genuss des eigentlichen Moments viel zu kurz kommt.
    Festhalten von Reisen tue ich vor allem auch mit meinen Augen und meinem Herzen - und dann mit der Kamera. Das vergessen viele jedoch auf ihren Reisen.

    Liebe Grüße

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