den Augenblick erkennen, den Moment erleben

31. Juli 2010

gesehen: Geschmacksverstärker

Absolventenausstellung "Geschmacksverstärker" der Städelschule mit Arbeiten von 23 Absolventen
zu sehen waren außer den fotografierten Arbeiten einige Filme, Skulpturen und Installationen
ein Urteil zu fällen fällt mir schwer und somit belasse ich es bei meinen Beobachtungen:
interessante Arbeit über den Teufelsberg - zwei Schaukästen mit einem Film, einigen Fotos, einer Weinflasche und einem wohlklingenden Text, gepaart mit dem Studenten, der diesen Wein verkosten ließ / Kabelsalat auf dem Boden störte den freien Blick zu den Werken / auf Augenhöhe aufgehängte Fotos von zwei Motoren - einer ordentlich, der andere voller Unordnung und Wirrungen / ungeputzter Landrover mit lauter Musik zum Sich-Reinsetzen und Beobachtet-Werden / Film über die Umbauarbeiten am Städel / nur zwei Öl/Leinwand Arbeiten
Vielleicht erwartet man mehr von der Ausstellung, weil die Städelschule einen gewissen Ruf inne hat, und wird deshalb etwas enttäuscht. Dennoch empehle ich, im MMK Zollamt vorbei zu kommen und sich die sich die Arbeiten persönlich anzuschauen. Für den Vergleich mit anderen Kunstakademien möchte ich auf den Bericht auf pale. über die Diplomausstellung der Münchner AdbK hinweisen. Lea hat mit ansprechenden Bildern und einem guten Text die Ausstellung zusammengefasst.











26. Juli 2010

our new book

Der Pressetext zum neuen Magazin von lifetime collective, das man hier einsehen kann, ist so wohlklingend und voller Liebe formuliert, dass ich ihn komplett kopiert habe:

Hold our new book in your hands and feel the weight of it when you get the chance. What makes it so heavy? Is it the stock, the ink on each page, the glue of the binding? Perhaps. But it's also more than that. It's everything that went in to making this collection possible. The people; so many people, from concept to creation, right through to the production of the catalog. Some of those people are old friends -good ones - and some of them are new on board, but welcome anytime. Then there is the time; the many hours that each has put in. And of course there is the energy and the enthusiasm of a collective vision, something we all shared, the driving force. All of those things exist on the pages, though you may not immediately see them.

That's why when we flip though this book, we get excited about paper - something so seemingly simple, and yet so full of possibility. At one point, all of the pages were blank - white and empty - and yet we've filled them with all kinds of meaning. Over two hundred kinds, in fact, and more.

In that way, paper is alluring. It's liberating and it's inviting. It asks you to fill it with words and ideas, sketches, drawings and prints. And those possibilities are limitless. Sure sometimes there are lines to stay within and rules to follow, but think of those rules as blue horizons, which you can navigate from the helm of a new idea. Red solar margins rise and set at each end. Other lines are dotted paths, infinite ellipses that you can cut along to make new shapes. Those shapes can be traced, and rearranged, and then put back together to make entirely new shapes - something we do a lot of.

So here are two hundred and more things; our two hundred and more new shapes. A few ideas that we've had that now we've put on paper. Hopefully they will tell you stories; or take you places; or make you see or think something new - maybe even something profound. They are items made to last; for however your life unfolds; no matter which way the wind carries you. So for us, these are not just the pages of a book bound together . They are altogether a lifetime collective.

Definitio, lat. = Abgrenzung

Im Folgenden möchte ich versuchen, eine kurze, nicht endgültige Definition für mein Blog zu schaffen.
Ich selbst würde betsi als Lifestyle Blog bezeichnen. (Jedoch möchte ich mich von den Bloggerinnen, die ihre Outfits posten und gelegentlich einen kurzen Text über die letzte Party oder die schlechten Prüfungsergebnisse bloggen und sich dabei selbst als Lifestyle Bloggerinnen sehen, deutlich abgrenzen.)
Unter Lifestyle verstehe ich die Gelegenheiten, den Alltag zu gestalten. Dazu gehören für mich vor Allem Mode, Musik und Reisen, aber auch Ausgehtermine, Literatur und Kunst. Diese Dinge beschäftigen mich und bereichern mein Leben. Mein Blog bietet mir eine Möglichkeit, diese wunderbaren Augenblicke und Momente zu verarbeiten, zu archivieren, wiederholt zu genießen und auf einer Plattform anderen mitzuteilen.

den Augenblick erkennen, den Moment erleben

25. Juli 2010

auf der Straße entdeckt

kleine Eindrücke aus dem Stadtteil
und herzliche Grüße an die neuen Leser!



22. Juli 2010

rückblickend


geliebt: Fahrradfahren, am Rhein grillen, am Strand liegen und den Sonnenuntergang genießen
gefreut: endlich Luft, drei tolle Bücher gekauft, Besuch von lieben Freunden
gegessen: Pizza bei Pepe in der Mainzer Altstadt, Kaiserschmarrn
getrunken: hausgemachte Zitronenlimo, besten selbstgemahlenen, italienischen Kaffee
geärgert: verschlafen, Bafög-Unterlagen
gelesen: Effi Briest von Fontane, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Proust
geplant: Kurztrip nach Zürich und eventuell Cannes
gesehen: Alan Green´s, Kirchner´s
gehört: The Police, Peter Fox


Artistenschau


Vergleich: Georges Seurat und Ernst Ludwig Kirchner, beide vom Zirkus fasziniert

Zirkus kommt heute in die Stadt - hört alle her und schaut gut zu... (kleiner Wink in die Kindheit)

21. Juli 2010

die Kraft der Bilder



"Ich staune über die Kraft meiner Bilder im Städel", Kirchner am 21. Dezember 1925

Ein Besuch im Städel. Die umfangreiche Retrospektive mit 170 Werken zeigt Kirchner in unterschiedlichen Lebensstationen. Seine Zeit in Dresden, die Gründung der Künstlergruppe "Die Brücke", Straßenszenen in Berlin, der Krieg und der Zusammenbruch, Selbstportraits, das Leben in der Schweiz, usw. Das Fotografieren ist nicht gestattet, so dass ich das faszinierenste Bild eingescannt habe.


Artistenkind (Halbakt), 1909


video

weitere Infos auf der Städel-Homepage, Video ebenfalls dort einsehbar

gelesen


Drei Bücher für die nächsten Wochen. Jetzt erstmal "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit I".

"Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal, die Kerze war kaum gelöscht, fielen mir die Augen so rasch zu, dass keine Zeit blieb, mir zu sagen: Ich schlafe ein."

19. Juli 2010

Variation A

Alan Green - Paintings Drawings Prints im Landesmuseum Wiesbaden
06. Juni – 26. September 2010

from Three Variations, Variation A
1974
print on paper
548 x 696 mm


Alan Green ist im www leider nicht wirklich auffindbar und im Museum darf nicht fotografiert werden. Hier also ein Print. Mein Vorschlag: das Ölbild "Red Base" live in Wiesbaden sehen.

von der Vegetation

Bildunterschrift hinzufügen

Wer Menschen kennt, der kennt auch die Vegetabilien, weil nur sehr wenig Menschen leben – und viele, unzählige aber nur vegetieren. Wer in der Fruh aufsteht, in die Kanzlei geht, nacher essen geht, nacher präferanzeln geht und nacher schlafen geht, der vegetiert; wer in der Fruh ins G'wölb' geht und nacher auf die Maut geht und nacher essen geht und nacher wieder ins G'wölb' geht, der vegetiert; wer in der Fruh aufsteht, nacher a Roll' durchgeht, nacher in die Prob' geht, nacher essen geht, nacher ins Kaffeehaus geht, nacher Komödie spieln geht, und wenn das alle Tag' so fortgeht, der vegetiert. Zum Leben gehört sich, billig berechnet, eine Million, und das is nicht genug; auch ein geistiger Aufschwung g'hört dazu, und das find't man höchst selten beisammen! Wenigstens, was ich von die Millionär' weiß, so führen fast alle aus millionärrischer Gewinnvermehrungspassion ein so fades, trockenes Geschäftsleben, was kaum den blühenden Namen »Vegetation« verdient.
Titus zu Flora in "Der Talisman" von Johann Nestroy, 1. Akt, 17. Szene

Wer Spaß an Wortwitz und Satzspielereien hat, ist sicher mit Johann Nestroy vertraut. "Der Talisman" ist eine amüsante Lektüre über haarige Vorurteile und Perücken, die das Leben bestimmen. Um Nestroy zu lesen, sollte man aber Geduld mit der altösterreichischen Sprache und den Abkürzungen haben. Der obige Textauszug beschäftigt mich schon etwas länger. Wie sieht der, wie sieht mein Alltag aus?  Was bedeutet Alltag und was Highlight? Können Highlights zum Alltag werden? In welchem Verhältnis sollen Alltag und Highlights stehen. 

Nestroy beschreibt eine Lebensweise, die auf viele Menschen zutrifft. Die Wiederholung der alltäglichen Dinge führt zu einem Vegetieren. Tag ein, Tag aus. Der "geistige Aufschwung" (wir sehen mal von der "Million" ab) gibt dem Leben eine Kraft, die das Vegetieren bricht, damit man "wirklich" leben kann. Wie der geistige Aufschwung erlebt werden kann, muss nicht erläutert werden. Jedes Wesen wird hier wohl eine andere Möglichkeit nutzen können und für sich selbst verantworlich sein.

mit offenen Augen durch das Leben gehen, die Schönheiten am Straßenrand sehen und entweder abpflücken und betrachten oder stehen lassen und einen kurzen Moment genießen

15. Juli 2010

Naturgraffiti

Farbexplosion mit der Analogen





14. Juli 2010

13. Juli 2010

Traumwelt

Ich hab meinen Wohnsitz mit der weiten Welt vertauscht, und die weite Welt is viel näher, als man glaubt.
Der Talisman von Johann Nestroy, 1. Akt, 5. Szene






12. Juli 2010

public viewing


Public viewing in meiner Welt.
Die Veränderung im Leben tut gut. Endlich hier angekommen, in die Wohnung eingezogen und einen neuen Job gestartet, freie Tage zum Sonnen und Erforschen genutzt, am Rhein gegrillt, selbstgemachte Limonade getrunken, Bücher auf Zugfahrten gelesen und neue Leute kennen gelernt. Es war schön, ein paar Momente ohne die virtuelle Welt im Hinterkopf zu erleben.