den Augenblick erkennen, den Moment erleben

23. Februar 2010

Worte entdeckt

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Man stößt auf ein Wort, kann entweder nichts oder nur wenig damit anfangen und beginnt zu recherchieren. In den Gefilden des Wortes "Prokrastination" verwickelte ich mich, seitdem ich Julianes Interview für das Zeit Magazin las.

Wer kennt das denn nicht? Die Steuererklärungsformulare warten, der Gang ins Rathaus steht an und Kisten müssen ausgemistet werden. Doch man findet ja einfach keine Zeit dazu und schiebt die zu erledigenden Aufgaben somit einfach immer weiter vor sich her...

Der Ausdruck Prokrastination bedeutet Aufschieben, Erledigungsblockade, Aufschiebeverhalten, Handlungsaufschub, umgangsprachlich auch Aufschieberitis oder Aufschieberei. Ähnliche Symptome lauten Mañana-Prinzip oder Last-Minute-Syndrom.

Per definitionem ist Prokrastination die Angewohnheit, notwendige, aber unangenehme Arbeiten immer wieder zu verschieben, statt sie zu erledigen. Unter Angewohnheit kann man auch chronisches Verhalten verstehen (Anzeichen einer Krankheit). Ein bewusster Akt des Verschiebens, das nicht durch äußere Umstände hervorgerufen wird. Schätzungen von Psychologen zufolge sind möglicherweise etwa 20 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Hier muss man jedoch aufpassen: Handelt es sich hierbei nur um(akute) Faulheit oder wirklich um Prokrastination? Zu denken gibt, dass die Patienten sich meist selbst in diesen Zustand bringen und es ihnen möglich ist, dies aus eigener Kraft zu unterbinden. Kein Wunder, dass lehrende Institutionen hier entgegenwirken möchten. In meiner Ausbildung hatte ich einen Selbst- und Zeitmanagement Kurs, indem uns gezeigt wurde, mit welchen Methoden man welche Aufgaben erledigen kann, wie die Priorisierung vorzunehmen ist.
Interessant ist auch, dass sich im deutschen Sprachgebrauch Redewendungen wie "etwas auf die lange Bank schieben", "auf Eis legen" oder "vor sich herschieben" etabliert haben. Es ist allerdings einen eigenen Bericht wert, um die Entstehung dieser Redewendungen zu dokumentieren.

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