den Augenblick erkennen, den Moment erleben

14. Februar 2010

Palast aus Licht und Luft

Will man Informationen zum heutigen "Feiertag" Valentinstag herausfinden, so erhält man zigtausende Einträge bei Google. Seit dieser Woche läuft die Komödie "Valentinstag" in den Kinos und es gibt unzählige Werbeseiten, damit Mann ja das richtige Geschenk für die Angebete findet. Seien es Blumen, Pralinen oder Fotogeschenke. Ach ja, und nicht zu vergessen die Liebesgedichte. Selbsthilfe-Foren für angehende Dichter oder poetische Seiten voller Liebe hat Google im Angebot.

Aber vorher kommt das Alles? Wie sieht die Geschichte aus?

Valentin war ein Priester aus Ternia, der später als Märtyrer heilig gesprochen wurde. Er wurde am 14. Februar 269 während der Christenverfolgung im Römischen Reich hingerichtet. Obwohl es verboten war, trauter er Paare aus dem römischen Heer christlich.

Nach der mittelalterlichen Vorstellung beginnt die Paarungszeit der Vögel am 14. Februar, dem Namenstag des heiligen Valentin. Der englische Dichter Geoffrey Chaucer leistete eine nicht unbeeindruckenden Beitrag hierzu. Er schrieb zwischen 1374 und 1380 ein Gedicht in hundert Strophen namens "Parlament der Vögel". Der Erzähler ist in dem Werk ein Dichter, der in alten Büchern etwas über die Liebe erfahren und lernen möchte. Als er in den alten Büchern sucht, stößt er auf Somnium Scipiones und schläft ein. In seinem Traum wird er von Scipio persönlich zum Garten der Liebe geführt. Die Vögel finden sich zur Balz ein und die Göttin Natura wacht. Eine Adlerdame kann sich zwischen drei Verehrern nicht entscheiden, zaudert lange und wird schließlich von der Götting Natura unterbrochen. Sie nimmt nun die Verhandlungen mit den Vögeln auf. Die Tauben schwören Treue, der Kuckuck preist dagegen die Promiskuität. Diese Gedicht wird als Anspielung der Verhältnisse des Königs gedeutet.

Eine Legende bezieht den Todestag Valentins auf das römische Fest Lupercalia. An dem Gedenktag der römischen Göttin Juno (gr. Hera), der Schützerin von Ehe und Familie, brachten junge Mädchen der Göttin Blumen. Außerdem wollten sie sich ein Liebesorakel für die richtige Partnerwahl holen. Die jungen Männer des einfachen Volks zogen Lose, auf denen die Namen der ledigen Mädchen standen. Die gelosten Paare gingen an diesem Tag zusammen aus.

Der Klerus passte im Mittelalter passte die bestehenden Feiertage und Bräuche dem christlichen Glauben an und so wurde der Tag der Verliebten Valentinstag genannt. Christen konnten nun gemeinsam mit den Heiden feiern.

Wie auch genau die Historie des Valentinstags aussehen mag, bleibt es dabei, dass unzählige Paare sich heute gegenseitig eine Freude machen. Das Problem an diesem Feiertag ist, dass sich diese Pärchen im Alltag oft zu wenig Aufmerksamkeit schenken und diesen mit Kitsch überfluteten Tag dafür nutzen, das gesamte Jahr wett zu machen. Es ist schade, dass wir von der Werbung so beeinflusst werden und überteuerte, nicht schmackhafte Pralinen oder extrem langstielige Rosen kaufen, um den Nächsten zu begücken. Es sollte doch nicht nur an diesem Tag so sein, sondern das gesamte Leben in einer Beziehung. Nicht, dass man sich immer beschenken müsste, sondern dass man keine Erinnerung für die gegenseitige Liebe benötigt oder an nicht absehbaren Tagen seine Zuneigung zeigt.

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