den Augenblick erkennen, den Moment erleben

27. Januar 2010

gelebt



Eine Woche nach meiner Anreise in Berlin und nach einigen Berichten über die Shows und Events setzen sich auch die letzten Eindrücke. Diese Stadt bewusst unter dem Fashion-Aspekt zu betrachten, verändert das Gesamtbild. Das letzte Mal mussten alle Touristenorte besucht, die Empfehlungen von Freunden geprüft und unzählige Fotos geschossen werden. Das letzte Mal war es auch noch wärmer und man wartete nicht frierend auf die U-Bahn. Diesmal hatte der Trip einen ganz anderen Charme. Während wir im Oktober allein durch die Millionenstadt schlenderten, hetzte ich letzte Woche von einem Termin zum anderen mit Heels auf vereisten Straßen. Doch Zeit blieb auch fürs Kaffeetrinken. Und ich lernte neue Leute kennen, knüpfte Freundschaften und Pressekontakte. Der "Berliner Style" ist mir in den Tagen sehr stark aufgefallen, da viele junge Menschen auf einem Fleck waren. Als Außenstehende kann ich sagen, dass es mir gefällt, doch mittlerweile unspannend geworden ist. Hier, wo ich wohne, würde man mit einer Nerd-Brille noch auffallen, dort ist es nur eine Wiederholung. Um nur ein Beispiel zu nennen, denn ich weiß, die Brille (bzw. Vintagebrillen) macht Berlin nicht aus. Es ist unglaublich, viele Menschen zu sehen, die Fashion lieben und dies ausleben. Schlussendlich ist mir aber auch bewusst geworden, dass ich den Hype um Berlin nicht mitmache und ein neutrales Auge dafür entwickel. Ich beobachte gerne mit einem gewissen Abstand. Wie interessant und vielseitig die Stadt sein mag, ich bin froh, dies als "Tourist" und als "Bloggerspion" zu erfahren.


(2. Foto Florian Spenst)

Kommentare:

  1. Ich muss dir tatsächlich recht geben was du so über das modebewusstsein der berliner schreibst. ich komme ursprünglich aus augsburg und weiß wie es ist noch mit etwas ausgefallenem aufzufallen. hier in berlin ist alles nur noch übersättigt.und die fashionarroganz ist leider teilweise schon münchner niveau geworden. und die nerdbrillen und langen unförmigen wollpullis...naja, ich sag nichts.

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  2. @ StyleandDefect Mir ist das nicht so stark negativ aufgefallen. Meiner Meinung nach ist das keine Arroganz, sondern Selbstbewusstsein. Aber übersättigt ist es schon und würde es gut finden, wenn es mehr Vielfalt geben würde (außer den 10 "Klischee-Outifts"). Und trotzdem macht das auch irgendwie den Charme von Berlin aus.

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  3. witzig, dass du die nerd-brille erwähnst. als ich eine galeristin mit eben jener sah (natürlich mit skinny-hose und vintage-oversized blazer), habe ich ähnliches gedacht wie du: etwas unspannend, aber typisch berlin.
    ich denke ein bischen arroganz, oder auch nur (übersteigertes) selbsbewusstsein gehört in vielen teilen des modezirkus' dazu. ich habe im ganzen jedoch einen eher entspannten eindruck von berlin mitgenommen.

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