den Augenblick erkennen, den Moment erleben

30. November 2009

walk without noise

Gefunden hat das Buch mein Liebster in der Bahn. Die Sonderausgabe von "Alles ist erleuchtet" von Jonathan Safran Foer mit der oben zu sehenden Widmung war in den letzten Wochen mein ständiger Begleiter. Ich habe einige Stunden mit diesem wunderbaren Erstlingswerk verbracht und konnte immer wieder in eine recht konfuse Welt eintauchen.

Über den Inhalt möchte ich nicht viel schreiben. Die Inhaltsangabe findet man schnell im Internet und die Spannung soll ja noch aufrecht erhalten werden. Mich fasziniert die Schreibweise von Jonathan Safran Foer und die komplexe Erzählstruktur des Buches.

Man nähert sich der Geschichte von mehreren Ebenen: Alex verfasst Briefe an Jonathan und berichtet über das Abenteuer der gemeinsamen Suche nach Augustine. Im Verlauf merkt man, wie die Begeisterung von dem selbstbewussten Alex für den Amerikaner Jonathan, den "Helden", immer mehr nachlässt und er skeptischer über das Handeln und Schreiben von Jonathan nachdenkt. Je mehr er ihn kennenlernt, desto mehr nimmt er Abstand von den übertriebenen euphorischen Anfängen.
Jonathan schreibt ein Buch über die Geschichte seines Großvaters und schickt die Exemplare Alex zu. In den Seiten geht es jedoch nicht nur um das Leben des Großvaters, sondern auch um dessen Vorfahren, die in einem jüdischen Dorf, dem Stetl, lebten. Den jüdischen Bewohnern sind das Erinnern und das Erinnerungsvermögen sehr wichtig. Wie so vieles in ihrem Leben, ist auch dieses von ihrer konfusen Mentalität und Kultur geprägt. So binden sie sich einen Faden um den Finger, als Erinnerung, dass sie sich an etwas erinnern wollten.

Es ist ein melancholisches und dennoch amüsantes Buch über Selbstfindung, die große Liebe, Krieg und das Erinnern, verpackt in wunderbare Zeilen, Überschriften, Diagramme und Zeichen.

Schließen möchte ich mit dem letzten Satz aus dem Buch:
I will walk without noise, and I will open the door in darkness, and I will

Redlich,
Betsi

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