den Augenblick erkennen, den Moment erleben

6. September 2009

gelesen

Durch einen Artikel in "Die Zeit" vor einigen Monaten bin ich auf den britischen Schriftsteller John le Carré aufmerksam geworden. Vorgestellt wurden er und sein aktuellstes Buch "Marionetten". Tja, was ein interessanter Artikel alles erreichen kann... Ich habe eine Vorliebe für Spionagerome entdeckt. Mittlerweile stehen in meinen Bücherregalen fünf oder sechs seiner Bücher, die ich gelesen habe. Und eine Vielzahl an Werken folgt wahrscheinlich noch.

Da ich zu Beginn etwas unsicher war, ob mir das "Spionage-Umfeld" zusagt oder nicht, bin ich froh, dass ich meine Irritiertheit duch das Lesen abbauen konnte. John le Carré arbeitete im britischen Geheimdienst und schreibt seine Romane, die einen biographischen Hintergrund haben, mit so einem Geschick und einer sprachlichen Fertigkeit, dass er mich überzeugt hat.

Im Nachwort der englischsprachigen Reclam-Ausgabe von "Call for the Dead" habe ich eine Aussage zu den Werken von John le Carré gefunden, die sein Vorgehen und den Inhalt seiner Werke gut beschreibt: "...unleugbare Realität menschlicher Schwächen und banaler Eitelkeiten, der brüchigen Oberflächlichkeit moralischer Wertmaßstäbe, der versteckten Gier des Einzelnen nach immer mehr Macht, Ansehen und materiellem Besitz den Spiegel vorzuhalten, anstatt sich gesellschaftlichen oder persönlichen Scheinverpflichtungen zu unterwerfen".

Obwohl ich mir anfangs schwertat, den englischsprachigen Text von le Carré zu folgen, nicht wegen der englischen Sprache, sondern wegen dem Schreibstil, bin ich froh, dieses wunderbare Buch gelesen zu haben.

"Call for the Dead" ist ein Spionageroman aus dem Jahr 1961 und das Erstlingswerk von le Carré. Hauptperson ist der Geheimagent George Smiley, der auf der Spur der Ermordung von Sam Fennan, eines weiteren Agenten, ist. Dabei deckt er immer mehr die Verstrickungen der internationalen Geheimdienste auf. Nach einigen Ermordungen (nicht durch Smiley), Befragungen, Unfällen und Zigaretten löst er die Rätsel mit seinen Kollegen Peter Guillam und Mendel.

Mir gefällt an der Reclam-Ausgabe sehr gut, dass es ein ca. 30seitiges Nachwort mit einer biographischen Skizze, sowie Literaturhinweisen, Entwicklungsskizzen etc. gibt.

Wenn jemand zur Zeit auf der Suche nach einem guten Buch ist und gerne englische Werke liest, dem kann ich "Call for the Dead" nur empfehlen.

Sollte jemand die ISBN Nummer oder die Seitenzahl des Zitates benötigen, helfe ich gerne weiter.

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