den Augenblick erkennen, den Moment erleben

1. November 2016

gelebt. Der Oktober 2016.

Huch, schon November - wohin rast denn die Zeit?

gelebt:
Im Oktober habe ich eine sehr wichtige Entscheidung getroffen. Meine Reise mit dem Elternblog une vie magnifique ist nun zu Ende. Und so lange ich mit diesem Schritt gehadert habe, so glücklich bin ich darüber, dass ich es gewagt habe. Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Ich fühle mich ganz erleichtert. Zu den Hintergründen geht es hier lang.

Im letzten Monat habe ich die Jahreszeit sehr bewusst erlebt. Mit Kindern bekommt man die Gelegenheit, manche Dinge (wieder) ganz neu wahrzunehmen und zu erleben. So genieße ich die meisten Tage des Herbstes viel stärker als im letzten Jahr. Wir sammeln Kastanien, Eicheln und Steine, lesen Blätter auf, pressen sie und hängen sie an die Wand, wir laufen durch Blätterhaufen und werfen sie in die Luft. Wir singen das Kinderlied "Der Herbst ist da" rauf und runter, gehen in den Wald und suchen Pilze. Ich genieße es sehr und habe dabei eine tolle Zeit mit meinen Buben.

Aber die Regentage ließen uns zu Hause bleiben. Es war scheußlich, dieses ewige Grau. 

Familienzeit. Davon sehr viel. Wir haben Äpfel geerntet und daraus Köstliches geschaffen. Wir haben Stockbrot gebacken, waren mehrere Male im Wald, im Wildpark und endlich im Biberbau Biebrich, einem wirklich tollen Außengelände . Die Elternzeit meines Freundes war nach ganzen zwei Monaten vorbei und ich zum ersten Mal mit beiden Jungs zu Hause. Aber auch das meistern wir gut. Die Wege könnten noch etwas besser laufen (haha verkapptes Wortspiel), aber die Nachmittage sind wunderbar. Unser Großer, das Kindergartenkind, hat nun ein richtig cooles Kindergartengruppenfoto. Und er lernt so viel. Mensch, bin ich stolz auf ihn. Der Kleine ist so unfassbar goldig. Und macht mich einfach nur glücklich.

Nachdem ich mir selbst eine Elternzeit gegönnt habe, in der ich im Quattro-Familienalltag ankomme, in der ich zu nichts verpflichtet bin und es genieße, es einfach nur genieße, dieses Familienglück, nach dieser Zeit stehen wieder kleinere Projekte an. Ich recherchiere zum Beispiel für eine Hausarbeit über die Landschaftsmalerei von Richard Wilson, einem britischen Maler aus dem 18. Jahrhundert. Auch habe ich einige Blogposts vorbereitet, die ich noch abschließen und veröffentlichen möchte. Die analoge Kamera hat außerdem einen neuen Film drin. Und noch viele andere Dinge stehen an. Ich bin voller Tatendrang, aber gleichzeitig muss ich auch feststellen, dass der Morgen mit Baby so unheimlich schnell vorbeigeht und ich am Nachmittag so bewusst Zeit mit den Jungs verbringe, dass ich da auch nicht viel machen kann. Wie schon vor drei Jahren muss ich wieder an meinem Zeitmanagement arbeiten und neu priorisieren. Das gehört zum Leben und macht mir meistens auch nichts aus. Doch gleichzeitig habe ich so einen starken Drang, ganz viel und am liebsten alles gleichzeitig zu machen - ich bräuchte einen doppelt so langen Vormittag und noch mehr Energie am Abend.  
gegessen bzw. gekocht und gebacken: Kürbissuppe mit Apfel,  gleich zwei Mal Schoko-Apfel-Schnitten, Probekochen für Antons Geburtstagsfeier mit vielen leckeren Tapas und Häppchen, das weltbeste Chili con Carne meines Freundes. Kaffee trinke ich gerade zu viel und frisch aufgebrühten Earl Grey meistens zu meiner (Vormittags-)Schokolade.
 
ausgegangen: Das Käse-Frühstück bei Wilma Wunder am Mainzer Marktplatz ist der Knaller. Ziegenkäse, leckeres Chutney, Walnüsse, mmmh. Im Lomo in Mainz gefrühstückt. Leckere Waffeln im Gutleut gegessen. Bulgursalat in der Margarete in Frankfurt.

geklickt:  Im Haus der Kunst in München findet eine Ausstellung statt, die die globalen Zusammenhänge in der Kunst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs untersucht. Post War. Zwischen Pazifik und Atlantik 1945-1965. 

Der Künstler David Hockney malt mit dem Tablet. Auf der Buchmesse sprach er über seine Kunst.

Cos hat eine Kollektion herausgebracht, die von der Künstlerin Agnes Martin inspiriert ist. Ich liebe die Arbeiten von Agnes Martin und war deshalb ganz gespannt, welche Kleidungsstücke dabei herausgekommen sind. Die an Workwear angelehnte Kollektion ist nicht ganz mein Fall, aber die Kampagnenfotos am Guggenheim Museum und auch die Seiten der Kampagne gefallen mir umso besser.

Der Künstler Jan Paul Evers hat es mir angetan. 

Wie wäre es mit ein paar Eindrücken aus Paris? Ich habe auf Julias Blog Chestnut & Sage gestöbert und in ihrem Archiv eine Mini-Reise durch das Marais gefunden. [Sehnsucht]
gelesen: Meine Paris-Sehnsucht ließ mich die Paris-Ausgabe des Qvest Magazins bestellen und ich habe es wirklich genossen, jeden einzelnen Artikel nach und nach zu lesen.

Ich arbeite bereits an einer Hausarbeit für Kunstgeschichte und beschäftige mich dabei mit den Landschaftsgemälden von Richard Wilson. Deshalb steckte meine Nase sehr häufig in Ausstellungskatalogen und Fachliteratur.

So richtig glücklich macht es mich, eine Aufsatzsammlung von Appollinaire zu lesen. Das ist was für mein Gemüt (und ein bisschen was vielleicht auch für meine Bachelor-Arbeit).

Der Roman Im Museum von Hartmut Lange ist kaum erwähnenswert.

gesehen: Geld Macht Kunst auf arte über den Wahnsinn des Kunstmarkts.

gehört: Keith Jarrett in Paris


ausgestellt: Ich habe das MMK1 und MMK3 in Frankfurt besucht. Ich wollte mir die neue Sammlungspräsentation ansehen. Ganz neu beeindruckt haben mich die Fotografien von Tobias Zielony. Die Ausstellung Fiona Tan. Geografie der Zeit gefiel mir auch sehr gut. Der Aufbau war besonders, die einzelnen Garagen als Ausstellungsräume passten so gut und bei einigen der Videoarbeiten war das Zusammenspiel von Rahmen, Sound, Bild und Raum ganz besonders.
Im Städel sahen wir uns draußen im Garten den Film Die reine Notwendigkeit von David Claerbout an. Innen besuchten wir die Ausstellung Die Helden mit Arbeiten von Georg Baselitz. Und obwohl wir so wenig Zeit hatten, musste ich mir unbedingt auch die Portes von Daniel Buren ansehen.
Die Installation Blind Volumes von Rosa Barba in der Rotonde der Schirn habe ich mir ebenfalls angeschaut.

gemacht: Blätter in die Luft geworfen, Tücher mit Naturfarben gefärbt

gereist: Im Oktober war ich leider gar nicht unterwegs.

gekauft: Auf dem Flohmarkt von Fuchs & Bente habe ich schöne Kleinigkeiten erstehen können.
gedacht: Es tut so gut, sich Zeit für die Dinge nehmen zu können, die einem wichtig sind. Das ist oft gar nicht so einfach. Aber wenn man es dann geschafft hat und man diese Zeit sinnvoll oder zumindest so genutzt hat, wie man es gerne hat, dann ist es ein richtig gutes Gefühl.

geärgert: Dass ich zu viele Vormittagstermine hatte und deshalb nicht auf die Buchmesse gehen konnte.

gefreut: Über zwei Babys, die auf die Welt gekommen sind.

gewünscht: Ich habe schon seit vielen Monaten einen schier unendlichen Drang zu reisen und zu sehen. Während die Sehnsucht nach Paris sowieso niemals aufhören wird, gibt es auch spezifische Orte, die ich besuchen möchte. Zum Beispiel zieht es mich schon lange ins Frieder Burda Museum in Baden-Baden. Die Fondation Beyeler in der Schweiz ist eines der beeindruckendsten Museen, die ich besucht habe. Zur Zeit läuft eine Ausstellung zu Kandinsky, Marc & der Blaue Reiter, für mich so ein spannendes Thema.
























Kommentare:

  1. Das klingt, alles in allem, nach einem guten Monat. Zeitmanagement ist und bleibt auch bei mir eins der größten Themen der Stunde - umso schöner, dass es mit unserem Frühstück und dem schönen Spaziergang doch noch geklappt hat. Danke für die guten Gespräche! Und jetzt voller Kraft in den grauen November, wir machen einfach Kerzen an, dann ist es schon viel heller :)

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    1. Ich glaube, Zeitmanagement wird immer ein Thema sein. Je nachdem, was im Leben gerade aktuell ist. Ich bin auch so froh, dass wir Zeit für uns finden konnten und hoffe, dass auch im grauen November Zeit für uns sein wird.

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  2. Tücher mit Naturfarben gefärbt- das klingt total spannend :-)

    Wie hast du das gemacht?

    Lg Adelja

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    1. Liebe Adelja, ich habe Avocadoschale genutzt - das klappt richtig gut!

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