den Augenblick erkennen, den Moment erleben

7. November 2016

Einsamkeit oder Alleinsein


Ein abgegriffenes Buch. Fast eintausend Seiten, die jeden Tag vom Bett, auf's Sofa, zum Spielplatz wanderten, von Kinderhänden angepatscht und von mir gelesen wurden.

Johnson, einer der Protagonisten in Frank Schätzings Roman Der Schwarm, ist norwegischer Wissenschaftler. Er ist ein Lebemann und Charmeur, besitzt ein zweites Haus am See, ist bewusst nachlässig gekleidet und benötigt dabei so viel Zeit wie andere beim Schickmachen. Im Laufe der Geschichte verliert er eine wahre Freundin und am Ende ist auch für ihn alles verloren.


Johnson saß am See.
[...]
Der See war ewig. Diese Nacht würde kein Ende finden. Und dem Alleinsein würde sich wohl tuendes Nichts anschließen, der finale Genuss der Egoisten.
Wollte er das? Wollte er wirklich allein sein?
Einerseits, warum nicht? Das Alleinsein hatte eine Reihe unschätzbarer Vorzüge. Man teilte die wertvolle Zeit mich sich  selber. Man lauschte in sich hinein und bekam erstaunliche Dinge zu hören.
Andererseits, wo verlief die Grenze zur Einsamkeit?

aus Der Schwarm von Frank Schätzing


Beides erlebt. Vor langer Zeit. Und damals erkannt, dass es Unterschiede gibt zwischen dem Alleinsein und der Einsamkeit. Während mich die Einsamkeit traurig machte, stärkt das Alleinsein. Zeit, um auf sich zu schauen. Oder in sich zu hören. Dinge wahrzunehmen, für die es sonst zu laut ist. 

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