den Augenblick erkennen, den Moment erleben

12. Oktober 2016

Inspirationsquellen


Letztens, an einem ereignislosen Abend, verlor ich mich und meine Zeit in Bildern und Texten einer Modebloggerin, an deren Namen ich mich nicht mehr erinnern kann. Über eine Verlinkung war ich auf ihren Blog gestoßen. Das Outfit interessierte mich nicht besonders, aber ihr Layout gefiel mir gut und so klickte ich mich durch die einzelnen Beiträge. Ehe ich mich versah, war ich bei den Einträgen von Anfang des Jahres angekommen. Ich fragte mich, warum ich gerade eine Stunde lang einen Blog las, der mich als Lektüre im Alltag nicht ansprach. Warum schloss ich nicht einfach die Seite und las in meinem neuen Buch weiter?

Vordergründig war es wohl die Neugierde, die mich trieb. Wie trat diese Frau auf und was schrieb sie, dass sie Tausende von Lesern jeden Tag begeistern konnte? Neben ihrem schönen und sehr leichten Layout hat sie einen recht cleanen Kleidungsstil. Sie trägt viel schwarz, grau, weiß und das macht mich natürlich hellhörig. Ich liebe diese Farbkombinationen, finde sie ganz und gar nicht langweilig und fühle mich damit am wohlsten.

Ein Blogpost hing mir besonders lange nach. Wie kommt man an Inspiration? Sie schrieb von ganz einleuchtenden, bekannten Quellen. Der Museumsbesuch, das Sitzen im Café, ein Buch.

Und mir wurde schlagartig klar, warum ich so viel Zeit in einem Blog verbrachte, einem Modeblog, dem ich doch in Zukunft wohl keine Aufmerksamkeit mehr widmen würde. Ich war auf der Suche nach Inspiration!

Oder anders gesagt habe ich gerade unheimlich viele Ideen und Gedanken, die ständig durch den Kopf schwirren. Mein letzter Museumsbesuch brachte viel Input, ich verschlinge zur Zeit Bücher, ich höre wieder Musik, es stehen tolle Termine an. Vor ein paar Tagen habe ich mit der Recherche für eine Hausarbeit in Kunstgeschichte begonnen. Auf meinem Schreibtisch stapeln sich Magazinhäufchen, die bearbeitet werden wollen. Und das Beenden von une vie magnifique setzt viele Kapazitäten frei.

Ganz eigentlich liegt mein Drang zu tun sicherlich an der neuen Lebenssituation. Nach knapp zwei Monaten Elternzeit fällt mir die Decke noch lange nicht auf den Kopf, aber angekommen im Familienalltag sehe ich wieder ganz allmählich kurze Zeiträume freiwerden. Beinahe überfordert bin ich davon, meine Zeit sinnvoll nutzen zu wollen und meistens schlage ich dann ein Buch auf. Jetzt trinke ich mir aber erstmal meinen Kaffee, nehme die Dinge um mich herum wahr und verarbeite die Eindrücke. Manchmal ist es eben ein für mich neues Blog, das mir aufzeigt, dass ich gerade wieder vor Energie sprudel, dass ich jegliche Impressionen aufsauge und dass die Zeit dafür kommen wird, all das umzusetzen.


Inspirationsquellen

Umgeben von viel Gutem, hat mich Einiges inspiriert oder Impulse freigesetzt. Ich musste gar nicht suchen, sondern die Umstände und das Leben passten und offerierten mir Möglichkeiten:


Ein Museumsbesuch im Frankfurtert Städel. 
Die Ausstellung "Die Helden" mit zahlreichen Arbeiten von Georg Baselitz war nicht nur der erste Museumsbesuch seit Pauls Geburt und somit schon per se inspirierend. Mich hat auch die Malweise sehr dazu angeregt, wieder selbst den (Aquarell-)Pinsel zu schwingen, aber auch die Möglichkeit zu nutzen, in der Unibib Ausstellungskataloge zu lesen und zu blättern und mich mit den 60ern auseinanderzusetzen.

Guter Kaffee. 
Auch Kaffee kann inspirierend sein, wenn man ihn bewusst trinkt und sich die Zeit dafür nimmt. Die Freude darüber, wie gut die Bohnen sind, die man sich im Frankfurter Stadtteil Bockenheim bei der Stern Rösterei kauft. Diese täglichen Kaffeepausen bringen mich immer wieder runter vom Familienalltag. Ich kann kurz abschalten. Weil ich das Kaffeetrinken so liebe und weil einfach nur aufgewärmte Milch zwar lecker, aber doch auch ziemlich langweilig ist, habe ich wiederholt beschlossen, dass ich mich nun an die Schaumherstellung herantasten muss. Als ich das letzte Mal lernen wollte, keine Angst mehr vor dem Druck unserer Siebträgermaschine zu haben wie man Milch aufschäumt, wurde ich schwanger und hatte monatelang kaum Lust auf Kaffee. Bei meinem aktuellen Kaffeekonsum muss sich die Qualität meines Kaffees schleunigst ändern und so viel Zeit will ich mir (tagsüber) nehmen, wenn ich den Kaffee zubereite.

Unerwartete Post.
Manchmal sind es aber auch ein paar herausgerissene Seiten der letzten Brigitte-Ausgabe, die ihren Weg zu mir per Post finden und mich auf neue Gedanken bringen. Der unerwartete und völlig willkommene Brief zeigt den Stil von vier Frankfurter Frauen und ihre liebsten Adressen. Mit dabei waren natürlich auch das MMK und das Städel, das Restaurant Margarete und die japanische Pâtisserie Limori. Beim Durchblättern sind meine Gedanken in eine ganz andere Richtung gelaufen - ich musste viel nachdenken über die berufliche Zukunft und über Leidenschaften, was ich gut kann und was mich ausmacht. Aber es ging noch weiter. Ich bekam so Lust, wieder aus Mainz rauszukommen und neue Orte zu sehen. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich auch in Mainz nicht alles kenne. Auch nach so vielen Jahren gibt es einige Geschäfte und so manch eine Ecke, in denen ich noch nie war. Das wird aufgeholt.

Kleidung.
Nach einer Schwangerschaft, in der man sich schon ständig der Herausforderung stellen muss, einen wachsenden Bauch einzukleiden, geht die Sucherei nach passenden Klamotten weiter - die Hosen zwicken und die Oberteile müssen stillfreundlich sein. Was nicht nur heißt, dass sie schnell hochzuschieben oder aufzuknöpfen sein sollten, sondern auch das Material muss stimmen. Für mich ist das kein einfaches Unterfangen, mich jeden Tag babykompatibel einzupacken. Letzte Woche packte mich die Lust, jedes Kleidungsstück in meinem Schrank mal bewusst anzuschauen und mir zu überlegen, ob ich es jetzt oder nach der Stillzeit wirklich noch einmal anziehen werde, ob es mir noch passt und gefällt. Den Schrank (radikal) auszumisten, befreit mich jedes Mal. Der freigewordene Platz soll tatsächlich wieder ersetzt werden. Ich habe ein bisschen was angespart, um mir tolle Schuhe, eine neue Ledertasche und/oder einen Wintermantel leisten zu können. Obwohl ich nur sehr ungern online bestelle, machte ich mich bei verschiedenen Shops auf die Suche nach neuen Schätzen. Das Richtige gefunden habe ich noch nicht, aber bei Closed hatte ich eine für mich neue Erkenntnis: ich habe wieder Lust auf braune Schuhe und Taschen. Nachdem ich vor acht bis zehn Jahren häufig braun trug, hatte ich lange, lange Zeit keine Lust mehr darauf und kaufte nur schwarz. Aber nun, mit neuen Farbtönen, tut sich mir eine ganz neue Welt auf. hehe

Ein kurzes Video von Gretasschwester auf Instagram.
Das Label Gretasschwester ist euch sicher bekannt. Schon lange verfolge ich die Arbeit mit. In einem kurzen Video zeigt die Illustratorin, wie ihr eigenes Reisetagebuch ihrer Island-Reise aussieht. Ich habe nicht nur Lust, mir ganz schnell genau dieses Reisetagebuch zu kaufen. Nein, ich habe so eine Reiselust bekommen. Wie gerne würde ich jetzt das Tagebuch mit Erinnerungen aus Paris oder Amsterdam oder Zürich ausfüllen. Mich motiviert dieses Video dazu, wieder mehr zu fotografieren und zu zeichnen.
Und ach, Paris. Meine Sehnsucht hat mich schon wieder zwei neue Blogposts planen lassen.

Französisch hören.
Im Bus saßen uns ein Franzose und seine deutsche Freundin gegenüber. Sie sprachen Französisch und ich versuchte die ganze Zeit über irgendetwas zu verstehen. Leider verstand ich kaum ein Wort und ärgerte mich sehr darüber. Ich habe insgesamt neun Jahre (Schul-)Französisch gelernt, machte darin sogar mein (sehr gutes) Abi und dennoch habe ich Schwierigkeiten, zu reden oder zu verstehen. So abgedroschen es klingt, eines meiner Lebensziele ist es, diese Sprache zu beherrschen. Direkt hatte ich wieder tausend Pläne, wie ich dieses Ziel erreichen könnte...


Was inspiriert euch denn zur Zeit?

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