den Augenblick erkennen, den Moment erleben

22. Oktober 2016

gelesen: Qvest Metropolen Issue Nr. 1 - Paris


Die erste Begegnung mit dem Qvest Metropolen Issue Paris war ein Bild, das mir eine liebe Freundin über Whatsapp schickte und mich fragte, ob ich es schon kennte. Sie plante gerade eine Parisreise und hatte mich in unseren Gesprächen ohnehin schon sehr sehnsüchtig gemacht. Mir war das Magazin nicht bekannt, aber sie versicherte mir, dass es ihr gut gefiel. Ich setzte es also auf meine "kaufen"-Liste und hakte das Thema damit ab. Wochen später, im Sommer, als ich unglaublich Lust auf einen kurzen Trip in meine Herzensstadt hatte, fiel mir dieses dicke Magazin ein. Aber zu diesem Zeitpunkt konnte ich es an keinem Kioskstand mehr finden. Das Magazin musste also bestellt werden. Aber kennt ihr das, dass allein das Gefühl des Kaufens ein sehr gutes ist? Dass man sich etwas gönnt und auch der Kaufakt dazugehört? Aber was soll man machen, wenn das gewünschte Objekt einfach nirgendwo zu finden ist. Der Tag, an dem das Magazin also in meinem Briefkasten steckte, war ein ziemlich guter und meine Freude darüber sehr groß.

Schon beim Auspacken fiel mir die tolle Haptik und die Qualität des Papiers auf. Ein schweres Magazin, auf dem prägnant das Symbol schlechthin für die Stadt der Liebe prangt. Oh Mensch, mir ging es wirklich gut und mir zeigte es, dass auch Dinge manchmal (wenn vielleicht auch nur kurzweilig) Freude machen können. Und spätestens als ich beim Durchblättern als erstes auf die Story von Patricia Kamp stieß, war es um mich geschehen.


Es ist ein Magazin, das so dick ist, dass man es gar nicht an einem Abend lesen möchte. Man schlägt es immer wieder auf, liest einen Artikel nach dem anderen, in einer wahllosen Reihenfolge und entdeckt immer wieder neue Adressen und Geschichten. Es gibt verschiedene Stories über Kreative, über Klischees und deren Wahrheitsgehalt. Die Fotos sind ganz wunderbar. Am besten gefallen mir die Interviews. Ich glaube, dass die Befragten in so einer Situation am ehrlichsten von der Stadt sprechen. Sie erzählen nicht nur davon, was ihnen an Paris gefällt, sondern auch, was typisch für die Stadt ist. Und natürlich verraten die Locals auch ihre liebsten Adressen.

Die Kuratorin Patricia Kamp zum Beispiel erzählt von den Ausstellungsorten und die umliegenden Restaurants und Cafés. Sie selbst ist Kuratorin im Frieder Burda-Museum (Baden-Baden), hat schon einige Ausstellungen in Paris realisiert und kennt sich in der Pariser Kunstszene wirklich gut aus.


Spannend ist auch die Story über das Haus Hermès, das immer noch, neben den Carrés, Taschen usw., eine Sattlerei betreibt. Oder über die beiden Macher des Mode- und Musiklabels Maison Kitsuné, die mittlerweile auch mehrere Cafés in Paris betreiben. Oder auch über die Existentialisten in St. Germain. Außer den Geschichten gibt es auch etliche Seiten, die die besten Spots zum Übernachten und Dinieren zeigen sowie unterhaltsame und philosophische Bücher. Andere Seiten sind gespickt mit einigen allgemeinen und speziellen Infos zur Stadt, die ich auch immer wieder gerne lese. 

Kleine Kritikpunkte gibt es aber trotzdem. Leider muss ich zugeben, dass ich etwas zu viele Schreibfehler gefunden habe. Und wie so oft bin ich auch nicht immer die richtige Zielgruppe für die vielen Adressen, die genannt werden. Einige der Spots sind sehr exklusiv bzw. hochpreisig und nur um "dort mal gewesen zu sein", reicht es mir als Tipp nicht aus. Auch gibt es drei Fotostrecken, die mir zwar ästhethisch sehr gut gefallen, die aber eigentlich nur Werbung für die Produkte sind. Mir ist natürlich klar, warum so ein Magazin diese Produkte einbaut, doch für mich ist das nur störend und leider auch etwas unsympathisch.

Nichtsdestotrotz blättere ich das Metropolen Issue Paris immer wieder durch, habe mir ein paar Adressen für unseren nächsten Besuch rausgeschrieben und kann meine (aktuell wieder akute) Sehnsucht ein wenig mit der Lektüre stillen. Es gibt noch Einiges zu entdecken und ich kann euch nur empfehlen, mal selbst dort reinzuschauen.









Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen