den Augenblick erkennen, den Moment erleben

4. September 2016

gelebt


Der August. Mein absoluter Hass-Monat. Eigentlich. Eigentlich, denn in diesem Jahr war alles anders. Eines der schönsten Geschenke meines Lebens erlebte ich in diesem August. Und ich liebte sogar das Wetter. 

gelebt:
Die erste Augustwoche war meine letzte Ferienwoche, die ich ganz für mich alleine hatte. Leider war die halbe Woche verregnet und ich hatte ein paar Schwangerschaftsbeschwerden. So blieb ich vor allem in Mainz und Wiesbaden, ging meinem Nestbautrieb nach, besuchte die Kunsthalle, hatte einen Termin bei der Pediküre und genoss ein Date mit meinem Freund. 

Schließlich ging es mir besser und auch das Wetter wurde sichtlich angenehmer. Das perfekte Timing, denn Anton hatte zwei Wochen Ferien. Ich habe ihn wohl noch nie so viele Tage am Stück so lieb erlebt, wie in dieser Zeit. Wir trafen ein paar Freunde, spielten ständig im Garten und kuschelten viel. Mein großer Sohn und ich, ein perfektes Team. Unsere letzten gemeinsamen, exklusiven Tage waren perfekt und werden mir immer in Erinnerung bleiben.

Und dann, in der dritten Woche, nach ein paar weiteren langsamen, gemeinsamen Sommertagen geschah das, worauf wir so viele Monate gewartet hatten: Unser Sohn PAUL kam zur Welt. Ein Wunder, so viel Glück, so viel Liebe, kaum Worte, die diese Freude beschreiben können. Eine Geburt, die ich mir nicht hätte besser und schöner wünschen können, der Vollmond und der Sonnenaufgang und zwischen und während der Wehen immer dieses Wissen, dass wir den kleinen Mann bald sehen werden.

Und von da an eine völlig neue Zeitrechnung. Mit Familienbesuch, Arztbesuchen, Behördengängen. Mit Still-Sessions, Spielplatzgängen, Kuschelzeiten. Sogar mit einem Date, weil der Große wieder zur Tagesmutter ging und der Kleine im Kinderwagen schlief. Das Glücksgefühl, als wir in der Stadt waren und BEIDE Kinder gleichzeitig schliefen. Es ist ein langsamer, entspannter Sommer. Und die gemeinsame Familienzeit tut wirklich gut.

Vor allem ist da diese große Dankbarkeit, dass ich die Mutter von diesen beiden Jungs sein darf. Es macht mich so unglaublich stolz zu sehen, wie viel Anton in den letzten Jahren und auch im Sommer gelernt hat und was er für ein schlauer, wissbegieriger und lustiger kleiner Kerl ist. Und dann ist da der Mini, der anfangs eigentlich nur verschlafen war und mit jedem Tag wacher und aufmerksamer wurde. Und wie erstaunlich es doch ist, dass so ein kompletter und perfekter Mensch in meinem Bauch herangewachsen ist!

gegessen bzw. gekocht und gebacken: Bananen-Schokoladen-Muffins und Apfel-Nuss-Cheesecake-Kuchen gebacken, leckere Currys gegessen, viele Kugeln Eis verschlungen und Obstsalate gemacht

gelesen: Die gleißende Welt von Siri Hustvedt zu Ende gelesen und etwas enttäuscht worden. Aktuell lese ich Tanz mit dem Schafsmann von Haruki Murakami und bin auch nicht ganz zufrieden. Ziemlich pathetisch für meinen Geschmack. Dennoch bin ich sehr glücklich, dass ich wieder häufiger die Zeit finde, um zu lesen.

geklickt: Texte, die davon handeln, dass man sich wieder bewusster auf die schönen Alltäglichkeiten und nicht nur auf die special moments konzentrieren sollte.
bei C'est Clairette Anleitung zur Alltagsflucht

"Ich war immer ein Verfechter davon, dass das nicht nur im Urlaub gelingen darf, diese Leichtigkeit und Freiheit, 
sondern, dass sie rein muss ins ganz normale Leben."
[Stepanini]

ausgestellt: Detail ist alles in der Kunsthalle Mainz 

gehört: unsere Sommer-Hitlist. Toll zum Tanzen mit dem großen Sohn About you now von den Sugababes. Weil's immer geht und wir in diesem Sommer so viel Glück haben Get Lucky von Daft Punk. These are the days von Jamie Cullum, weil es mich immer und immer wieder berührt.

"These are the days that bring new meaning
I feel the stillness of the sun and I feel fine"
[Jamie Cullum]

gedacht: Bisher mochte ich den Sommer nicht. Aber mir ist aufgefallen, dass es drei Sommer in meinem Leben gab, die besonders gut waren und die in allerschönster Erinnerung bleiben. Auch in diesem Sommer hatte ich fast nur Glücksgefühle. Wir hatten Glück mit dem Wetter, ich hatte meinen Stundenplan gut geplant und erlebte zuletzt noch ein paar wirklich freie Ferientage. Und dieser Sommer brachte uns das beste Geschenk, das wir bekommen konnten. Auch das Wochenbett im Sommer ist großartig, weil man nicht in den eigenen vier Wänden gefangen ist, sondern ständig draußen sein kann, wenn man möchte. Ich muss wahrscheinlich meine Antipathie gegenüber den Sommer neu überdenken.

geärgert: Ich hatte im letzten Monat keine großen Gründe, um mich zu ärgern.

gefreut: Über das bombastische Wetter, selbst wenn man im August seinen Trenchcoat überziehen muss. / Ich bin zur Zeit von Herzen zufrieden und gelassen. Und das Wissen, dass es mir so gut geht, macht mich noch glücklicher. / Wir haben in den letzten Wochen so viele Glückwünsche und Geschenke bekommen und ich bin so dankbar für all die herzensguten Menschen und Freunde.

geliebt: Meine Familie. Dieses große, große Glück.
















Und nun auf, in einen weiteren schönen Monat mit viel Sonne und tollen Erlebnissen! Habt es gut.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen