den Augenblick erkennen, den Moment erleben

1. August 2016

gelebt


Ihr Lieben, ihr merkt es: das Leben ist so voll und bunt, dass man ganz automatisch andere Prioritäten setzt. Das Blog ruht seit einigen Monaten ganz unbewusst. Ich genieße es, dass ich nicht vor lauter schlechtem Gewissen immer wieder das Blog aufrufen muss oder auf To-Do-Listen schaue, sondern dass ich einfach den Alltag lebe, so wie er eben ist. Dieses Blog hat schon so vieles überlebt, so viele Zeiten, Krisen (ha!) und Lebenssituationen gemeistert, auch viele Pausen ausgestanden und mich immer begleitet. Ich hänge sehr daran, selbst wenn es ruhige Phasen gibt.

Das Leben dagegen ist ziemlich bunt und manchmal gar nicht ruhig.


gelebt:

Die letzten Semesterwochen waren so entspannt wie schon lange nicht mehr. Ich genieße es immer sehr, wenn alle Referate und Aufgaben erledigt sind und ich den Input einfach nur aufnehmen kann.

Mein Freund hatte Urlaub und wir machten eine richtige Familien-Ferienwoche. Familienqualitytime deluxe. Wir besuchten ein Kindertobeparadies in Mainz, den Wildpark und den Freizeitpark Lochmühle. Im Luisenpark in Mannheim erlebten wir Sonne, Eis, lustige Autofahrten, eine Bootstour, sahen viele, viele Tiere (z. B. Killerfische...), plantschten auf dem Wasserspielplatz und entspannten auf den Liegestühlen.

Die Vorbereitungen für unseren Baby-Jungen laufen (endlich) auf Hochtouren. Mein Kopf konnte nach dem Stress an der Uni sich frei machen für Baby-Dinge und ich genieße es nun in vollen Zügen. Alle Babysachen sind bereits gewaschen, die Kliniktasche seit dem Wochenende gepackt, der letzte Abend im Geburtsvorbereitungskurs besucht, ich bin in der zweiten Klinik angemeldet, das Kinderzimmer wurde ein wenig umgestellt und ach, mein Herz freut sich einfach so riesig auf den kleinen Menschen.

Das heiße Wetter machte mir manchmal ziemlich zu schaffen und so merke ich das Ende der Schwangerschaft doch ganz schön.

An den anderen Tagen waren wir auf einer Familienfeier in Heidelberg und auf einer Hochzeit auf einem Gut in der Pfalz. Anton und ich hatten die entspannteste Zugfahrt ever, als wir an einem Freitag nach Karlsruhe fuhren. Wir trafen dort Freunde, schauten vorher in der Kunstakademie vorbei uns ließen es uns am Abend bei einer Firmenfeier gutgehen. Ich erlebte einen echten Glückstag in Wiesbaden. Ich hatte frei, das Wetter war perfekt, ein tolles Treffen stand an. Ein Gefühl von Freiheit, von Glückseligkeit. In Darmstadt bummelte ich ein wenig und traf mich mit einer Freundin zum Mittagessen. Auf dem Kinderfestival in Mainz und auf der Sommerwiese in Wiesbaden verbrachten wir schöne und lustige Stunden mit Anton (naja, nicht nur). Ein kleines Highlight im Alltag war ein Eichhörnchen, das sich auf unserem Balkon verirrt hatte. Ich habe keine Ahnung, wie es dieses arme kleine Wesen zu uns in den zweiten Stock geschafft hat.


gegessen bzw. gekocht und gebacken: sehr viele Obstbecher

ausgegangen: awake in Mainz, Elisabeth in Darmstadt, Hygge in Mainz, Gute Stube in Mainz

gelesen: Ich hatte richtig viel Lust und auch endlich wieder genug Zeit zum Lesen. Von Imre Kertész habe ich den Roman eines Schicksallosen gelesen. Ich bin sehr bewegt, auf welche Art und Weise er seine eigenen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg verarbeitet. So viele Bücher habe ich schon über den Holocaust gelesen, aber noch nie eines, das mit so viel Ironie auskommt. Der 15-jährige Protagonist versteht nicht, was ihn als Jude so von den Anderen unterscheidet, muss dann aber erleben, dass er aufgrund seiner Herkunft in drei Gefangenen- und Vernichtungslager kommt. Das, was er dort erlebt, ist einfach nur schrecklich, doch er nimmt die Erlebnisse anders wahr. Für ihn ist es "natürlich". Ein ganz abstruser Gedanke für uns Leser. Er überlebt die Zeit, kehrt zu alten Bekannten zurück und begreift dort erst langsam die Sinnlosigkeit des Ganzen.

Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells ist ein Buch, um das ich schon seit vielen Monaten schlich. Und mir dann endlich gegönnt habe. Diesen Roman mochte ich sehr. Es ist eine Familiengeschichte und auch gleichzeitig eine sehr persönliche Lebensgeschichte. Und Liebesgeschichte. Mit vielen so traurigen Stellen. Anton schlief an einem Sommertag sehr lange und ich konnte das Buch in einem Zug durchlesen. Allein diese Situation machte das Buch sehr besonders.

Die gleißende Welt von Siri Hustvedt (für sage und schreibe 8 Euro gefunden!!) habe ich erst kürzlich begonnen und konnte mir noch keine Meinung dazu bilden. Ich war von Hustvedts "Was ich liebte" so begeistert, dass ich sehr gespannt bin.

ausgestellt: die Sommerausstellung der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe

geklickt: Wie kommt man aus einer Krise? Auch wenn ich in keiner Krise stehe, finde ich den Text sehr interessant. Und das Interview mit der wunderbaren (Zwillings)Mama Maria zeigt, wie toll manche Leute mit ihrer wenigen Freizeit umgehen können und die Zeit so genießen, wie sie ist.

gekauft: Viel. Ha, wirklich. Ein bisschen was für mich und noch ziemlich viel für das Baby.

geärgert: Über einen leider notwendigen Zahnarztbesuch.

gefreut: Über unsere Familienausflüge und die intensive Familienzeit. Über jedes Blumensträußchen, das ich jeden Tag von meinem kleinen großen Sohn bekomme.

geliebt: den großen Babybauch (Und jetzt, Babybauch-Spam!)















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen