den Augenblick erkennen, den Moment erleben

4. Juni 2016

gelebt


Das Leben ist doch wirklich gut, findet ihr nicht auch? Ich kann mich nicht über das Wetter beklagen (Hitze finde ich viel unangenehmer als Regen), auch der Stress hält sich in Grenzen und ich genieße das, was ich habe, so sehr. Der Mai war geprägt von vielen Aufgaben an der Uni, von Familienzeit und vielen Gedanken an das Baby.

gelebt:
Wir haben ein paar Flohmärkten einen Besuch abgestattet und schöne Kleinigkeiten gefunden.
An den vielen Feiertagen hatten wir immer Familienzeit. Wir waren bei den Großeltern, wanderten auf dem Neroberg in Wiesbaden, waren im Zoo in Frankfurt und aßen Eis auf dem Familienfest bei uns im Ort, das mit einem Kindertheater und einer Holzwerkstatt unseren Buben total glücklich machte.
In zehn Wochen ist der errechnete Entbindungstermin für unser Baby und ich beschäftige mich nun sehr viel mit "uns". Der Geburtsvorbereitungskurs hat angefangen, bei den Vorsorgeterminen muss ich nun regelmäßig an den Wehenschreiber angeschlossen werden und der Minimann hat schon erste Geschenke bekommen.
Der Heuschnupfen hat mir ganz schön zu schaffen gemacht. Sich mit geschwollenen Augen an die theoretischen Texte zu setzen und sie konzentriert zu lesen, ist für mich beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, aber irgendwie konnte ich die ersten drei Referate ganz gut meistern.
Das Highlight des vergangenen Monats war ein kurzer Urlaub auf Kos. Nur mein Freund (der Babybauch) und ich. Wir vermissten Anton, genossen diese Zeit aber auch sehr und konnten richtig ausspannen. Babymoon eben.

gegessen bzw. gekocht und gebacken: diese leckere Himbeertorte, die ich auf tastesherriff gefunden habe, die man gar nicht backen muss, Puddingstrudel mit Himbeeren gebacken und ganz viele leckeren Sachen gegessen: (selbstgemachtes) Eis, Ananas, Äpfel, Schokolade, Erdbeeren, Falafel und griechischer Joghurt

geklickt: die kurzen Videos von dorobot machen gute Laune / ein Artikel über die Aufgaben und die Zukunft von Kuratoren, auch mit Blick auf die neuen Studiengänge / Okka's Rezension zu einem Buch, um das ich schon häufig herumgeschleicht bin, aber leider noch nicht gekauft habe / und nochmal Okka: im Gespräch mit der Bloggerin Stephanini, die ein so schönen Blick auf die Dinge des Lebens hat / und ein Babythema: Isabel von littleyears fragt sich, wie man damit umgehen soll, wenn man ständig auf den (großen oder kleinen) Babybauch angesprochen wird.

gelesen: Das Geburtsbuch von Nora Imlau, das ich bald auch auf une vie magnifique vorstellen werde. Es bewegte mich sehr, half mir, die Geburt von Anton noch ein Stück aufzuarbeiten und mich auf die Geburt unseres zweiten Babys vorzubereiten. / Zeit der Gesetzlosigkeit von Wole Soyinka musste ich für ein Referat in Literaturwissenschaften lesen und habe mich bis zur Hälfte nur gequält. Und dann wurde es auf einmal sehr spannend und bewegend. Es handelt von dem Selbstbild der Nigerianer in ihrer Kultur und schaut weniger auf die Kolonialisierung, als vielmehr auf die eigenen Mythen, die die Stämme prägen. / Neben all der Pflichtlektüre für die Uni hatte ich auch endlich wieder Zeit Romane "nur für mich" zu lesen. Der Urlaub bot dafür sehr viel Freizeit. Der Trafikant von Robert Seethaler war eines der wenigen Bücher, die ich kurz vor unserer Abreise im Buchladen entdeckt habe. Ich weiß gar nicht, was mich dazu bewogen hat, genau dieses Buch auszuwählen. Aber es lohnte sich sehr. Eine Geschichte über einen österreichischen jungen Mann, der vom Dorf in die Großstadt kommt und dort den Umbruch der Geschichte miterlebt. Wien in den 1930ern. Hitler marschiert in Österreich ein, die Juden werden verfolgt und Franz, der Protagonist findet sich in den Wirren dieser Zeit wider. Er war mit Sigmund Freud befreundet und arbeitet in einem Zeitschriften- und Tabakladen, einer Trafik. Der Roman ist nicht hoffnungsvoll, weil es zu der Zeit einfach keine Hoffnung gibt, aber diese Klarheit gefiel mir sehr gut. / Den Klassiker von Alex Capus hatte ich bisher zwar immer auf dem Schirm, aber kam nie dazu, es zu lesen. Léon und Louise von Alex Capus erzählt vom Leben des Léon, dessen Liebe zu Louise immer bestehen bleibt, obwohl sie sich mehrere Male verlieren. Es ist eine Liebesgeschichte, aber auch eine Geschichte über das Grauen und auch die Willkürlichkeit der deutschen Besatzung in Paris.

ausgestellt: die Ausstellung ABSTRAKTIONEN im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen

gereist: Ein wohlverdienter Urlaub auf Kos in Griechenland. Mensch, war diese Auszeit wunderbar.

gekauft: In den letzten Monaten klappt meine Haushaltsführung ziemlich gut und ich kann mir wieder ein paar Kleinigkeiten leisten. :-) Zum Beispiel die hübschen Geschirrhandtücher und diesen Tischläufer, diese Tunika für mich, Geschenke für Freunde und Bastelsachen vom Ikea.

gedacht: Wie dankbar ich doch dafür sein kann, dass wir gesund sind, keine Behinderungen haben und ein schönes Leben führen können.

geärgert: Über diesen blöden Heuschnupfen. Ich fühlte mich an manchen Tagen schlapp und krank, zu nichts fähig. Der Mai ist leider jedes Jahr auf's Neue der schlimmste Allergie-Monat. Es kann jetzt nur noch besser werden!

gefreut: Über das Wiedersehen mit dem kleinen Menschen nach dem Urlaub. Seine ersten Worte an mich waren: "Mama Blumen schenken für dich. Rosen brauchen Wasser."

geliebt: Am frühen Morgen um acht Uhr als einzige im Meer zu sein, die Horizontlinie verschwimmt mit den Bergen und mit dem Wasser und alles, einfach alles, ist ruhig.














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