den Augenblick erkennen, den Moment erleben

26. April 2016

Zeit nehmen



Einer meiner Grundsätze: wenn du unzufrieden bist, dann ändere etwas an der Situation.
Manchmal zeigt sich nur schleichend, dass man nicht ganz glücklich mit dem Hier und Jetzt ist. Es braucht mehrere Momente, die einem deutlich machen, dass es auf diese Art und Weise nicht mehr weitergehen sollte. Manchmal fliegt man hin, weil man die vielen Stolpersteine übersehen hat, rappelt sich dann wieder auf und nimmt einen anderen Kurs. Manchmal geschieht das gar nicht so laut, mit viel Klimborium und großem Gerede.

Ich bemerkte irgendwann, wie sehr es mir fehlte, kreativ zu sein. Natürlich haben der Familien- und Unialltag seine Spuren hinterlassen. Wenn ich jede Zeitverschwendung außer Acht lassen würde, gäbe es da nicht mehr viel Zeit für kreative Prozesse. Mich mussten Hashtags wie #zenfriday und #analogweekend daran erinnern, dass ich dennoch einen gewissen Teil meiner Zeit selbst in der Hand hatte. Wie es wohl wäre, etwas weniger digital zu konsumieren und in diesen freigewordenen Zeiten selbst produktiv zu sein?

In einem Selbstversuch wählte ich noch bewusster als zuvor meine Phasen aus, in denen ich mir Bilder auf Instagram ansehen wollte, in denen ich Blogposts las oder Serien "nebenbei" schaute. Diese Zeiten, die keineswegs digitaldetox und online-frei sein mussten, wollte ich selbst zum bloggen nutzen, Fotos bearbeiten oder Emails schreiben, basteln, Bücher lesen oder irgendwas anderes machen, wofür ich Konzentration brauche.

Mein kleines Experiment klappt erstaunlich gut. Ich merke, wie wenig es mich schmerzt, wenn ich online etwas "verpasse" und wie glücklich es mich macht, wenn ich wieder Bücher lesen kann oder mit meinen eigenen Ideen vorankomme. An einem Samstagvormittag lag ich einfach nur im Bett, las Kapitel um Kapitel und machte nichts. So entspannt war ich schon lange nicht mehr. An einem Abend hakte ich so vieles von meiner Liste ab, einfach, weil ich konzentriert arbeiten konnte. Und die Momente für's Fotografieren und Aquarell malen werden sich auch wieder finden.

Diese freigewordene Zeit ist das i-Tüpfelchen, das mich gerade noch zufriedener macht, als ich es ohnehin schon bin.

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