den Augenblick erkennen, den Moment erleben

5. April 2016

Bon voyage!


Wenn es hier auf dem Blog ruhig wird, dann heißt das meistens nicht, dass es nichts zu berichten gibt, sondern vielmehr, dass das Leben so voller Aktivitäten und Eindrücken ist, dass ich mir kaum die Zeit nehmen kann, meine Gedanken aufzuschreiben. Während es mir auf une vie magnifique nicht zuletzt auch dank eines Blogplans wirklich leicht fällt, Artikel für Artikel zu schreiben und die Ideen, die mich im Alltag so anfliegen, zu verarbeiten, ist betsi für mich eine Art Ruhepol. Dieses Blog begleitet mich schon so lange, es ist ein Herzensding und ich habe es schon lange überwunden, mich schlecht zu fühlen, wenn ich nicht regelmäßig schreibe. So gibt es leider auch Artikel, die beinahe fertiggestellt wurden und dann aus Aktualitätsgründen im Archiv verschwinden (vor allem bei Ausstellungsbesuchen). Und es gibt Themen, die hier immer wieder auftauchen. Weil sie mich so beschäftigen, weil sie mich glücklich machen, weil ich einen Ort brauche, an dem ich all die Informationen zusammentragen und sammeln kann.

Paris ist so ein Thema.

Unser letzter Paris-Urlaub ist ziemlich genau zwei Jahre her. Z w e i Jahre. Das ist eine sehr lange Zeit für eine Stadt, die eine so starke Faszination auf mich ausübt.

Ich habe mich in den letzten Monaten oft gefragt, warum es gerade Paris sein muss. Was hat diese Stadt, dass ich immer und immer wieder zurück möchte? Oder dass ich mir täglich auf Instagram Bilder von Parisern ansehe? Warum macht es mich so glücklich, wenn ich die grau-in-grauen Pariser Häuserfronten erblicke?

Wahrscheinlich sind es die vielen Erinnerungen in jeder erdenklichen Lebensphase, die ich in Paris gesammelt habe. Es ist sicher auch eine Form von Inspiration, die mich jedes Mal erfüllt, wenn ich in eine andere Stadt komme. Wenn sie dann mit ihren Einwohnern, Blumenläden, Cafés, Parks und Häusern dann noch so hübsch ausschaut (aber natürlich auch mit den Touristenscharen, den überfüllten Metróstationen, den überteuerten Supermarktpreisen oder dem Abwassersystem ziemlich anecken kann), dann bekommt ein Ort noch eine größere Bedeutung. Bestimmt hat es aber auch mit dem Image dieser Stadt zu tun, mit den Künstlern, die dort gelebt haben, die Lieder, die über sie gesungen wurden, die vielen mit dem Wahrzeichen der Stadt bedruckten Notizbücher. Es gibt einen gewissen Mythos, der auch mich packt und scheinbar magisch anzieht.

Während manche Menschen das Glück haben, ihre Reiselust immer wieder neu zu befriedigen (vor einigen Jahren gehörte ich dazu), muss ich mich seit wenigen Jahren etwas zurückhalten. Jeder Ausflug und jeder kleine Urlaub bedeutet mir sehr viel.


Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern, dass ich im Oktober davon erzählte, dass ich mir nun endlich vorgenommen hatte, auf ein Ziel hin zu sparen. Es gelang mir tatsächlich, jede Woche mein Kleingeld einzuwerfen, mir manch ein Cappuccino zu verkneifen und Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke nicht auszugeben. Gestern lief ich ziemlich stolz mit einem Glas voller Kleingeld und einigen Scheinen zur Bank und zahlte alles ein. Ich habe mir einen kleinen großen Traum erfüllt und kann mir meinen Teil der Paris-Reise selbst finanzieren und leisten. Außerdem bleibt mir auch genügend Geld, um mir das ein oder andere Kleidungs- und Erinnerungsstück zu kaufen und das Leben dort zu genießen. Ich bin wirklich unheimlich stolz auf mich :)

In wenigen Tagen geht es also für uns als Familie los nach Paris. Meine Vorfreude ist riesig. Weil ich nun auch für die Uni nichts mehr zu tun habe, konnte ich mich in den letzten Tagen richtig auf diese Reise vorbereiten. Ich habe Reiseführer und Webseiten durchforstet und die Orte zusammengestellt, an denen ich gerne vorbeikommen möchte. Es wird ein richtiger Familienurlaub, mit viel Eiscrème, Spielplatzbesuchen und Nichtstun. Und das in Paris.


1 Kommentar:

  1. Betti, es ist so toll, dass ihr euch das gönnt und du es jetzt nach der Lateinprüfung so richtig genießen kannst - umso toller, wenn man es sich selbst erarbeitet und zusammengespart hat. Wie lange bleibt ihr in Paris?

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