den Augenblick erkennen, den Moment erleben

3. Dezember 2015

gelebt


Dezember, der letzte Monat in diesem Jahr beginnt. Das heißt nicht nur, dass die Vorbereitungen für Weihnachten auf Hochtouren laufen (sollten), sondern auch, dass ich noch ein paar To Do's von meiner Liste streichen möchte bevor 2016 kommt. Zum Beispiel feinen Milchschaum mit unserer Maschine machen, ohne Angst vor dem vielen Dampf zu haben. Oder endlich mal den vor einem Jahr geschenkt bekommenen Fotografiekurs zu absolvieren. Ach, eigentlich steht noch ganz viel an. Wie das eben immer so im Dezember ist. Ich freue mich aber auch auf ruhige Tage, auf gutes Essen und Familienzeit.

Der November war schön, kalt, Nerven aufreibend (in vielerlei Hinsicht) und vor allem ereignisreich. So voll, dass ich diesen Artikel erst heute veröffentlichen kann.


gelebt: Zum ersten Mal in meinem Leben war ich auf einem Martinsumzug. Nicht nur Anton hat der gemeinsame Marsch mit den Laternen, die Musik und das große Martinsfeuer gut gefallen. Mit einem Anruf von der Tagesmutter wurde ich an meinem freien Lerntag unterbrochen: Anton hatte eine Platzwunde. Der schlimmste Moment des Monats. Ihm ging und geht es aber gut. Wir haben Antons 2. Geburtstag ausgiebig zelebriert und auf unser eigenes Jubiläum angestoßen. In der Fasanerie wurden die Ziegen gefüttert, auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein geschlürft und das Kino endlich mal wieder betreten. Anton und ich wurden von einem kleinen Fernsehsender für einen Beitrag zum Thema "Studieren mit Kind" gefilmt. Aufregend. Auf dem Wochenmarkt habe ich mich mit Blumen eingedeckt und sie immer wieder neu arrangiert. Viele, viele Stunden saßen wir auch wieder im Zug. Ein besonderes Highlight war ein Bewerbungsgespräch und die darauffolgende Zusage. Einige Texte habe ich fertiggestellt, die mich schon lange bewegten, und andere Texte warten noch auf die Veröffentlichung. Auf einer Farewell-Party haben wir eine Freundin verabschiedet. Wir hatten auch viel Besuch und ich habe dafür gerne Kuchen gebacken. Und für die Uni hatte ich viel zu lesen und zu lernen. Eine mündliche Prüfung und ein Referat habe ich glücklicherweise geschafft.


gegessen bzw. gekocht und gebacken: Ich habe wieder an meinen "Hausfrauenskills" gearbeitet. Dafür, dass ich eigentlich backen furchtbar finde, stehe ich ganz schön häufig mit der Rührschüssel in der Küche. Mmmh... leckere Zimtschnecken in der Auflaufform nach einem freien Rezept, Schokobananenmuffins, einen Haselnuss-Zimt-Birnenkuchen, Schokoladentartelettes und wieder der Apfelkuchen mit Cheesecakefüllung. Als gesunden Ausgleich habe ich knusprige Apfelchips im Backofen selbst gemacht, frische Maracuja gegessen und viele Säfte und Smoothies selbst gepresst oder gemixt.
ausgegangen: die neue Bar Le Bon Bon in Mainz, zum ersten mal Kaffee in der Pâtissérie IImori in Frankfurt getrunken (und so Lust auf alle Kuchen gehabt), im Heimathafen Wiesbaden zum ersten Mal einen Pumpkin Spice Latte getrunken (lecker, aber zu süß), beim Jahrestag-Feiern indisch gegessen
geklickt: Keiner kann Stimmungen besser auffangen als Isabelle (und das noch analog!), der Artikel Your Body is a Battleground im Schirnmag, der Künstler Brice Marden, der mit Marmor arbeitet, Hannahs Zusammenstellung von burgunderfarbenen Boots (die ich im Übrigen schon länger haben will, als dieser Trend eigentlich besteht), die Fotos, die Brian im Haus und Atelier des Künstlers Donald Judd geschossen hat und Katharinas wunderbare Ideen für die Weihnachtsbäckerei.
gelesen: Endlich wieder eine Zeit, in der ich zum Lesen komme. Ich knabbere immer noch an der Odyssee von Homer. 
gesehen: James Bond 007: Spectre im Kino (Ich mag's sehr, egal wie übertrieben Vieles ist.)
gehört: einen kleinen Menschen, der Fere Schakke singt
ausgestellt: Im Rahmen einer Exkursion die Ausstellung Sturm-Frauen in der Schirn und in der Rotunde die Installation von Heather Phillipson. Zu gerne hätte ich auch noch Daniel Richter gesehen, aber mein Kopf war voller Eindrücke von der umfangreichen Ausstellung über die Künstlerinnen. Im Community Abend im Städel war ich auch dabei und habe vor allem die Räume der Gegenwartskunst sehr genossen. (Dazu aber wirklich ganz bald mehr.)
gemacht: für Anton eine Mäuschen-Laterne gebastelt, Adventskalender gemacht, Blumen zu Sträußen gebunden
gereist: Darmstadt und Frankfurt, ganz häufig. Zählt das noch? Für mich schon. Diese Ausflüge sind immer kleine Auszeiten, die mir gut tun und in denen ich auftanken kann. Für einen kurzen Moment habe ich tatsächlich auch bedauert, dass wir uns damals nicht für Darmstadt als Wohnort entschieden haben. Darmstadt hat so unglaublich schöne Ecken. An einem Nachmittag waren wir wieder auf der Mathildenhöhe.
gekauft: Am Black Friday habe ich tatsächlich auch viel bestellt und warte nun auf die Pakete. Ansonsten habe ich  zusätzlich zu den ersten Weihnachtsgeschenken sehr viel Gutes gefunden. Einen grauen Merinopullover mit Stehkragen von Basler, ein dunkelblaues Merinoshirt, das perfekt unter eine Strickjacke passt und endlich ein wunderschöner Geldbeutel von Liebeskind aus ganz weichem Leder, nachdem mein Uralt-Portemonnaie bereits auseinanderfiel. Für zwei sehr geliebte Stiefel habe ich beim Schuster über hundert Euro gelassen, damit er sie wieder rettet. Das gilt beinahe auch als "gekauft."
gewünscht: Zeit?! Ha. Das ewig währende Problem. Ruhe im Herzen und die Gewissheit, dass alles gut wird. Das vergesse ich manchmal. 
gedacht: Ich habe über die grausamen Attentate in Paris nachgedacht, über Lebensläufe von Kunsthistorikern und über einen guten Masterstudienort.
gefragt: Warum müssen KunsthistorikerInnen immer so schwere Bücher schleppen? Wieso bleibt unsere Wohnung nicht einmal 24 Stunden ordentlich? Und wie bitteschön soll ich Latein in der verfügbaren Zeit lernen?
geärgert: An einem Tag habe ich mich sehr über Anton geärgert und wir waren - wieder einmal - viel zu spät. Auf dem Weg zur Uni sehe ich aber in meiner Handtasche Antons Häschen, das er so liebt und es versöhnte mich mit allem.
gefreut: Über die grünen Halsbandsittiche mit rotem Schnabel, die auf den Bäumen in unserem Garten saßen. Wie die mich glücklich gemacht haben. Stellt euch das vor: Ihr schaut aus dem Fenster und dort sind viele grüne Vögel. Grüne Vögel in unserer Region. Ich finde es super.
geliebt: Den Nebel und die bunten Blätter, die schönsten Sonnenuntergänge und die besondere Sonneneinstrahlung in unserem Wohnzimmer.

















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen