den Augenblick erkennen, den Moment erleben

16. November 2015

eine Pause machen


Pause machen. In meinem Kopf saust es hin und her, nicht nur wegen der furchtbaren Ereignisse am vergangenen Freitag in Paris.

Ich hatte mich in der letzten Woche ganz intensiv mit der wunderschönen Stadt auseinandergesetzt. Für einen Blogpost las ich alte Reisebucheinträge, klickte mich durch meine Lesezeichenliste, öffnete dutzende Male Google Maps, um die Cafés und Geschäfte zu lokalisieren und schaute die Fotos der vergangenen Parisreisen an. Freitag Abend klappte ich meinen Laptop zu, froh, dass ich nach so vielen Wochen endlich diesen Blogpost fertiggestellt hatte. Ich holte mir etwas zu trinken, ging kurz ins Schlafzimmer, als mich mein Freund rief: "Betti, etwas Schreckliches ist in Paris passiert."

Am Wochenende saß ich oft einfach nur still da und dachte nach. Wir feierten zwei Geburtstage, waren spazieren und gingen einkaufen, aber meine Gedanken wanderten immer wieder nach Paris. Mir geht es so nah, wenn ich an die Familien der Opfer denke und an die armen Menschen, die an diesen Horrororten waren. Mir tut es so leid, dass die Verletzten und Überlebenden einer so furchtbaren Situation ausgesetzt waren. In ihrem Heimatort, einem gefühlt sicheren Ort mitten in Europa. Und ich leide auch mit den Einwohnern von Paris mit, weil sie auch Opfer dieser schlimmen Taten sind. Ich wünsche allen Hinterbliebenen, Überlebenden und den Einwohnern, dass sie sich irgendwann wieder sicher fühlen können, dass sie gut schlafen können und keine Angst haben müssen.

Freitagabend und Samstagmorgen alle Instagram- und Facebookaccounts gecheckt: alle Bekannten und Freunde sind in Sicherheit.

Der Montagmorgen. Ein Tag, um neu anzufangen, der Start in die Woche. Zumindest hier. Das Wochenende zeigte mir noch einmal mehr, wie dankbar ich für alles sein kann. Für meine Familie, für den Wohlstand, für den Frieden, der gerade herrscht. Meine Wünsche und Sorgen sind relativ unwichtig.

Und ich bin auch dankbar, weil es in meinem Kopf nicht nur wegen Paris hin- und hersaust. In meinem Leben passiert gerade sehr viel Gutes und es tut so gut, im "Flow" zu sein. Wenn ich kaum eine Denkpause habe, weil es so viel gibt, das zu ver- und bearbeiten gilt. Doch möchte ich mich selbst öfter daran erinnern, dass Pausen gut tun. Mit einer Tasse Kaffee oder frisch aufgebrühtem Minztee. Um sich bewusst zu werden, was man möchte und was man kann, wie gut es einem geht und wie dankbar man sein kann.


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