den Augenblick erkennen, den Moment erleben

28. Oktober 2015

ein Freudentanz für ein Basicteil



Ich bin kein Modemädchen. Auch keine Modefrau. Irgendwann startete ich zwar dieses Blog, um meine modischen Interessen öffentlich zu verfolgen, aber musste mir relativ bald eingestehen, dass mein Wissen und meine Begeisterung dafür einfach zu gering waren.

Viele Trends gefallen mir nicht. Manchmal gewöhne ich mich nach einer Saison an den neuen Schnitt und wage mich ran, aber meistens halte ich doch Abstand. Ich stehe mir natürlich auch oft selbst im Weg. Häufig spricht mich rein gar nichts an, wenn ich durch ein Geschäft laufe. Das, was ich gerade suche, ist nicht hip, wird nicht verkauft oder wenn ich es dann doch gefunden habe, ist es einfach zu teuer. Ich kaufe nicht oft ein, meistens überlege ich sehr lange, Spontankäufe gibt es selten.

Mein Kleiderschrank ist also wirklich nicht voll. Ich habe einige Lieblingsstücke, die ich viel trage. Durch die Umzüge in den letzten Jahren habe ich meine Regale ausgemistet. Die Teile trage ich bis zum Auseinanderfallen oder bis die Schnitte wirklich veraltet sind. Und ja, ich versuche auf Klassiker zu setzen, kaufe bewusst Stücke mit guter Qualität und achte auf die Waschmaschinengänge.

Die Suche nach einem "perfekten" Kleidungsstück ist bei mir meistens eine Endlossuche. Umso mehr macht mich es glücklich, wenn ich hin und wieder (nach endloser Suche) ganz unverhofft etwas finde. Wie letzte Woche.

Ein Streifenshirt. Ein Klassiker für meine bescheidene Garderobe. Eins, das nicht gerade 100 Euro kostet, das locker fällt, lange Ärmel hat, nicht zu kastig geschnitten ist und aus einem festen Baumwollstoff geschneidert wurde. Nachdem ich mich durch zahlreiche Oberteile probiert und unzählige Onlineshops durchgeklickt hatte, habe ich dieses gar nicht so einfach zu findende Basicteil tatsächlich bei H&M gefunden. Es erfüllt zwar nicht alle meine Wünsche (einen etwas höheren Baumwollanteil hätte ich mir gewünscht), aber ich bin trotzdem sehr glücklich, meiner Vorstellung ein deutliches Stück näher gekommen zu sein. Ich habe vor dem Spiegel einen kleinen Freudentanz aufgeführt. So begeistert von diesem Glücksfund hatte ich das Streifenshirt direkt am nächsten Tag zum Abendessen mit Freunden an und fühlte mich mit meinem schwarzen Tellerrock und meinen roten Lippen ja soo französisch.

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