den Augenblick erkennen, den Moment erleben

1. September 2015

gelebt


Der August war voll mit Begegnungen und Auszeiten, mit zu heißem und ganz angenehmen Wetter, mit intensiven Lernphasen und völligem Verlieren in zeitvertreibenden, prokrastinierenden Tätigkeiten.


gelebt:
Die zu heißen Tage haben wir auf Wasserspielplätzen verbracht, die warmen im Garten oder auf normalen Spielplätzen. Obwohl ich morgens normalerweise lerne, habe ich manchmal auch Ausnahmen gemacht. Das ausgedehnte Frühstückstreffen mit Lisa war besonders toll.
Wir hatten viel Besuch. Eine gute Freundin war für ein paar Tage mit ihrem Sohn da und wir hatten glücklicherweise ausgiebig Zeit, miteinander zu reden und auch einfach uns beieinander zu sein. Wir hatten einen schönen Abend mit einer befreundeten Familie bei einem Apéro.
Ich habe es tatsächlich geschafft, für ein einhalb Wochen komplett auf (Industrie)Zucker zu verzichten! Wer mich kennt, kann bestimmt nachvollziehen, was das bedeutet. Es gab seit Jahren, bestimmt sogar seit meiner Kindheit keine zwei Tage, an denen ich nicht mindestens ein kleines Stückchen Schokolade gegessen habe. Sogar im Urlaub kaufte ich schon häufig ein Nutella-Glas oder eine Tafel Schokolade. Ich wollte wissen, ob ich auch ohne konnte und es hat funktioniert. Spätestens auf der Hochzeitsfeier meines Cousins wurde es schwierig und ich machte wieder kleine Ausnahmen. Mein Ziel war jedoch sieben Tage ohne Zucker auszukommen und das hat auf jeden Fall geklappt. Glücklicherweise hat sich mittlerweile auch ein maßvollerer Umgang mit Schokolade eingependelt. Ich möchte überhaupt nicht auf Süße verzichten, kann das nun aber etwas besser steuern.
Wir waren einige Male in Wiesbaden und haben die Spielplätze erkundet. Im Westend war ich ganz begeistert von der Ruhe, von den schönen Häusern ganz allgemein und von einem Haus, bei dem ich vor lauter Efeu nicht die roten Backsteine dahinter sehen konnte. Toll ist auch, dass wir in dieser Stadt Freunde und Bekannte treffen können, geplant und ganz zufällig. Sich irgendwann heimisch zu fühlen, die Straßen besser zu kennen, im besten Café Cappuccino zu trinken.
Ich habe aber nicht nur viel Zeit draußen verbracht, sondern saß auch ständig über den Büchern und dem Laptop gebeugt und habe an meinen Hausarbeiten geschrieben. Auszeiten gab es auch, vielleicht sogar zu viel. So war ich an ein paar Abenden mit Freunden essen und vergaß, dass die Uniaufgaben auf mich warteten. Das musste aber auch sein.
Endlich haben wir unseren Sommerurlaub gebucht und ich freue mich schon riesig auf unsere Auszeit auf Kreta. (An dieser Stelle die Frage: Habt ihr Tips für die Nordküste?)
Beim Museumsuferfest in Frankfurt malte ich mit den Kindern Portraits.
Und an einem Nachmittag besuchten wir einen Freund in seinem neuen Haus. Ich fühlte mich so erwachsen, weil meine Freunde alle im Berufsleben angekommen sind, Kinder bekommen und Häuser bauen. :)


gegessen bzw. gekocht und gebacken: Bananenpancakes, selbstgebackenes Kräuterbrot, Zitronen-Nudeln
ausgegangen: Mainzer Weinsalon am Rhein, Margarethe in Frankfurt, Kaffeebohnen bei Kaufmanns in Wiesbaden gekauft, Eulchen & Friends Biergarten, Bar Plank in Frankfurt
geklickt: ein Interview von Nicola Graef mit Siri Hustvedt und Katharina Grosse über die Rolle der Frau in der Kunstwelt anlässlich der Ausstellung Queensize, die bis vorgestern im me Collectors Room Berlin zu sehen war. Nach einigen Monaten habe ich Garance Dorés Blog wieder für mich entdeckt. Ich nehme mir wieder die Zeit, um ihre Texte zu lesen und finde mich meist wider. Die gute Garance schreibt im Artikel Out of time darüber, dass es Dinge gibt, die Zeit brauchen und dass es nicht immer einfach ist, alles mulitasking-like auf die Reihe zu kriegen.

"It’s a crazy life. And I don’t even have kids. I can’t even imagine."

gelesen: den Ausstellungskatalog zur Ausstellung Esprit Montmartre, die 2014 in der Schirn stattfand (ich habe hier darüber geschrieben). Er hat mir natürlich wieder ein wenig mehr Lust auf Paris gemacht. Ich habe das Glück, das zwei meiner Hausarbeiten genau meinen Interessensgebieten entsprechen und ich gerade viel spannende Literatur durchforsten darf. Die Kunst in Europa im 20. Jahrhundert?! Sammlungsgeschichte und die Modi der Kennerschaft?! Yeah.
gesehen: City of God von Wim Wenders, der Film hat mich sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt
gehört: Fade Away von Maxamillion feat. Kalina und Zebrastreifen von Rolf Zuckowski (Antons Lieblingslied)
ausgestellt: In diesem Monat habe ich leider nicht so viel gesehen. Wir waren in der Ausstellung zum Hector Preis in der Kunsthalle Mannheim: Alicja Kwade (geht nur noch bis zum 06.09.)
gemacht: endlich wieder analog fotografiert! (wieder ein "Hausprojekt")
gereist: Anton und ich waren in Mannheim und haben eine gute Freundin besucht. Es war so schön, ihre Wohnung zu sehen, ihren Freund kennenzulernen und gemeinsam am Wasserturm zu sitzen. Sie ist eine ganz besondere Stadtführerin und hat mir die Stadt, in der ich in meiner Jugend schon so häufig war, noch einmal viel näher gebracht.
gekauft: die Zeitschrift 38 Hours in Paris im Mainzer Zeitschriftenladen one in a million, einen Teil einer H&M-Bestellung habe ich behalten und bin wirklich begeistert von den kleinen Schätzen, die ich gefunden habe.
gewünscht: neben dem Wunsch nach mehr Zeit und Urlaub war ich ziemlich glücklich
gedacht: Ich habe im letzten Monat nicht so oft die Nachrichten gesehen, aber natürlich trotzdem viel über die katastrophalen Bedingungen für die (neuankommenden) Flüchtlinge in Europa und in Deutschland erfahren. Weil ich mich so stark auf die Uni konzentriert habe, kam ich also auch sehr spät zu der Frage: Was kann ich tun? Das möchte ich hier aber nicht weiter ausführen und nur auf die neu gegründete Initiative Blogger für Flüchtlinge hinweisen.
gefragt: Immer wieder montags: Warum haben die Museen heute zu? Der einzige Tag, den ich nicht verplane gibt mir die Möglichkeit, ins Museum zu gehen. Nur dann ist alles geschlossen.
geärgert: "Ich hasse das Internet." Das habe ich mir in den letzten Wochen häufig gedacht. Aber so ist das natürlich nicht. Es gibt so viel Gutes. Aber nach den anstrengenden Monaten habe ich mich immer wieder dabei ertappt, relativ lustlos durch die ganzen Blogs und Blogazines zu klicken und nur noch Einheitsbrei zu lesen/sehen. Das steckt bestimmt auch ein gewisser Anteil an Wahrheit drin, aber hängt sicher auch mit meinem kleinen Lern-Motivationstief zusammen.
gefreut: Über das Leben.
geliebt: Abends ein Gläschen Wein zu trinken und den Sommer richtig zu genießen.
















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