den Augenblick erkennen, den Moment erleben

1. Juni 2015

gelebt


Was bin ich froh, dass der Mail vorbei ist! Der Mai ist nämlich ganz traditionell von geschwollenen Augen und einer laufenden Nase geprägt. Mit dem Juni haben sich die Pollen glücklicherweise ein wenig ausgeflogen und alles beruhigt sich wieder.


gelebt: Lernen, lernen, lernen. Wenn ich nicht lateinische Texte übersetze, dann sitze ich über Bücher gebeugt, bereite Texte für die Seminare vor oder erarbeite die Referatsthemen. Ich werde fast jeden Tag mit einem Zeitproblem konfrontiert. Aber die Abende am Schreibtisch zahlen sich aus. Beim ersten Test in Latein machte ich keine Fehler. Als Gegenpol zur vielen Lernerei tat mir unsere Auszeit in Karlsruhe sehr gut. Ich verbrachte nicht nur einen sehr schönen Abend mit meiner Familie, sondern auch einen wirklich wunderbaren Tag mit meiner Freundin. Ich bin noch bis heute ganz inspiriert von unserem Mini-Trip, er hat mir einen ganz schönen Antrieb gegeben. Ich fotografierte zum ersten Mal seit langer, langer Zeit wieder analog und machte einen Sperrmüllfund. Ich trank Unmengen an Kaffee, guten und schlechten und sehr guten. Wir haben unseren Balkon begrünt und uns über die erste Rosenknospe gefreut. Zum Muttertag bekam ich Pralinen und ein tolles Frühstück ans Bett. Wir waren wieder einige Male in Frankfurt, tobten auf vielen Spielplätzen und schmückten die Wohnung mit Blumen. Zu guter Letzt verbrachten wir wieder einmal mehr als vier Stunden (fast unnötigerweise) im Krankenhaus in der Notaufnahme. Wieder nichts schlimmes, alles gut.
gegessen bzw. gekocht und gebacken: einen leckeren Cheesecake mit unglaublich gutem Apfeltopping, Pancakes, Rhabarberstrudel von meiner Mutter, Indisch gekocht (Huhn in Mangosauce, Tamarinden-Dattel-Chutney, Koriander-Pesto)
ausgegangen: sehr guten Kaffee von Tornqvist auf den Mainzer Weintagen am Rhein, Lönneberga in Mainz, ein ganz besonderes Date im Laurenz in Mainz mit Käseplatte und Wein aus der Region, Café Palaver und Café Stazione in Karlsruhe, Restaurant Margarete und Café Opitz sowie das Café Brot und seine Freunde in Frankfurt, usw.
geklickt: Ich habe den guten Flow nach Karlsruhe ausgenutzt: die Zeitschrift KubaParis. Zeitschrift für junge Kunst fordert mich. Ich klicke mich durch die Seiten und lande auf diversen Ausstellungsorten in der Welt. Zum Beispiel das Weiße Haus in Wien, das Kunsthaus Glarus in der Schweiz,  das Goethe Institut Curatorial Residencies Ludlow 38 in NY. Ich lese Rezensionen und möchte direkt diese Ausstellung sehen. Es tut so gut, über Kunst zu lesen und sie zu sehen. Die Autocenter Summer Academy macht mich an und ich versetze mich gedanklich nach Wien, wo aktuell scheinbar Kunstkritiker fehlen. Auf Arte sehe ich die vierteilige Dokumentation Kunst lieben Kunst hassen mit Nicole Zepter und finde sie so amüsant. Habe auch gleich das dazu passende Buch Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe gekauft. 
ausgestellt: Historisches Museum Frankfurt und Goethehaus im Rahmen eines Blockseminars
gemacht: Geschenke gekauft und verpackt
gereist: Karlsruhe 
gekauft: Ich habe mich durch alle möglichen Kaffeesorten durchprobiert. Unter anderem aus den Röstereien Stern aus Frankfurt (Guatemala ist mein Favorit), Espresso Tostino aus Karlsruhe und Kaffeerösterei Kassel aus unserem Ort (auch Guatemala).
gewünscht: mehr Zeit. So klischeehaft und wiederholbar diese Aussage auch ist. Ich habe gerade zu wenig Zeit und zu viele Aufgaben.
gedacht: wie sehr ich doch mein Kunstgeschichtsstudium liebe. Wenn man weiß, dass man dort, wo man gerade steht, genau richtig ist. Zwei Blockseminare haben es mir wieder deutlich vor Augen geführt. Und ich kann meine Interessengebiete immer deutlicher eingrenzen. 
geärgert: Blütenpollen und lange Wartezeiten im Krankenhaus 
gefreut: über mitgebrachte Blumen aus Mutters Garten, über sehr guten Kaffee
geliebt: folgende Situation: ich muss lernen, es ist schon spät, Samstag Abend nach zwei Tagen Blockseminar, einer liegt noch vor mir. Ich muss ein Referat zu Ende machen, bin aber durch die Allergietablette müde, mit einem Kaffeedate mit meinem Freund um 22 Uhr aber ein wenig aufgeputscht. Ich schreibe und lese und vergesse die Zeit. Beste Begleitung: Singin' in the Night auf Arte. Hörproben und Konzertausschnitte von Lou Dillon, Zazie, Julie Doré und anderen französischen Künstlern. Großartig. Um halb drei war dann aber auch Schluss mit der Motivation.


Kommentare:

  1. "Wenn man weiß, dass man dort, wo man gerade steht, genau richtig ist" - es ist so, SO schön dass es dir so geht!

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    1. Ja, ich bin so dankbar dafür. Dann sind schwierige Zeiten viel einfacher.

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  2. Liebe Bettina,

    schreib mehr!
    auch wenn ich weiß, dass neben Studium und Kind (bei mir: Kindern) nicht viel Luft bleibt.
    Ich mag deine Texte sehr und würde mich freuen, mehr von dir zu lesen.

    Maren

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    1. Liebe Maren,
      ich danke dir für deine Worte. Ja, momentan ist es nicht einfach und ich bin um jede halbe Stunde froh, die ich mir für die Blogs nehmen kann. Es ist so schön, solche Rückmeldungen zu bekommen, das macht Mut, weiter zu machen.
      Alles Liebe, Bettina

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