Max Frisch, Tagebuch 1946-1949
18. Februar 2012
gelesen. Max Frisch
Wenn auch nur die Form eines einzelnen Satzes gelingt, der scheinbar nicht mit allem gemein hat, was ringsum geschieht - wie wenig das Uferlose uns anhaben kann, das Gestaltlose im eigenen Innern und rings in der Welt! Das menschliche Dasein, plätzlich erscheint es lebbar, ohne weiteres, wir ertragen die Welt, sogar die wirkliche, den Blick in den Wahnwitz: wir ertragen ihn in der wahnwitzigen Zuversicht, dass das Chaos sich ordnen lasse, fassen lasse wir ein Satz, und die Form, wo immer sie einmal geleistet wird, erfüllt uns mit einer Macht des Trostes, die ohnegleichen ist.
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