den Augenblick erkennen, den Moment erleben

17. Februar 2012

gelesen

Oft, während ich hier sitze, immer öfter wundert es mich, warum wir nicht einfach aufbrechen -
    Wohin?
    Es genügte, wenn man den Mut hätte, jene Art von Hoffnung abzuwerfen, die nur Aufschub bedeutet, Ausrede gegenüber jeder Gegenwart, die verfängliche Hoffnung auf den Feierabend und das Wochenende, die lebenslängliche Hoffnung auf das nächste Mal, auf das Jenseits - es genügte, den Hunderttausend versklavter Sellen, die jetzt an ihren Pültchen hocken, diese Art von Hoffnung auszublasen: groß wäre das Entsetzen, groß und wirklich die Verwandlung.

Max Frisch, Tagebuch 1946-1949

16. Februar 2012

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13. Februar 2012

gelesen

Zur Schriftstellerei

Im Grunde ist alles, was wir in diesen Tagen aufschreiben, nichts als eine verzweifelte Notwehr, die immerfort auf Kosten der Wahrhaftigkeit geht, unweigerlich; denn wer im letzten Grunde wahrhaftig bliebe, käme nicht mehr zurück, wenn er das Chaos betritt - oder er müsste es verwandelt haben.
Dazwischen gbt es nur das Unwahrhaftige.


Max Frisch, Tagebuch 1946-1949

10. Februar 2012


Paranoia. Das Bild macht Mut. la vie est magnifique und so.

3. Februar 2012

Sie sprach viel zu viel über die Veränderungen, die sie durchlebte. Weil sie froh darüber war. Doch sie erzählte, als ob sie es beweisen müsse. Es reichte aus, wenn sie ohne Erklärungen einfach lebte und handelte.  

2. Februar 2012

Ich habe heute eine mutige, erwachsene Entscheidung getroffen, eine Entscheidung, die von den alltäglichen etwas herausragt, und ich würde dir so gerne davon erzählen. Stattdessen suche ich Worte, die alles aussagen können und auch nichts.

1. Februar 2012

Erst, als ich in den Kalender vom letzten Jahr schaute, merkte ich, warum dieser Tag so besonders ist.  Ich hatte es doch tatsächlich vergessen.

30. Januar 2012

"aber wie ich dir gesagt habe... entscheide dafür und du wirst eine gute zeit haben

ich hoffe zeit mit uns zu verbringen bringt nicht dein ganzes leben durcheinander

oder vielleicht ist das ja gerade gut"

28. Januar 2012

wie du mal sagtest, jetzt wird langsam alles so, wie es von Anfang an hätte sein sollen

27. Januar 2012

der Knacks


Seinem inneren Drama nach betrachtet ist der Knacks komprimierte Zeit. Er bahnt sich an, tritt aus der Latenz ins Manifeste, und selbst der augenblickliche Schrecken eines Ereignisses hängt nicht so sehr mit seinem Eintreten als vielmehr mit seiner Anbahnung zusammen. Auf dem Kristallisationspunkt erscheint der Knacks.
Roger Willemsen, Der Knacks