den Augenblick erkennen, den Moment erleben

7. Mai 2015

diese kleinen Augenblicke



Freitag Mittag in Hamburg hatte ich zwei Stunden nur für mich. Meine beiden Männer ruhten sich aus und ich konnte alleine durch das Viertel ziehen. Aber zunächst musste ich mich ein wenig von einer schlechten Nachricht erholen. Im Vorfeld hatte ich geplant, in diesen beiden Stunden in einen ganz bestimmten Kosmetiksalon zu gehen und mir eine Gesichts-Tiefenreinigung zu gönnen. Ich war begeistert von den Empfehlungen und freute mich seit über einer Woche auf diesen Termin. Aber einen richtigen Termin hatte ich nicht gemacht, weil wir noch am Tag zuvor nicht so recht wussten, wie wir den Freitag planen würden, und da auf der Homepage stand, dass man auch ohne Termin kommen könnte, beließ ich es dabei. Freitag morgens rief ich dann doch noch einmal an und erfuhr, dass sie dieses Treatment gar nicht mehr anboten. Tja, wie es manchmal so kommt, ärgerte ich mich sehr über meine Planlosigkeit, über den Beautysalon, über das Geld, das ich nun nicht so ausgeben konnte, wie ich wollte und für eine kurze Zeit war alles einfach doof. Ich ärgerte mich, dass ich mich ärgerte und mir damit die zwei Stunden vermiesen würde. Wie eben nur Frauen ticken können. Total irrational manchmal. 

Ich machte mich trotzdem "schick", nahm meine analoge Kamera mit und lief einfach los. Ich bummelte ein wenig, schaute mir die unglaublich schönen Häuserfronten an, ließ mich treiben. Und lief, bis ich plötzlich vor einem Markt stand. Ich glaube, man konnte mir ansehen, wie sich meine Laune binnen Sekunden besserte. So viele Menschen mit Körben, die ihren Wochenendeinkauf machten oder sich hier die Zeit vertrieben, es roch nach Käse, frischen Tomaten, Fisch und Kräutern. Ich lief einfach los, schaute mir jede Ladentheke genau an, suchte die besten Oliven und kaufte Unmengen an Antipasti für unser Picknick am Nachmittag. 

Die Laune wurde noch besser. Ich fand einen kleinen Wagen mit italienischem Kaffee und leckeren Foccaccias. Mit Feta und Oliven-Tomaten-Füllung. Ein nettes Gespräch mit dem Verkäufer, die Sonne, wunderbar liebe Senioren, die einen anquatschten, die Sehnsucht nach meinen Männern.

Manchmal vergesse ich viel zu schnell, wie gut ich es habe. Manchmal gehen Kleinigkeiten schief und ich ärgere mich darüber. Dabei gerät aus dem Blickfeld, wie irrelevant sie doch sind und dass es überhaupt nicht lohnt, sich darüber aufzuregen. Ich wünsche mir vielmehr, einfach gelassen zu sein und das Leben in jedem Augenblick bewusst zu genießen. Das gelingt mir oft, aber dennoch tauchen immer wieder eigenartige Momente auf. Ich bin dankbar für solche kleinen Erlebnisse wie auf dem Markt, die mich erden, die mir zeigen, wie schön das Leben ist und wie gut ich es habe.

1. Mai 2015

gelebt


Alles neu macht der Mai. Glücklicherweise ist bei uns vieles beim Alten. Ich mag das sehr. Kein permanentes Umherwirbeln, sondern ein bisschen Beständigkeit. Das schätze ich momentan sehr. Der April war wunderbar. Warum? Weil wir unheimlich viel erlebt und gesehen haben.

gelebt: Die letzten Tage der Semesterferien haben wir an Ostern gemeinsam mit den Familien genossen. Wir waren in der Fasaniere in Wiesbaden und haben einen Bären gesehen. In den Ferien musste ich für eine Exkursion ein Thema vorbereiten und fand auf einmal ein erstmal unspektukaläres Thema super spannend. Die Exkursion war dann tatsächlich sehr interessant. Wir waren in Hamburg und haben die Tage mit Spaziergängen, Bummeleien und Kaffees verbracht. Das Semester begann und ich hatte einen enormen Organisationsaufwand mit dem Stundenplan und Antons Betreuung. Die Veranstaltungen sind richtig spannend und ich fühle mich so richtig angekommen. Das Studium macht mich zur Zeit sehr glücklich. Auch mit Latein :) Ich habe viele Stunden beim Basteln verbracht. Das tat gut und war längst mal wieder überfällig. Wir haben ein kleines maritimes Fest für einen baldigen Erdenbürger ausgerichtet und die Bald-(und-eigentlich-jetzt-schon-)Mama gefeiert. Der kleine Mann war leider wieder erkältet und an einem Tag so krank, dass er den halben Tag auf meinem Bauch schlief. Dieser Tag hat mich wieder sehr geerdet. Wir waren in Mannheim und hatten zwei wunderbare Dates. Anton und ich verbrachten nicht nur einen Tag in Wiesbaden, genossen die Sonne und die schönen Häuser und entdeckten neue Ecken.
getrunken: Himbeersirup selbst hergestellt und damit eine Limetten-Himbeer-Marmelade kredenzt, so ziemlich nach diesem Rezept 
gegessen bzw. gekocht und gebacken: Waffeln, Mini-Quiche, Blätterteigteilchen, Mensa-Essen
ausgegangen: Möhren-Milieu (Mz), Hintz und Kuntz (Mz), Dale's Cake (Wi), Café im Kunstverein Frankfurt (Ffm), Café Johanna (HH), Her Max (HH) usw.
geklickt: Freunde von Freunden, z. B. das Interview mit Alexandra Grausam, Edition F, vor allem die Persönlichkeiten und die Artikel, die ich in dieser Linkliste zusammengestellt habe
ausgestellt: About Colour im Kunsthaus Wiesbaden, Home Staging im neuen Kunstraum ruelle in Mainz, Das Imperium - upside down mit Kunstwerken von jungen Künstlern der Kunsthochschule Mainz, das Hessische Landesmuseum in Darmstadt, Sold Signs im Frankfurter Kunstverein
gemacht: für eine Babyshower die Deko gebastelt: Photo Booth Pops und Hintergrund, Wimpel, Mama-To-Be-Hänger, Cake-Toppers, Fähnchen für Strohhalme, Boot-Stempel usw., Geschenke eingepackt
gereist: Hamburg
gekauft: Ich mit meinem Einkaufsproblem hatte einen Flow und habe ziemlich viel an einem Tag gefunden: Ballerinas, Ballerinas, Espadrilles,  Sommer-Rock (wie dieser in schwarz), special Rock (yeah), Slacks, T-Shirt mit tollem Rückenausschnitt, Kreppbluse, einen Kaschmirpullover für Anton (!), noch mehr Kleinteil für Anton, Babygeschenke, Bastelartikel, puh. Schon lange nicht mehr so viel gekauft. 
gewünscht: dass mein Handyakku länger hält ;-)
geärgert: dass ich noch nicht alle Bewerbungen abgeschickt habe
gefreut: über eine abgefüllte 3-Wochen-Portion von dem Wunderding
geliebt: die wiederkommende Erkenntnis, wie gut ich es habe, Frühstück im Bett, Schlaaaaaaf

Habt einen tollen Mai! Er wird sicher großartig.


















18. April 2015

gereist: Hamburg


Letzte Woche waren wir für ein paar Tage in Hamburg. Ich bin wieder ganz begeistert von dieser Stadt und möchte euch meine liebsten Orte des vergangenen Urlaubs zeigen.

Wir hatten ein buntes "Programm" mit Touri-Zielen, Aktivitäten für Kinder und Einfach-nur-treiben-lassen. Freunde haben wir auch wieder getroffen und waren sogar ein wenig bummeln. Und wir hatten echtes Urlaubsfeeling. Das alles mit dem schönsten Frühlingswetter.



Landungsbrücken
Touri-Ziel! Und trotzdem schön. Auf einer Brücke sitzen und die vorbeiziehenden Schiffe beobachten. Möwen zuschauen. Vielleicht selbst eine Rundfahrt machen. Auf die gigantischen Schiffe bei Blohm+Voss gegenüber gucken und staunen. Die U-Bahnhaltestelle Landungsbrücken, die überirdische Bahn, die unterschiedlichsten Häuser. Ein Spaziergang entlang der Brücken, bis zur Speicherstadt. Ein Feuerwehrschiff. Auf den Treppen beim Baumwall sitzen und auf die Elbe blicken. Kaffee trinken in der Speicherstadt Kaffeerösterei. Sich die noch unfertige Elbphilharmonie ansehen. Und die Architektur in der Hafen-City. Schiffe beim Schippern durch den Kanal beobachten. Von dort aus hoch (bzw. vorher von dort aus runter) zum Michel (Kirche St. Michaelis) laufen, im Park Pause machen und den Ausblick genießen. Im Café Johanna einen Kaffee trinken. Ziemlich hipster. Nett und lecker. In dieser Straße (Venusberg) sind die 50er Jahre Häuserfronten auffällig. Viele Büros, in die man hineinschauen kann.



Planten un Blomen
Der große Stadtpark bietet einige "Attraktivitäten", z. B. einen Apothekergarten, Rosengarten usw. Es gibt unheimlich viele Pflanzen, ist aber streng angelegt und hat mich nicht ganz so begeistert. Die vielen Teiche und Wiesenflächen bieten aber viel Platz zum Picknicken und Gänse beobachten.


Karo-Viertel - Schanzenviertel
Vom Park hat man aber einen guten Zugang zum Karo-Viertel und zur Schanze. Schaut euch die Marktstraße an und den Platz zwischen Marktstraße und Ölstraße. Hier ist viel los, es gibt viele Kneipen und viiiiiiele junge Menschen. In dem Viertel gibt es viel Graffiti und Streetart, alles ein wenig heruntergekommen und teilweise alternativ. Von hier durch die Straßen laufen und zur Schanze kommen. Auch hier, vor allem in der Schanzenstraße und Schulterblatt viele Bars und Cafés. Herr Max ist besonders zu empfehlen. So leckere Kuchen und ein guter Cappuccino. Die Einrichtung ist wunderbar und einzigartig.


Eimsbüttel
In diesem Viertel hatten wir unsere Wohnung. Hier ist alles ein wenig "gepflegter" und ruhiger. Vor allem für Familien großartig. Es gibt viele kleine Boutiquen, von denen ich mir aber kaum eine angesehen habe. Aber Sprösslinge Design (Kinder) und Lys Vintage (Interieur) kann ich empfehlen. Der Eppendorfer Weg ist eine sehr, sehr lange Straße, die ich fast vollständig abgelaufen bin. Hier finden sich viele Geschäfte und kleine Boutiquen. Ist nett, wenn man Zeit hat, ich werde diese Straße aber nicht noch einmal entlanglaufen. Wir haben aber viele Kaffees getrunken. In der Speisekammer kann man gut frühstücken. Im Vesper scheint mittags die Sonne auf dem Vorplatz.


Isarmarkt
Von Eimsbüttel aus kommend den Isebekkanal entlang laufen und auf dem Markt unter der Hoheluftbrücke frisches Gemüse, Antipasti und Krimskrams kaufen. Einen Kaffee holen, an einem Bistrotisch stehen und die Leute beobachten. Immer dienstags und freitags bis 14 Uhr.


"Innenstadt"
Am Jungfernstieg aussteigen, auf die Treppen setzen und die Binnenlaster und die Fontäne in der Sonne genießen. Ganz klassisch in der Mönckebergstraße shoppen oder doch lieber am prächtigen Rathaus vorbei im "Bleichenviertel" und Gänsemarkt bummeln. Günstiges Essen bei CampusSuite in der Nähe vom Hauptbahnhof. Ein Abstecher zur Kunsthalle sollte drin sein.


Falkensteiner Ufer
Richtiges Urlaubsfeeling! Hundeauslaufstrände, feinster Sand, Salzgeruch, ein Leuchtturm, Schiffe.
Wir stellten das Auto beim Parkplatz Falkensteiner Ufer ab und liefen ca. 800 m eine steile, geteerte Straße hinunter. Dann kommt man ans Ufer und läuft an der Promenade so lange, bis man ein schönes Plätzchen findet. Ich empfehle ein Picknick am Strand. Toll ist auch der Campingplatz Elbecamp, bei dem es nicht nur einen sehr großen Spielplatz gibt, sondern auch Mittagessen, Eis und Kaffee.

Photo Booth
Wir sind zufällig auf zwei Photomatons gestoßen: auf der Reeperbahn in der Nähe des Panoptikums und in der Straße Schulterblatt an der Kreuzung Altonaerstraße. Diese Fotobox ist aus den 60ern.

Familien
Dazu folgt bald ein Bericht auf une vie magnifique!

Was sind eure liebsten Orte in Hamburg?!
Und nun ein paar Eindrücke aus Hamburg.

Franzbrötchen











Café Johanna

CampusSuite





Herr Max


Speisekammer