den Augenblick erkennen, den Moment erleben

1. Dezember 2014

gelebt



Und ganz plötzlich denkt man an Weihnachten, koordiniert alle Familientreffen und überlegt, mit wem man das Silvesterdinner gemeinsam zelebriert. Die Adventszeit ist immer ein markanter Zeitraum im Jahr. Und während ich in der Vergangenheit fast nur noch den Stress in dem allen sah, kann ich seit dem letzten Jahr die Weihnachtszeit genießen. Es gibt da nämlich noch ein Paar Kinderaugen, das mit schaut und das diese Welt ganz neu entdeckt. Es macht wirklich Spaß, einem Kind solche Rituale und Besonderheiten mitzugeben. Und es ist auch deshalb schön, weil Anton das auch auf seine Art und Weise versteht. Er entdeckt alleine die Deko, mustert alles und lächelt danach. Dann werden bald Plätzchen gebacken und der Nikolaus füllt seinen kleinen, größten Stiefel mit einer kleinen Aufziehfigur, einem ersten Lebkuchen und Mandarinen. Ich bin schon gespannt, wie lange der Weihnachtsschmuck am Tannenbaum, den wir wohl bald kaufen und der so groß sein wird wie unser Bub, hängen bleibt. Und wir singen gemeinsam Weihnachtslieder.

gelebt: Im November gab es viele, ganz wunderbare Begegnungen mit alten Freunden und neuen Bekannten. Ich musste aber auch realisieren, dass sich eine Freundschaft ganz still auseinander entwickelt hat. Normalerweise gehört das irgendwie zum Leben dazu und ich "arrangiere" mich damit. Doch diese Situation war ein langsamer und trauriger Erkenntnisprozess. Wir haben Antons 1. Geburtstag gefeiert und die ganze Familie zu Besuch da gehabt. Anton und ich machten die Spielplätze der Stadt unsicher und trafen uns mit vielen anderen Müttern und ihren Kindern. Jede Begegnung ein Fest. Wirklich. In dieser Hinsicht ein ganz besonderer Monat. Wir besuchten N. und L. in Karlsruhe. Wobei besuchen zu viel gesagt ist. Ich nutzte eine Gelegenheit, einfach und gut nach Karlsruhe und zurück zu kommen, doch hatten wir deshalb auch nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung. In diesen eineinhalb Stunden schauten wir uns zu viert die aktuelle Degas Ausstellung in der Kunsthalle an. L. ist ein wunderbares Kind und es war ein tolles Gefühl, einen drei Monate alten Buben zu halten. Anton und ich verbrachten einen ganz tollen Nachmittag in Darmstadt, von dem ich auf une vie magnifique berichtete. Ich trug endlich mal wieder öfter meine Hüte. In einer durchwachten Nacht waren wir schon auf dem Weg in die Ambulanz, doch war nach fünf Autorunden auch wieder alles in Ordnung. Neben all diesen wunderbaren Momenten und Begegnungen war der November ansonsten stressig. Ich war (bin) am Rennen zwischen Wohnung, Tagesmutter und Universität. Anton hatte wieder enorme Zahnschmerzen, sodass wir kaum zur Ruhe gekommen sind. Und in den wenigen freien Zeiten muss(te) ich viel für die Uni machen. 
getrunken: Schwarzer Tee und furchtbaren Uni-Kaffee, Champagner und Sekt zu Antons Geburtstag
gegessen bzw. gekocht und gebacken: den allerbesten Tomaten-Schmand-Salat, Apfel-Kürbis-Suppe, Praline im Glas, Minzjoghurt, usw.
gemacht: Adventskalender gebastelt, Geschenke verpackt und bestempelt
geklickt: dieses Interview mit Caro über berufstätige Mütter, Aufgabenverteilung usw., diese hübschen Bommeln als Serviettenringe
ausgestellt: Edgar Degas in der Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
gelesen: Völlig fertig und irre glücklich von Okka Rohd, Kinderbücher
gekauft: einen Parka, ein paar Geburtstagsgeschenke, Adventskalender-Inhalte
gewünscht: Zeit und Ruhe, zum Basteln und zum Lernen
geärgert: über Menschen in der Stadt, die nicht mit dem Menschenfluss laufen können und mitten im Gehen stehen bleiben, über ein Mac Netzteil, das kaputt ging und mich eine Woche außer Gefecht setzte
gefreut: über einen Adventskalender, über neue Bekanntschaften, über Leser, die mir Emails schreiben, über ein Fast-Weekly-Call mit Lisa, über den Nebel











16. November 2014

siebenundzwanzig Stunden in Köln


In zwiebenundzwanzig Stunden in einer neuen Stadt, kann man natürlich die Stadt als Ganzes nicht erfassen und auch den Vibe einer Stadt nur in gewissen Zügen erkennen. (Und manchmal reichen auch nur wenige Stunden, um sich in diese zu verlieben.) Teilweise liegt es am Aufbau der Stadt, an den vielen guten Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe und dass ich bei den wenigen Trips ausgerechnet zwei Mal alte Mainzer Gesichter ganz zufällig getroffen habe. Ich mag manche Cafés sehr gerne, die Bars sind auch super, und überall gibt es so etwas "Großstädtisches", das, was mir manchmal an Mainz so fehlt. Und auch dort fließt der Rhein, es gibt viele kulturelle Möglichkeiten; wo soll man nur anfangen - Bildende Kunst, Kreatives, Mode, Architektur, Schauspiel usw. 
(Meine letzten Erinnerungen an Köln: u. a. 1 / 2 / 3 / 4 / 5)

Unser Hotel lag am Rheinauhafen. Es war ganz einfach, doch reichte es vollkommen aus. Unser Auto parkten wir in der Umgebung und sahen dadurch noch einmal ein ganz anderes Stadtbild. Wir waren an diesen Tagen hauptsächlich im Belgischen Viertel unterwegs. Das ist eines der hippen Kölner Stadtteile, mit vielen Bars und Cafés, Shops und interessanten Straßen. Von unserem Abendessen in dem Indischen Restaurant Ginti kann ich nur Gutes erzählen. Es war unglaublich voll, aber wir bekamen den letzten Platz, obwohl wir nicht reserviert hatten. Und dann wurde uns aufgetischt: Zu indischem Chai aßen wir Samosa, Chana Masala, Nan, Lamm Tikka Masala usw. Soo lecker. Der Service war sehr gut und wir waren mit allem einfach nur zufrieden. Und wir waren vor allem eins: sehr voll.

Unsere abendliche Tour führte uns dann zu mehreren Bars rund um die Brüsseler Straße. Wir tranken einen Mojito in der Pegel Bar und konnten sogar draußen stehen, weil es noch warm genug war. Was für ein wundervoller Herbst! Dann verschlug es uns in die Scheinbar und danach in die Tausenbar. Die Kölner haben ein Faible für Wortspiele...


Frühstück aßen wir im Café Fleur in der Lindenstraße. Das Café Fleur ist ein Eckcafé ganz im französischen Stil, in das die Morgensonne scheint. Die Brötchen und Croissants werden frisch gebacken und der Kaffee schmeckt köstlich. Wir verbrachten auch hier einen paar schöne Stunden. Doch leider mussten wir sehr lange auf unser Essen warten - während wir fast vor Hunger starben - weil das Café völlig überfüllt war. Auch war das Frühstück beispielsweise im Vergleich zu Mainzer Frühstücksangeboten teuer und es gab eher kleine Portionen. Ich würde trotzdem noch einmal in dieses schöne Café gehen, aber dann nicht unbedingt frühstücken, sondern einfach nur einen Kaffee trinken.

Viel Zeit für große Erkundungen hatten wir nicht und einige Orte haben wir in den letzten Jahren auch schon gesehen. Wir machten auch kaum Fotos, weil das einfach ein richtiger Date-Trip war. Aber wir hatten eine großartige Zeit in einer wunderbaren Stadt. Wir kommen wieder!



Ich hielt natürlich meine Augen offen und schaute mir viele interessante Orte an und habe Ideen für den nächsten Trip gesammelt. Aber die zeige ich an geeigneter Stelle. Für die Recherche vorab bin ich vor allem auf die sehr sehenswerte Homepage wearecity gestoßen. Das ist genau so eine Art "Reiseführer" oder Städtetips-Geber, den man sich für einen Städtetrip wünscht.




 

1. November 2014

gelebt



gelebt: Wir haben fast jeden Nachmittag auf dem Spielplatz verbracht, mit Freunden, alleine, mit den anderen Babys. Am verkaufsoffenen Sonntag in Mainz bummelten wir durch die Stadt und tranken eine heiße Zitrone. Wir trafen eine Leserin mit ihrem Sohn, der nur wenige Stunden älter ist als Anton. Es gab ein Frühstück am Bett, weil ich am Abend zuvor so schlecht drauf war. Ich habe mit hingesetzt und endlich einen Text geschrieben, den ich die ganze Zeit vor mir herschob. Das Semester startete und nun habe ich viele Texte, die ich lesen muss. Anton ist jeden Vormittag bei der Tagesmutter und hat dort seinen Spaß. Ich komme wieder mal dazu, die Wohnung richtig sauber zu putzen. Wir waren auf der Buchmesse, trafen dort Freunde und schauten uns die Neuerscheinungen an. Wir fuhren zum Ikea und zahlten nur 50 Euro für den Einkauf. Es gab einen wunderbaren Bummeltag in Wiesbaden mit Cappuccino in einem kleinen italienischen Café. Wir waren ein letztes Mal am Strand und sahen den Enten zu. Eine Geburtstagfsfeier mit leckerem japanischem Essen und ein gutes, sehr ausgiebiges Frühstück mit einer Freundin. An einem Vormittag bin ich nach knapp einem Jahr zum ersten Mal wieder Fahrrad gefahren - das war ein tolles Gefühl. So eine Freiheit. Und dann sahen wir ganz viel Kunst. Zu guter Letzt: ein Essensdate mit meinem Freund.
getrunken: Kaffee aus unserer neuen Siebträgermaschine (!)
gegessen bzw. gekocht und gebacken: Kürbis Risotto, Brownie Cheesecake, Kürbis Suppe, Kartoffelpuffer
gemacht: für Antons Geburtstag viel gebastelt, die Einladungskarten "designt" und verschickt, eine Leggins und eine Mütze für Anton genäht
geklickt: ein Hotel für einen Kurztrip gesucht, ein wunderbarer Städteguide für Köln, Urbanara mit ihren hübschen Decken
ausgestellt: endlich wieder viel gesehen! Bruce Nauman und Ed Atkins in der Kunsthalle Mainz, die Eröffnung des MMK2 in Frankfurt, das wieder eröffnete Hessische Landesmuseum in Darmstadt, Max Slevogt im Landesmuseum Mainz
gelesen: Völlig fertig und irre glücklich von Okka Rohd, Kinderbücher
gekauft: ich habe mir eine (bis hoffentlich Weihnachten reichende) Einkaufssperre auferlegt
gewünscht: einen Parka, schlichte schwarze Pumps, eine neue Jeans, usw.
geärgert: Antons Zähne wachsen und machen ihm zu schaffen; und uns auch
gefreut: dass auf une vie magnifique die neue Reihe CampusMum online gegangen ist. Yeah! über den Semesterstart, über viele tolle Aktivitäten am Ende der Semesterferien, Vorfreude auf Köln, analoge Fotos entwickeln lassen und abgeholt








29. Oktober 2014

ausgegangen: Dale's Cake in Wiesbaden



Als Mainzer kommt man an einem bestimmten, leckeren Berry-Cheesecake oder dem Carrotcake gar nicht vorbei. Im Café Blumen oder in der Annabatterie werden sie verkauft und ich bin schon einige Male ganz bewusst in diese Cafés gegangen, weil ich Kuchenlust auf genau diese Sorten hatte. Schon vor ein paar Jahren bekam ich die Info, dass diese Cafés von einem Amerikaner aus Wiesbaden beliefert wurden, doch viel mehr erfuhr ich über den Mainzer Flurfunk nicht.

Jetzt hat dieser "Amerikaner aus Wiesbaden" namens Dale ein eigenes Café in Wiesbaden eröffnet und wir haben es vor ein paar Wochen endlich mal geschafft, ihm einen Besuch abzustatten. Kennt ihr das, wenn man sich ärgert, dass man nicht schon viel früher irgendetwas gemacht hat, irgendwo hingegangen ist, usw.? Ich habe mich gefragt, wie ich denn so einen netten Ort verpassen konnte. 

Das Café liegt gar nicht weit vom Rathaus entfernt und ist gut zu erreichen. Der längliche Raum, der sich bis zum Hinterhof zieht, hat Stuckverzierungen an den Wänden und ist hell gestaltet. Man findet weiße Möbel mit Blumenpolster und Gemälden an der Wand. Die Toiletten sind sauber (das ist wichtig, wenn man ein Kind auf dem Boden wickeln muss!). Der Hinterhof ist so ein romantischer Ort, den man in unserer Gegend immer wieder findet. Schön versteckt, ruhig und gemütlich. Neben leckeren Erdnussbutter-Cupcakes (ein Traum) und gutem Kaffee, gab es auch noch Zeit für ein kurzes Gespräch mit dem Inhaber und Konditor. 

Dale's Cake beliefert mittlerweile auch noch die Feinkostabteilung im Karstadt Wiesbaden sowie ein paar Cafés in Frankfurt. Solltet ihr jedoch in Wiesbaden sein, solltet ihr unbedingt dieses Café aufsuchen.

Wir verbrachten einen wunderschönen Nachmittag mit H. in diesem Hinterhof. Und wir kommen gerne wieder, wegen den Backwerken, dem Kaffee und den Räumen.












1. Oktober 2014

gelebt



Oh September, du warst so gut zu uns. 


gelebt: Eine Woche Erholung (mit Baby) an der Costa del Sol ließen den September schon einmal gut beginnen. Im Pool schwimmen, ein gutes Buch lesen und die Sonne genießen. Malàga schauten wir uns an und spazierten am Strand. Zurück in Deutschland feierten wir die Liebe zweier Menschen und stießen mit Sekt und Gin auf die Hochzeit an. Wir waren viel mit der Bahn unterwegs, besuchten L+L in einem Ort, an dem ich früher häufiger war, besuchten N und ihr frisches Baby L in Karlsruhe und besuchten den Papa in Darmstadt. Ach schönes Darmstadt. Mit dem See Woog. Immer wieder begeisterst du mich. Und Wiesbaden natürlich auch. Der Neroberg mit der Nerobergbahn verschönerte uns einen Sonntagnachmittag. Wir aßen leckere Petit Fours und tranken guten Kaffee. Wir feierten auf dem Weltkindertag die kleinen Menschen und spielten mit Anton und den Klötzchen. Frankfurt lässt mein Herz immer höher schlagen. Dieses Mal ohne Museumsbesuch, aber mit großartigstem Einkaufserlebnis und einem tollen Zoobesuch mit meinem Buben. Ich habe so viele liebe Menschen getroffen. Lisa war da, Tetyana, N und J habe ich wieder getroffen und mit J gefrühstückt. Nach vier Jahren reichlicher Überlegungen habe ich einfach mal endlich die Haare schneiden lassen. Zirka 13 cm kürzer sind sie jetzt. Ganz viel Energie und Motivation rundeten diesen tollen Monat ab.
ausgegangen: um 13 Uhr in Nelly's Frühstückslust gebruncht, Mainperle in Frankfurt, Dale's Cake in Wiesbaden, L'Art Sucré in Wiesbaden, Kaffeekommune in Mainz, Dicke Lilli, gutes Kind und das erste Mal im Altstadt Café in Mainz
getrunken: Unmengen an Kaffee, wie man erahnen kann
gegessen bzw. gekocht und gebacken: Kuchen im Glas
gemacht: ein Spucktuch und ein Spannbetttuch bestempelt, Notizblöcke gebastelt
geklickt: Nähtutorial für eine Mütze, Sportübungen
gelesen: Imperium von Christian Kracht, Eine kleine Stadt in Deutschland von John le Carré, Mamabeat von Saralisa Volm, Elle September 2014
gekauft: eine Lederjacke (endlich!!!), Boots von Filippa K (!!!), Isabel Marant look-a-likes in schwarz
gewünscht: diese schwarze Umhängetasche und diese Tasche als Wickeltasche
gefreut: über lang haltende Blumen, über Zeit zum Basteln, über tolle Freunde und meine großartige, kleine Familie